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14.05.2014 - 16:55 Uhr


DFB-Team vor heißer Phase: "Jetzt geht's richtig los"

Christoph Kramer gehörte beim torlosen Länderspiel gegen Polen zu den großen Gewinnern im DFB-Team

Während der Mittelfeldspieler von Borussia Mönchengladbach nun mit ins WM-Trainingslager in Südtirol fahren darf, wurde Andre Hahn (r.) aus dem Aufgebot gestrichen

Bis zum Turnierbeginn erwartet Bundestrainer Joachim Löw einen Konkurrenzkampf um die Plätze: "Ich will sehen, dass die Spieler um ihr WM-Ticket kämpfen"

Hamburg - Nun ist es offiziell: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hat Bundestrainer Joachim Löw die 30 Namen des vorläufigen Kaders für die Weltmeisterschaft in Brasilien an die FIFA übermitteln lassen. 27 dieser Spieler nehmen auch am Trainingslager des DFB-Teams teil, das vom 21. bis 31. Mai in Südtirol stattfindet (Meldung).

Etwas überraschend ist Borussia Mönchengladbachs Christoph Kramer dabei, der bislang nicht in den Auswahllisten aufgetaucht war. Mit einer überzeugenden Vorstellung im torlosen Freundschaftsspiel gegen Polen (Spielbericht) bewegte der 23-Jährige Löw jedoch dazu, ihn mitzunehmen und dafür auf seinen zukünftigen Vereinskollegen Andre Hahn (FC Augsburg) zu verzichten.

"Christoph Kramer hat in Training und Spiel einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Er war sehr präsent in den Zweikämpfen und ist viele Wege gegangen", begründete der Bundestrainer die Entscheidung zugunsten des defensiven Mittelfeldspielers. 

Kramer überzeugt

Tatsächlich stach Kramer aus einer Rekord-Elf heraus: Der 1,89-Meter-Mann war in Hamburg einer von gleich zwölf Debütanten, die ihren Einstand im Trikot mit dem Adler auf der Brust feierten. Dabei zeigte Kramer von Beginn an, dass er Verantwortung übernehmen will. Am Ende gewann er genau wie Sebastian Rudy 15 Zweikämpfe, hatte nach Shkodran Mustafi mit 101 die zweitmeisten Ballkontakte und glänzte mit einer erfolgreichen Passquote von 91 Prozent.

In der mit einem Altersdurchschnitt von 21,45 Jahren bisher jüngsten deutschen Startelf der 106-jährigen Länderspiel-Geschichte sorgten zwar auch die Schalker Talente Max Meyer und Leon Goretzka für Lichtblicke, sie sind vorerst aber genauso vom Italien-Trip ausgeschlossen wie der Hamburger Marcell Jansen. Das Trio ist aber weiter im vorläufigen WM-Kader dabei.

Löw zeigt sich zufrieden

"Der Auftritt dieser jungen Mannschaft hat mir insgesamt sehr gut gefallen, das Spiel hat mir viele positive Aufschlüsse gegeben. Gerade Spielern wie Leon Goretzka und Max Meyer gehört die Zukunft. Sie sind noch jung, haben noch viele Möglichkeiten, große Turniere zu spielen“, erklärte Löw.

Wenn das Trainerteam in wenigen Tagen im Passeiertal die heiße Phase einläutet, werden auch wieder die Spieler des FC Bayern München und Borussia Dortmund am Ball sein, die gegen Polen fehlten, weil sie am Samstag noch im DFB-Pokalfinale ranmüssen. Insgesamt stoßen dann 20 Stammkräfte wieder zum DFB-Tross dazu.

"Es muss einen Konkurrenzkampf geben"

Und Löw erwartet in den Bergen einiges von seinen Kickern. "Es muss auf einigen Positionen einen Konkurrenzkampf geben. Ich will sehen, dass die Spieler um ihr WM-Ticket kämpfen", sagte er. Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff drückte es einfacher aus: "In Südtirol geht's richtig los."

Und vielleicht kann sich auch Kramer dort so sehr in den Vordergrund spielen, dass Löw ihn am 2. Juni in den offiziellen WM-Kader beruft. Einen Tag zuvor im Freundschaftsspiel gegen Kamerun (DFB-Fahrplan) müssen  aber alle noch einmal Vollgas geben, wenn sie in Brasilien dabei sein wollen.

Michael Reis

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