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International

01.07.2014 - 00:52 Uhr


DFB-Elf zittert sich dank Schürrle ins Viertelfinale

Deutschland setzt sich mit etwas Mühe in der Verlängerung gegen Algerien durch und trifft im Viertelfinale auf Frankreich

Nach dem Treffer von Andre Schürrle sorgt Mesut Özil (l.) mit dem 2:0 für die Vorentscheidung

Christoph Kramer (l.) kommt in der Verlängerung zu seinem WM-Debüt

Bester DFB-Akteur ist Torwart Manuel Neuer, der immer wieder als eine Art Libero eingreifen muss

Porto Alegre - Andre Schürrle und der überragende Manuel Neuer haben die deutsche Nationalmannschaft vor dem vorzeitigen WM-Aus bewahrt. Schürrle erzielte im Achtelfinale gegen Algerien in der 92. Minute nach einer über weite Strecken mäßigen Leistung des haushohen Favoriten per Hacke das erlösende Führungstor beim 2:1 (0:0)-Zittersieg nach Verlängerung. Mesut Özil traf zum 2:0 (119.), Abdelmoumene Djabou gelang noch der Anschlusstreffer (120.+2).

Matchwinner war aber vor allem Neuer. In zahlreichen Situationen während der regulären Spielzeit verhinderte er einen Rückstand und führte seine phasenweise unkonzentrierte Hintermannschaft als "Libero" in ihr achtes WM-Viertelfinale in Folge.

Schürrle: "Wir hätten es lieber anders geregelt"

"Wir hätten das auch lieber anders geregelt, aber die Algerier haben das gut gemacht. Uns ist aber egal, wie - wir sind froh dass wir im Viertelfinale stehen", sagte Schürrle sichtlich erleichtert, und Kapitän Philipp Lahm fügte hinzu: "Wir mussten alles in die Waagschale werfen, aber ich habe schon vor dem Spiel gesagt, dass es das ist, was uns erwarten würde. In der zweiten Halbzeit hatten wir große Chancen, da hätten wir den Sack zumachen müssen."

Die deutsche Mannschaft hatte von Beginn an enorme Schwierigkeiten gegen die Nordafrikaner, die beide bisherigen Duelle mit der DFB-Elf gewannen, 1982 bei der WM in Spanien (2:1) und 18 Jahre zuvor (2:0).

Neuer im Mittelpunkt

Gegen die wie erwartet defensiv aufgestellten Algerier fand die DFB-Elf keine Mittel und geriet ihrerseits immer wieder unter Druck. Die Ideen von Bastian Schweinsteiger, der den Vorzug vor Sami Khedira erhalten hatte, brachten keinerlei Ertrag.

Dafür stand Neuer immer wieder im Mittelpunkt. Der Bayern-Schlussmann, der schnell keinem einzigen seiner verunsicherten Vorderleute mehr trauen konnte, klärte schon in der Anfangsphase zweimal in höchster Not weit vor seinem Tor (9. und 28. ).

Algerien leistet Gegenwehr

Zunächst sorgte Sofian Feghouli (10.) mit seinem Schuss von halbrechts für Gefahr, dann traf sogar Slimani per Kopf (17.), allerdings aus Abseitsposition, was auch Schiedsrichter Sandro Ricci (Brasilien) bemerkte.

Und Algerien drückte weiter. Nachdem Neuer einen Patzer von Per Mertesacker in höchster Not ausgebügelt hatte, strich ein von Boateng abgefälschter Schuss von Mehdi Mostefa nur knapp am deutschen Tor vorbei (39.).

Erst in der 41. Minute gab es die erste Großchance für den Favoriten. Einen Schuss von Toni Kroos ließ Mbohli nach vorne abprallen, war dann aber beim Nachschuss von Mario Götze zur Stelle.

Joker Schürrle kommt zur Pause

Löw hatte seine Startelf notgedrungen umbauen müssen, weil Mats Hummels mit einem grippalen Infekt kurzfristig ausfiel. Für den Dortmunder rückte Jerome Boateng in die Zentrale, auf rechts spielte WM-Neuling Shkodran Mustafi.

Löw reagierte und brachte Schürrle für den wirkungslosen Götze, und der Angreifer vom FC Chelsea sorgte mit einem abgefälschten Schuss knapp neben das Tor (47.) gleich für Gefahr.

Philipp Lahm scheiterte mit seinem platzierten Schuss an Mbolhi (55.). In der 70. Minute musste Mustafi mit einer Muskelverletzung vom Feld, Khedira kam ins Spiel, und Kapitän Lahm rückte auf die rechte Seite der Viererkette.

Die erste Aktion nach dem Wechsel hatte wieder Neuer, der bei einem langen Ball erneut in Libero-Manier Kopf und Kragen riskierte (72.).

Deutschland vergibt Chance um Chance

Schweinsteiger per Kopf (78.) nach einer Flanke von Thomas Müller vergibt die Führung. Zunächst scheiterte Müller (80.) per Kopf am glänzenden Mbohli, dann verfehlten Höwedes (81.) per Kopf, Müller nach einer schönen Einzelaktion (82.) und Schweinsteiger (89.) die Führung knapp. Zwischenzeitlich musste wieder Neuer als letzter Mann außerhalb seines Strafraums bei einem Konter der Algerier Schlimmeres verhindern.

In der Verlängerung erwischte die DFB-Elf einen Blitzstart, Müller bereitete den sehenswerten Treffer Schürrles vor. Doch die Abwehr blieb anfällig. In der 102. Minute erzielte Mostefa nach einem Khedira-Fehler beinahe das 1:1.

Hier gibt es den Live-Ticker zum Spiel zum Nachlesen

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