offizielle Webseite

Liveticker

Nationalmannschaft

03.06.2013 - 09:54 Uhr


USA-Reise des DFB-Teams: Wenig Licht und viel Schatten

Enttäuschendes Ergebnis: Mit Blick auf die WM 2014 wollte Bundestrainer Joachim Löw auf der USA-Reise einigen Spielern aus der zweiten Reihe eine Bewährungschance geben, die aber nur wenige zu nutzen wussten

Beim 3:4 gegen die Gastgeber machte Marc-Andre ter Stegen im Tor keine glückliche Figur. Dem 21-Jährigen unterlief unter anderem ein kurioses Eigentor

Der Gewinner der Testspiele in Übersee ist Max Kruse (l.), dem gegen die USA in seinem zweiten Länderspiel sein erster Treffer gelang

Hamburg - Der Plan von Joachim Löw ist aufgegangen. In den Testspielen gegen Ecuador und die USA wollte der Bundestrainer Erkenntnisse über die Spieler aus der zweiten Reihe sammeln, um seinem Kader im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2014 langsam Gestalt zu geben. Das Problem war aber das Ergebnis: Denn nur wenige Spieler haben diese Chance auch wirklich genutzt.
Nach dem 4:2 gegen die Südamerikaner am Mittwoch folgte ein 3:4 gegen die Gastgeber am Sonntag in Washington. Und am Ende gab es einen großen Gewinner: Max Kruse vom SC Freiburg, der in der kommenden Saison für Borussia Mönchengladbach auf Torejagd gehen wird.

Der flinke Angreifer überzeugte in beiden Testspielen und war gerade in der Partie gegen die USA nach seiner Einwechslung dafür verantwortlich, dass die Niederlage noch glimpflich ausfiel. "Wir sind froh, dass es nicht 1:4 ausgegangen ist. Das wäre eine Blamage gewesen. Ein 3:4 ist für uns aber auch einfach zu wenig", analysierte der 25-Jährige.

Kruse sticht heraus



Ein Sonderlob bekam Kruse von Löw. "Er hat mich auf jeden Fall überzeugt. Er war immer anspielbar und torgefährlich. Ein Unruheherd. Mit ihm war immer Gefahr vor dem Tor. Max Kruse hat sich Klasse eingefügt", erklärte der Bundestrainer.

Neben Kruse drängte sich ansonsten nur noch Torwart Rene Adler vom Hamburger SV auf, dessen Platz als Nummer 2 hinter Manuel Neuer aber eh schon in Stein gemeißelt war. Gladbachs Marc-Andre ter Stegen patzte im Nationaltrikot dagegen wieder einmal.

"Das darf uns nicht passieren"



Ob Innenverteidigung, die Außenbahnen, das zentrale Mittelfeld oder die Kreativabteilung: Überall wechselte sich in den 180 Test-Minuten Licht mit sehr viel Schatten ab. Vor allem gegen die USA wurde das deutlich. "Der Gegner war das ein oder andere Prozent giftiger. Wir sind einfach nicht richtig ins Spiel gekommen und haben sehr viele Fehler gemacht", haderte Löw mit seinen Kickern.

Benedikt Höwedes übte Selbstkritik. "Das waren Fehler, die sind einfach stümperhaft. Das darf uns so nicht passieren", meinte der Kapitän des FC Schalke 04. Immerhin: "Wir haben aber Moral gezeigt und sind gut zurückgekommen."

Stammspieler kehren zurück



Die Nationalspieler haben nun ein paar Wochen Zeit, um im Urlaub zu regenerieren und neue Kräfte für die anstehende Saison zu sammeln. Das nächste Länderspiel findet am 14. August in Kaiserslautern gegen Paraguay statt. Bei diesem erneuten Testspiel werden sich viele der USA-Reisenden aber wohl nicht mehr auf der Teilnehmerliste wiederfinden. Denn dann sind die vermeintlichen Stammspieler vom FC Bayern München, von Borussia Dortmund und Real Madrid wieder am Ball.

Auch Kruse hat sehr gute Chancen, erneut berufen zu werden. Soweit wollte er aber noch nicht vorausschauen. "Ich war froh, dass ich zehn Tage dabei sein durfte und sogar zwei Mal zum Einsatz kam. Alles weitere wird man dann nach der Sommerpause sehen", so der Offensivallrounder.

Michael Reis
Verwandte Artikel
Nationalmannschaft
Wettbewerbe

© 2014 DFL Deutsche Fußball Liga GmbH