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27.06.2014 - 13:00 Uhr


Torfabrik Bundesliga

Thomas Müller führt nach dem Dreierpack gegen Portugal und dem Siegtor gegen die USA mit vier Treffern die Torjägerliste an - gemeinsam mit Neymar und Messi. Er ist Teil der Bundesliga-WM-Topelf - gemeinsam mit ...

Manuel Neuer: Der Bayern-Keeper bekam nur elf Torschüsse auf seinen Kasten und wehrte neun davon ab. Das entspricht starken 82 Prozent und führte zu zwei Spielen ohne Gegentor

Jerome Boateng (l.) und Mats Hummels (r.): Boateng schlug die meisten Flanken aller Deutschen (elf). Zudem gewann er starke 69 Prozent seiner Zweikämpfe - DFB-Bestwert. Dortmunds Hummels gewann gute 60 Prozent und spielte nur zehn Prozent Fehlpässe

Daniel van Buyten (r.): Bayerns Belgier war von allen Bundesliga-Spielern bei der WM der zweikampfstärkste. Der Abwehrchef gewann bärenstarke 82 Prozent seiner Zweikämpfe und foulte nur ein einziges Mal

Ricardo Rodriguez: Der Wolfsburger Linksverteidiger bereitete zwei Tore vor. Starke 73 Prozent gewonnene Zweikämpfe zeugen davon, dass er sich in der Bundesliga die nötige Zweikampfhärte holte – kein Schweizer, der alle drei Spiele mitwirkte, war besser (© Imago)

Luiz Gustavo: Der VfL-Mittelfeldmann räumte für Brasilien ab, er bestritt die zweitmeisten Zweikämpfe bei Brasilien (81). Von seinen 115 Pässen kamen 112 an (!), das entspricht einer Fehlpassquote von nur 3 Prozent und ist Bestwert für Mittelfeldspieler bei dieser WM

Toni Kroos (r.): Der FCB-Taktgeber hatte die meisten Ballkontakte aller Spieler bei dieser WM (332). Kroos setzte seine gute Bundesliga-Saison fort und assistierte als einziger Deutscher zu zwei Toren

Andres Guardado: Der Leverkusener Linksverteidiger überzeugte für Mexiko in ungewohnter Mittelfeldrolle. Sehr ballsicher gewann er starke 63 Prozent seiner Offensivzweikämpfe und traf im entscheidenden Spiel gegen Kroatien

Xherdan Shaqiri: Er gab von allen Bundesliga-Spielern bei der WM die meisten Torschüsse ab (16 – auch die meisten aller Schweizer). Der Spieler des FC Bayern wurde zum erst zweiten Schweizer nach Josef Hügi 1954, der bei einer WM einen Dreierpack schnürte

Arjen Robben: Der Bayern-Flügelstürmer war mit seinen drei Toren und einem Assist der beste Scorer der Gruppe B. Nur Karim Benzema, Müller und James Rodriguez sammelten mehr Scorer-Punkte als Robben, der die meisten Torschüsse aller Niederländer abgab (elf / © Imago)

Frankfurt - Die Weltmeisterschaft in Brasilien begeistert die Fans weltweit mit spektakulären Partien mit Toren am Fließband. Seit der WM 1998 in Frankreich fielen nicht mehr so viele Treffer. Entscheidenden Anteil am berauschenden Fußballfest am Zuckerhut haben die Akteure der deutschen Clubs, die den Offensivfußball der Bundesliga eindrucksvoll in ihre Nationalmannschaften einbringen (Bundesliga-Elf der Vorrunde).

26 der 136 Vorrundentreffer erzielten Stars aus der Bundesliga. Keine andere Spielklasse war so oft erfolgreich. Mit 19 Torvorlagen lieferten die Profis aus Deutschland zudem auch die meisten Assists. Das ist kein Zufall, schließlich fallen in keiner anderen europäischen Top-Liga so viele Tore. 2013/14 durften die Fans durchschnittlich 3,19 Mal pro Bundesliga-Partie jubeln.

Müller verkörpert alle Qualitäten

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Thomas Müller, der mit seinem 9. WM-Tor im 9. WM-Spiel Diego Maradona in der ewigen Torschützenliste überholte (Topdaten USA - GER), verkörpert alle Qualitäten, die die Bundesliga zur treibenden Kraft in Brasilien macht. Spielfreudig, körperlich topfit und effektiv im Abschluss. Außerhalb des Platzes überlässt der Mann mit Beinen eines Langstreckenläufers gerne anderen die Schlagzeilen - aber auf dem Rasen stellt ihn niemand in den Schatten. Die englische Premier League und die italienische Serie A stellen zwar mehr WM-Teilnehmer - geprägt wird das Turnier aber maßgeblich von Akteuren aus Deutschland, die sich hinter Stars wie Neymar, Messi oder Ronaldo keineswegs verstecken müssen - wie schon ein Blick auf die Torjägerliste beweist.

Extrem effiziente Bundesliga-Stars

Besonders augenscheinlich wird die überragende Abschlussqualität der Bundesliga-Stars, wenn man die Anzahl der erzielten Treffer mit den Torschüssen in Relation setzt. Die Bundesliga benötigte im Schnitt 6,5 Torschüsse um einen Treffer zu erzielen, während sich die Profis aus Spanien 8,1, die aus England 10,3 und die aus Italien sogar 15,4 Mal versuchen mussten, um den gegnerischen Torwart zu überwinden.

Auch das Verhältnis zwischen Einsatzzeit und Torerfolg verdeutlicht die Ausnahmestellung der Bundesliga. Die 77 eingesetzten Akteure aus Deutschland standen bisher 10.557 Minuten auf dem Feld und brachten somit im Schnitt alle 406 Minuten den Ball im Netz unter. Spaniens Primera Division folgt mit 540 Minuten. Den Profis aus der Premier League gelangen nur alle 711, der aus der Serie A sogar nur alle 1.032 Minuten ein Treffer. Deshalb sind Spanien, England und Italien schon auf der Heimreise, während für viele Bundesliga-Akteure das Turnier jetzt erst richtig losgeht. Und mit Miroslav Klose stellte ein Kind der Bundesliga den Torrekord von Brasiliens Ronaldo ein. Sein Tor gegen Ghana war sein erstes WM-Tor, bei dem er nicht bei einem deutschen Club unter Vertrag war.

Furioser Robben führt Oranje an

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Ein Erfolgsrezept der Bundesliga ist, dass die Spieler 34 Mal in einer Saison auf allerhöchstem Niveau gefordert werden. Das schärft die eigenen Qualitäten, von denen in Brasilien die Nationalmannschaften maßgeblich profitieren. Arjen Robben, der für den FC Bayern München schon im Champions League Finale 2013 und im DFB-Pokalfinale 2014 sein Faible für die ganz große Bühne unter Beweis stellte, spielt für die Niederlande wie entfesselt auf und führte die Mannschaft des ehemaligen Bayern-Trainers Louis van Gaal souverän ins Achtelfinale.

Shaqiri verzückt, Diaz überrascht

Xherdan Shaqiri, Robbens Münchner Teamkollege, stand nach den ersten beiden Partien der Schweiz in der Kritik, bevor er die Fußballwelt mit drei blitzsauberen Toren gegen Honduras verzückte. Es ist der zweite Dreierpack bei dieser Weltmeisterschaft - beide erzielt von Spielern des FC Bayern München. Der Rekordmeister führt die Torschützenliste nach Clubs mit 13 Treffern souverän an. Neun Mal ließen es die Jungs vom FC Barcelona klingeln. Die Stars von Real Madrid waren lediglich für fünf Vorrundentreffer verantwortlich. Vorteil Bayern, die gleich zwölf Achtelfinalisten stellen - so viele wie kein anderer Club. Mit drei Treffern liegt der VfL Wolfsburg auf einem starken 6. Rang der Clubrangliste und auch Bayer Leverkusen und der FSV Mainz 05 erweckten mit jeweils zwei Treffern internationale Aufmerksamkeit.

Besonders im Fokus steht nach der Vorrunde aber ein Mainzer Profi, der noch nicht ins Schwarze traf. Junior Diaz ist einer der Schlüsselspieler vom Überraschungsteam aus Costa Rica. Der Linksverteidiger der Rheinhessen bereitete nicht nur den 1:0-Siegtreffer gegen Italien mit einer maßgeschneiderten Flanke vor, sondern hatte auch die meisten Ballkontakte aller Spieler der Zentralamerikaner in der Vorrunde (175). Darüber hinaus gewann er starke 60 Prozent seiner Zweikämpfe. Ein erstklassiger Auftritt Made in Germany. Einer von so vielen beim Turnier in Brasilien. Die WM 2014 kommt einem nicht mehr spanisch vor. Es wird deutsch gesprochen an der Spitze des Weltfußballs

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