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16.11.2013 - 18:42 Uhr


Falsche Neun - die richtige Wahl?

Wo ist hier die falsche Neun? Gegen Italien durfte Mario Götze (l.) vorne ran. Andre Schürrle (M.) ist nur von der Tikotnummer her ein Neuner, Thomas Müller spielte die Position bereits bei den Bayern (© Imago)

Götze agierte in Mailand glücklos als Zentrumsstürmer - in Abwesenheit von Miroslav Klose und Mario Gomez, die beide verletzt fehlen

Für Marco Reus (2.v.l., mit Sven Bender) und Mesut Özil lief es nach Götzes Auswechslung auch nicht besser in der Spitze

Mailand/London - Ist die "falsche Neun" die richtige Wahl? Die Taktik ohne echten Stürmer sorgte sieben Monate vor der WM auch nach dem 1:1 (1:1) im Klassiker in Mailand gegen Italien wieder einmal für Diskussionen, nachdem die Variante mit Mario Götze in vorderster Front wenig Wirkung gezeigt hatte.
Am Dienstag (ab 20:45 Uhr im Live-Ticker) im Jubiläumsspiel in London gegen England wird Bundestrainer Joachim Löw möglicherweise wieder umstellen und in Abwesenheit der verletzten Torjäger Miroslav Klose und Mario Gomez auf Max Kruse setzen. Der Gladbacher ist der einzige nominelle Angreifer im Kader der DFB-Auswahl.

"Wir waren nicht so oft im Strafraum"



"Wir waren nicht so oft im Strafraum, wie wir es wollten. Es ist schwer zu sagen, ob es daran lag, dass wir keinen Stürmer hatten", sagte Thomas Müller zur Taktik der DFB-Auswahl in San Siro. Man müsse daran "noch ein bisschen feilen".

Auch Löw war vom Offensivspiel der DFB-Auswahl nicht sonderlich überzeugt. "Vorne hatten die Spieler sehr viel Arbeit, sie mussten das Geschehen von unserem Tor weghalten. Wir hatten zwar ein spielerisches Übergewicht, es ist uns aber nicht so gelungen, in den Sechzehner einzudringen. Da hätten wir insgesamt mehr machen müssen", urteilte der 53-Jährige.

Explizit Kritik an Götze wollte er nicht üben. Doch der 21-Jährige stand gegen die resoluten Italiener oft auf verlorenem Posten. Torgefahr strahlte der Münchner überhaupt nicht aus, auch sonst konnte er wenig Akzente setzen. Bezeichnenderweise fiel das einzige Tor der deutschen Elf nach einer Standardsituation, und dies auch noch durch Verteidiger Mats Hummels (8.).

Götze fehlt die Leichtigkeit



Kapitän Philipp Lahm tat sich mit einer Einschätzung über die Taktik ohne echten Stürmer ebenso wie Müller schwer. "Miro und Mario sind verletzt, da haben wir nicht so viele Optionen. Zuletzt in Frankreich hat dies in der Schlussphase gut funktioniert", äußerte der 30-Jährige, räumte aber ein, dass man in diesem System "nicht hoch in den Strafraum spielen kann".

Ob dies auch eine Variante für die in sieben Monaten beginnende WM in Brasilien sein könnte, werde man sehen, führte Lahm weiter aus: "Das ist auch vom Gegner abhängig - kommt man über Flanken oder kann man sich durch die Mitte spielen."

Götze, der sich nach langer Verletzungspause schwer tut, die Leichtigkeit in seinem Spiel zurückzugewinnen, wollte auf die Diskussionen nicht eingehen. "Man sollte dies nicht so an den Positionen festmachen. Wir sind flexibel. Es müssen nur die Räume besetzt sein", sagte der 21-Jährige.

Özil und Reus ebenfalls glücklos



In der 60. Minute war für Götze Schluss, dann kam der zuletzt grippekranke Mesut Özil. Doch auch der Star vom FC Arsenal mühte sich in vorderster Front im Wechsel mit Marco Reus und Müller vergebens, die italienische Defensive ins Wanken zu bringen. Özil, Müller und Reus sind neben Götze auch die Akteure, die für Löw die Rolle der "falschen Neun" ausfüllen können.

Doch weiterhin hat die deutsche Elf bis auf die von Lahm angesprochene Schlussphase im Spiel in Frankreich im Februar (2:1) oder in den Duellen gegen die zweitklassigen Kasachen im März (3:0 und 4:1) Probleme mit der Umsetzung des Systems. "Die Tore sprechen für Miro und Mario", meinte deshalb Toni Kroos, fügte aber auch an: "Spiele werden heutzutage im Mittelfeld entschieden. Es ist ein Option dort mehr Dominanz zu schaffen."
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