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International

14.07.2014 - 15:00 Uhr


Neuer in einer Reihe mit Turek, Maier und Illgner

Torhüter Manuel Neuer überzeugte bei der WM in Brasilien vom Anfang bis zum Ende (© Imago)

Auch im Finale gegen Argentinien agierte der 28-Jährige (M.) souverän. Nur in einer Szene hatte er Glück, als er zuerst den Ball spielte und danach Angreifer Gonzalo Higuain (r.) zu Fall brachte (© Imago)

Neuer (v.) wurde von der Technical Study Group der FIFA zum besten Keeper des Turniers gewählt (© Imago)

Rio de Janeiro - Rodrigo Palacio konnte es nicht glauben. Ein Stellungsfehler von Mats Hummels, und plötzlich stand der argentinische Stürmer frei vor dem deutschen Tor, auf dem besten Wege zum Führungstreffer im WM-Finale. Er hatte den Fußball-Himmel vor Augen, bis da plötzlich dieser Schrank vor Palacio stand. Manuel Neuer baute sich vor ihm auf, und Palacio war nur noch zu einem verschreckten Heber in der Lage. Der Ball flog neben das Tor.

Die Aura des Unbezwingbaren fiel erst nach Schlusspfiff, als Neuer seine Handschuhe bereits abgelegt hatte. Da kullerten dem großen Keeper dicke Tränen der Freude über das jugendliche Gesicht. "Ich weiß nicht, wie lange wir feiern, aber wir werden jetzt immer mit einem Grinsen aufstehen", sagte er wenig später selig als vierter deutscher Weltmeister-Torhüter nach Toni Turek, Sepp Maier und Bodo Illgner.

Neuer schafft die Krönung

Er steht nicht nur wegen des größten aller Titel in einer langen Reihe legendärer deutscher Torwarte. Es gibt eine Szene bei der WM 2002, die der damals 16-jährige Neuer als Nachwuchstorwart bei Schalke 04 vermutlich gesehen hat. Im letzten deutschen Gruppenspiel läuft ein Angreifer Kameruns beim Stand von 0:0 alleine auf Oliver Kahn zu. Je näher er dem Tor kommt, desto zögerlicher wird er, am Ende schießt er dem bei diesem Turnier überragenden Keeper den Ball kraftlos auf die Brust - er scheiterte am Titan und dessen Aura.

Das Ende der Geschichte von 2002 ist bekannt, Kahn verpasste die Krönung als Weltmeister auch wegen seines einzigen Fehlers. Neuer schaffte sie zwölf Jahre später, weil er keinen Fehler machte. Schon längst spukt es auch in den Hinterköpfen der Spieler, die auf Neuer zustürmen und von der Aura des vielleicht besten Torhüter der Fußball-Geschichte verunsichert sind.

Bester Keeper der WM

Philipp Lahm hat während der WM eine vielsagende Aussage zu seinem Keeper getätigt. "Ich muss mich doch jetzt nicht jedes Mal hier hinstellen und sagen, dass der Manu weltklasse ist. Das weiß ich schon länger", sagte der DFB-Kapitän fast genervt. "Der Manu" ist sogar so gut, dass die Technical Study Group der FIFA ihn mit dem Goldenen Handschuh als besten Keeper der WM auszeichnete.

Zum einen wegen seiner starken Leistungen als Torhüter, vor allem in den Spielen gegen Frankreich und Brasilien. Zum anderen, weil er gegen Algerien als "Manu, der Libero" nebenbei noch den besten Feldspieler seines Teams gab. So werden Legenden gebildet.

Unglückliche Aktion gegen Higuain

Zwei Schüsse musste Neuer im WM-Finale 2014 abwehren, gefährlich war keiner. In den spielentscheidenden Situationen setzten Gonzalo Higuain, der viermalige Weltfußballer Lionel Messi und eben Palacio die Bälle am Tor vorbei - weil sie wussten, dass sie es ganz genau machen mussten, um ihn bezwingen zu können.

Einzig in einer Aktion hatte Neuer etwas Glück. Bei seiner waghalsigen Klärungsaktion gegen Higuain in der 57. Minute hätte es Elfmeter geben können. Dabei gehören Szenen wie diese zum riskanten Spiel Neuers. Er erstickt so viele gefährliche Momente im Ansatz, was bei seinen Gegenspielern einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

WM 2014

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