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17.06.2014 - 13:04 Uhr


Van Buyten: "Geheimfavorit? Auf jeden Fall"

Bayerns Daniel van Buyten traut seinen Belgiern bei der WM einiges zu

In der Elf der "Roten Teufel" ist der Abwehrhüne (hintere Reihe, 3.v.l.) der große Routinier des ansonsten sehr jungen Teams

Die sportliche Zukunft nach der WM ist für van Buyten noch unklar. Nach eigenen Angaben wird er seine Karriere in der Nationalmannschaft nach der WM beenden

Nach acht Jahren und vier Meistertiteln, vier Pokalsiegen, dem Champions-League-Triumph und dem Gewinn des Weltpokals verlässt van Buyten (l.) den FC Bayern

München - Daniel Van Buyten wird nach der Weltmeisterschaft in Brasilien seine Karriere als Nationalspieler beenden. Mit 36 will der Innenverteidiger des FC Bayern München, dessen Vertrag nicht verlängert wurde, mit den "Diables Rouges" (Roten Teufeln) soweit wie möglich kommen. Zum Auftakt treffen die Belgier am Dienstagvorabend auf Algerien.

Im Interview mit bundesliga.de spricht van Buyten über die Gründe seines Rücktritts nach der WM, seine Ambitionen und die Stärken seines Nationalteams.

bundesliga.de: Herr Van Buyten, welches Ziel haben Sie sich mit der belgischen Nationalmannschaft für diese WM gesteckt?

Daniel van Buyten: Für eine Mannschaft, die seit zwölf Jahren keine Weltmeisterschaft mehr bestritten hat, ist es wieder ein tolles Gefühl bei einer WM-Endrunde dabei zu sein. Wir haben Ambitionen und wollen diese Gruppenphase überstehen. Das ist unser primäres Ziel. Danach werden wir schon sehen, auf welchen Gegner wir treffen würden.

bundesliga.de: Denken Sie dabei an Deutschland?

Van Buyten: Ja, wenn es soweit kommen sollte, dann würde auf uns eine Herkules-Aufgabe warten, denn diese DFB-Elf halte ich für bärenstark. Sie ist der Top-Favorit in diesem Turnier. Insofern wäre es schwer für uns, auch wenn wir nicht chancenlos wären. Aber es geht es darum, erst einmal das Achtelfinale zu schaffen, denn ein anderes Ergebnis wäre eine Blamage. Ich will gar nicht an ein eventuelles Halbfinale denken, sondern einfach versuchen, die ersten Spiele für uns zu entscheiden.

bundesliga.de: Sind Sie damit einverstanden, dass Belgien als einer der größten Geheimfavoriten gilt?

Van Buyten: Auf jeden Fall. Viele unserer Spieler spielen bei europäischen Top-Clubs: wie Vincent Kompany bei Manchester City, Tomas Vermaelen bei Arsenal London, Eden Hazard bei Chelsea oder Marouane Fellaini bei Manchester United. Insofern haben wir eindeutig die Fähigkeiten, für eine Überraschung zu sorgen und lange im Turnier zu bleiben.

bundesliga.de: Was macht konkret dieses belgische Team 2014 so stark?

Van Buyten: Unser Kollektiv und unser Zusammenhalt. Außerdem die vielen Talenten, die jetzt immer besser werden wie zum Beispiel Kevin De Bruyne, Eden Hazard oder Romelu Lukaku. Sie sind alle durch ihre Schnelligkeit, ihre technische Raffinesse und ihren starken Abschluss jederzeit in der Lage, für die Entscheidung zu sorgen. Das ist eine wichtige Waffe, vor allem, wenn die Spiele ausgeglichen sind, was ja oft vorkommt. Dazu ist unsere Abwehr solide und kompakt mit erfahrenen Spielern wie Kompany, mir und unserem Torhüter Thibaut Courtois, der gerade bei Atletico Madrid eine tolle Saison absolviert hat. Die Mischung stimmt, das ist es, was uns so unberechenbar macht. Dazu kommt, dass wir besonders bei Standardsituationen brandgefährlich sind, weil wir vor allem in der Luft sehr stark sind. Die Hälfte unserer Tore wird durch einen Eckball oder einen Freistoß erzielt.

bundesliga.de: Sie sind 36. Was bedeutet diese WM-Teilnahme für Sie persönlich?

Van Buyten: Das ist auf jeden Fall das i-Tüpfelchen. Ich habe meine Laufbahn in der Nationalmannschaft mit der WM 2002 begonnen und schließe sie ebenfalls mit einer WM ab. Besser könnte es also nicht sein. Ich habe schon länger entschieden, nach diesem Turnier mit Belgien aufzuhören, auch wenn die Europameisterschaft in Frankreich in zwei Jahren reizvoll gewesen wäre. Aber man sollte nicht übertreiben (lacht).

bundesliga.de: Wer wird Weltmeister?

Van Buyten: Wie gesagt, sehe ich Deutschland ganz weit vorne, aber auch die Süd-Amerikaner wie Brasilien, Argentinien und Chile. Dieses Team hat mich im Februar in Stuttgart gegen Deutschland sehr beeindruckt. Aber wer weiß, vielleicht schafft ein kleines Land ja die Riesen-Sensation (lacht)

Das Gespräch führte Alexis Menuge

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