Europa League

25.02.2016 - 10:11 Uhr


Weinzierl: Weihnachten und Geburtstag an einem Tag

Im Hinspiel lieferten sich die Mannschaften eine Partie auf Augenhöhe

Im Abschlusstraining stimmt sich der FC Augsburg auf den Gegner ein

Liverpool - Nicht nur Fußballgeschichte einatmen, sondern auch den großen Traum erfüllen. Der FC Augsburg geht voller Selbstvertrauen in das Europa League-Rückspiel beim FC Liverpool (heute Abend, 19 Uhr). An der legendären Anfield Road wollen die Augsburger die Sensation schaffen und das Team des deutschen Trainers Jürgen Klopp ausschalten. Sowohl Klopp als auch FCA-Trainer Markus Weinzierl plagen hingegen Verletzungssorgen.

"Alles was noch laufen kann, ist mit nach Liverpool gereist", erklärte Weinzierl im rotgetünchten Presseraums des FC Liverpool am Mittwochabend. Das Stadion "Reds" an der Anfield Road ist gerade eine große Baustelle, an der Außenfassade der Haupttribüne "The Main Stand" wird fleißig gewerkelt. Auch FCA-Coach Weinzierl muss am Donnerstag kräftig improvisieren und Umbaumaßnahmen durchführen. Daniel Baier reiste zwar mit in den Nordwesten Englands, er wird aber definitiv ausfallen (Haariss am Sprunggelenk). Jeong-Ho Hong, Piotr Trochowski und Dong-Won Ji (krank) blieben ebenso in Deutschland, wie Markus Feulner, der unter der Woche bereits erfolgreich operiert wurde nach seinem Jochbeinbruch in Hannover. Bei Raul Bobadilla sieht es jedoch etwas besser aus. Er machte das Abschlusstraining mit und könnte zumindest als Joker eine Alternative sein.

Klopp: "Alle haben das League-Cup-Finale im Sinn"

Auch Jürgen Klopp hat längst nicht alle Mann an Bord. Am Mittwoch trainierten zwar Dejan Lovren, Joe Allen und Adam Lallana zwar mit der Mannschaft, die Partie gegen Augsburg kommt für das Trio aber noch zu früh. Neben der Verletztenliste hat der Deutsche aber noch ein ganz anderes Problem zu managen. Der FC Liverpool könnte am Sonntag im Wembley Stadion den Carling Cup (Liga-Pokal) gewinnen. Im Endspiel trifft der LFC auf Manchester City. Es ist die erste Titelchance für Klopp seit er im Herbst bei den "Reds" angeheuert hat. Der Coach gab am Mittwoch zu, dass die Spieler "alle das Finale im Sinn" hätten. Auf ihn selbst träfe das nicht zu, er können sich fokussieren. Ob sich das Team auf das Duell mit Augsburg einlassen kann, müsse man sehen. "Wir dürfen das nicht einfach abschenken, weil wir am Wochenende ein Finale haben - dann haben wir den Titel nicht verdient. Wir müssen alles geben", erklärte Klopp. "Das Leben ist fair: Wenn du alles gibt, bekommst du zwar nicht immer alles - aber nur dann hast du die Chance, überhaupt etwas zu bekommen. Wenn man den zweiten Schritt vor dem ersten machen will, fällt man immer hin", wurde der ehemalige BVB-Coach philosophisch.

Weinzierl: "Sind hierher gekommen, um zu gewinnen"

An die große Chance sein "eigenes" Endspiel an der Anfield Road zu gewinnen, glaubt FCA-Trainer Markus Weinzierl. "Wir sind hierher gekommen, um zu gewinnen und eine Runde weiterzukommen. Ich brauche keinen meiner Spieler zu motivieren. Jeder brennt für diese Partie und wir werden alles für den Erfolg tun. Für uns ist jetzt Weihnachten und Geburtstag zusammen." Auch für Tobias Werner, dem dienstältesten FCA-Spieler, geht in Fußballertraum in Erfüllung: "Es ist unglaublich für mich, hier spielen zu dürfen, die Atmosphäre und Tradition machen mir keine Angst. Im Gegenteil: Wir werden mit breiter Brust auftreten und lassen uns nicht einschüchtern. Ich hätte mir nie im Leben träumen lassen, einmal hier zu sein. Aber durch unsere Leistungen in der vergangenen Saison haben wir uns dieses Highlight verdient."

FCA erwartet aktiveren FC Liverpool als im Hinspiel

Mit welchem Matchplan Weinzierl sein Team am Donnerstagabend, 18 Uhr Ortszeit, auf den Rasen schicken will, verriet er selbstredend nicht, doch er erwarte die Nordengländern offensiver als in Augsburg. "Ich denke, dass sich der FC Liverpool um einiges aktiver präsentieren wird als im Hinspiel und mit Sicherheit alles auf ein frühes Tor setzen wird. Wir sind uns aber unserer eigenen Stärken bewusst und wissen um die Ausgangslage. Machen wir ein Tor, muss der LFC mindestens zweimal treffen." Übrigens: Noch keine deutsche Mannschaft konnte jemals an der Anfield Road ein Pflichtspiel gewinnen. Ein 1:1 oder 2:2 würde den Augsburgern allerdings auch schon reichen.

Liverpool geht ausgeruht ins Rückspiel

Im Gegensatz zu den Augsburgern, die in der Bundesliga am Sonntagabend noch in Hannover spielen mussten, hatte Klopps Team am Wochenende spielfrei. Nach den anstrengenden Wochen in den vergangenen Monaten konnte sich die Mannschaft regenerieren, das sei "sehr wichtig" gewesen, erklärte Klopp. "Wer es am Donnerstagabend mehr will, wird in die nächste Runde einziehen", orakelte der 48-Jährige.

Aus Liverpool berichtet Alexander Barklage

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