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06.06.2014 - 11:06 Uhr


Algerien im Porträt

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Verband: Fédération Algérienne de Football (FAF)

Gegründet: 1962

FIFA-Mitglied seit: 1963

Bisherige WM-Teilnahmen: 3

WM-Erfolge: 3. Platz Gruppenphase (1982)

Geschichte des Fußballs in Algerien:

Am 5. Februar 1897 waren es europäische Einwanderer, die in Oran, der heute zweitgrößten Stadt des Landes, den ersten Fußball-Club in Algerien gründeten: Club Athlétique d’Oran. Im Jahr 1911 hoben die französischen Besatzer mit der Nordafrikanischen Meisterschaft eine Art Ligabetrieb aus der Taufe, an der neben den algerischen Clubs auch Mannschaften aus Marokko und Tunesien teilnahmen. 1920 wurden in den Regionen Oran, Algiers und Constantine Sieger ermittelt, die an der Meisterschaft teilnehmen durften. 1957 versammelte die nationale Befreiungsfront zwar schon ein erstes Nationalteam - die Premiere wurde mit 2:1 gegen Tunesien gewonnen - doch erst mit der Erklärung der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahr 1962 entwickelte sich der Fußball in Algerien so richtig. Die höchste Spielklasse Algeriens wurde am 21. Oktober gegründet. 1963 folgte der Beitritt zur FIFA. Das erste offizielle Länderspiel fand gegen Bulgarien statt und endete erfolgreich 2:1. Die "Wüstenfüchse" tragen ihre Länderspiele in der Hauptstadt im "Stadion des 5. Juli 1962", benannt nach dem Tag der Unabhängigkeitserklärung, aus.

WM-Geschichte:

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2010 ärgerten die "Wüstenfüchse" England

Algeriens WM-Premiere 1982 war gleich ein Paukenschlag. Zum Auftakt wurde Deutschland 2:1 geschlagen. Die 2. Runde schien in Sicht. Doch der "Nichtangriffspakt von Gijon", bei dem Deutschland und Österreich nach dem 1:0 des DFB-Teams den Ball bis zum Ende nur noch hin- und herspielten, bedeutete in der Gruppe das Aus - Deutschland und Österreich kamen aufgrund des besseren Torverhältnisses weiter. 1986 folgte der nächste Anlauf, doch Brasilien (0:1) und Spanien (0:3) waren zu stark, selbst gegen Irland reichte es nur zu einem Remis. Algerien beendete die WM genauso als Gruppenschlusslicht wie viele Jahre später bei der WM 2010 in Südafrika. Immerhin: In Cape Town gelang mit dem 0:0 gegen England ein Achtungserfolg, gegen Slowenien und die USA wurde aber mit 0:1 verloren.

Star und Trainer:

Sofiane Feghouli träumte eigentlich von einer erfolgreichen Karriere in der französischen Nationalmannschaft. Doch der damalige Trainer Raymond Domenech zählte nicht auf die Künste des Mittelfeldspielers des FC Valencia. Eine schwere Knieverletzung bremste die Karriere des 24-Jährigen zudem für ein halbes Jahr aus. So debütierte Feghouli im Februar 2012 in der algerischen Nationalmannschaft. Und seitdem zieht er die Fäden als Zehner bei den "Wüstenfüchsen". Seine Ideen sollen Algerien helfen, erstmals die Gruppenphase zu überstehen. Für die taktische Marschrichtung sorgt seit Juli 2011 Trainer Vahid Halihodzic. Für den 61-Jährigen ist es die erste WM-Teilnahme, nachdem er sich 2010 zwar mit der Elfenbeinküste qualifiziert hatte, sich dann aber kurz vor dem Turnier mit dem Verband der Ivorer überwarf. Als Vereinstrainer war der Bosnier unter anderem schon für Paris Saint Germain, Dinamo Zagreb und Trabzonspor verantwortlich.

Algerien und die Bundesliga:

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Karim Matmour spielt aktuell in Kaiserslautern

Die Zahl der algerischen Fußballer in der Bundesliga und 2. Bundesliga ist überschaubar. Gerade einmal neun Profis kamen bislang zum Zug. Der bekannteste von ihnen ist wohl Karim Matmour, der seit 2004 in Deutschland spielt und für Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt 101 Mal in der Bundesliga auflief (fünf Tore). Derzeit schnürt er die Fußballschuhe für den 1. FC Kaiserslautern in der 2. Bundesliga. Dort war er zudem noch für den SC Freiburg und die SGE aktiv. Seine Bilanz dort bis heute: 139 Spiele, 19 Tore. Mit den größten Vorschusslorbeeren wechselte 2009 Karim Ziani nach Deutschland. Er galt als Volksheld in Algerien und war Denker und Lenker der "Wüstenfüchse". Doch die Verbindung mit dem VfL Wolfsburg klappte von Anfang an nicht. Nach eineinhalb Jahren und lediglich 15 Einsätzen in der höchsten deutschen Spielklasse wechselte der kleine Dribbler in die Türkei. Diese neun Algerier sind oder waren neben Matmour und Ziani bislang in der Bundesliga und 2. Bundesliga am Ball: Chadli Amri, Mohamed Amine, Amine Aoudia, Habib Bellaid, Karim Benyamina, Noureddine Daham, Ahmed Madouni und Anthar Yahia.

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