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Nationalmannschaft

07.02.2013 - 11:29 Uhr


Stark gestartet und den Fluch besiegt

Jubel zum Start: Die DFB-Elf kommt gegen Frankreich gut aus dem Winter. Sami Khedira erzielte das Siegtor

Frankreichs Wirbelwind Franck Ribery (l.) vom FC Bayern im Duell mit seinem Vereinskollegen Philipp Lahm. Ribery machte wie immer viel Betrieb

Einen starken Auftritt legte Ilkay Gündogan (l.) hin, der sagenhafte 111 Ballkontakte hatte und das 2:1 durch Sami Khedira vorbereitete

Auch Rene Adler (r.) stand bei seiner Rückkehr als Nationaltorwart im Fokus. Er spielte solide

Paris - Es ist vollbracht. Den Beinamen "deutscher Angstgegner" können wir ab sofort aus dem Steckbrief der französischen Nationalmannschaft streichen. Es war zwar nur ein Testspiel. Aber die DFB-Auswahl hat beim 2:1 in Paris, dem ersten Sieg gegen Frankreich seit 1987 und dem ersten Erfolg auf französischem Boden seit 1935, gezeigt, dass wir der "Equipe Tricolore" fußballerisch deutlich einen Schritt voraus sind. Und das ohne vermeintliche Stammspieler wie Bastian Schweinsteiger, Miroslav Klose oder Marco Reus.
"Wir waren die eindeutig bessere Mannschaft", erklärte Bundestrainer Joachim Löw völlig überzeugt nach dem Spiel. "Solche Spiele zeigen, dass auch Freundschaftsspiele echte Tests sein können".

"Gegen so eine Mannschaft ist es nicht einfach"



Anders als beim letzten Auftritt der Nationalmannschaft 2012, als es in Amsterdam gegen die Niederlande ein äußerst müdes 0:0 gab, sprühten die deutschen Kicker wieder vor Spielfreude und Tordrang.

"Es war ein schönes Spiel mit einem guten Rhythmus. Man hat gesehen, was für eine Qualität Deutschland hat. Wir haben bis zum Schluss gekämpft, aber gegen so eine Mannschaft ist es nicht einfach", zollte Frankreichs Coach Didier Deschamps dem DFB-Team Respekt.

111 Mal Gündogan



Einer, der richtig viel Spaß auf dem Rasen hatte, war Ilkay Gündogan. Der Dortmunder kam durch die erneute Absage von Bastian Schweinsteiger zu seinem zweiten Startelfeinsatz in Folge und brillierte als Denker und Lenker im Mittelfeld.

111 Ballkontakte hatte Gündogan - mit Abstand die meisten aller Feldspieler. Zum Vergleich: Mesut Özil folgt in diesem Ranking mit 89. Den Ausgleichstreffer durch Müller bereitete der Deutsch-Türke zudem mustergültig vor.

"Ich habe versucht, meine gute Form auch in der Nationalmannschaft zu zeigen. Gegen eine solche Mannschaft wie Frankreich zu spielen, macht richtig Spaß. Das sind die Mannschaften, mit denen wir uns messen müssen", sagte Gündogan nach dem Abpfiff.

Adler: "Ich war richtig nervös"



Zwar nicht ganz so auffällig, aber dafür nach dem Spiel ebenso wie Gündogan im Fokus der Medien stand Rene Adler. Der Hamburger Torwart feierte in Paris seine Rückkehr ins Nationaltor. Seinen zuvor letzten Auftritt hatte er im November 2010 in Schweden.

"Ich war richtig nervös, das muss ich ehrlich zugeben. Auch wenn man schon das eine oder andere Fußballspiel erlebt hat. Ich muss erst einmal runterkommen, das war sehr intensiv. Frankreich gegen Deutschland ist allerhöchstes Fußballniveau", meinte Adler, der beim Gegentor machtlos war, insgesamt aber seine Klasse unter Beweis stellte.

Nur eitel Sonnenschein gab es an diesem Abend in Paris aber nicht. Der Bundestrainer fand dann doch noch ein, zwei kleinere Kritikpunkte im Hinblick auf die anstehenden WM-Qualifikationsspiele gegen Kasachstan im März.

4:4 gegen Schweden vergessen



"In der ersten Halbezeit kam oft der letzte Pass nicht an. Zum Ende müssen wir dann die richtige Balance finden. Da hatten wir ein bisschen Glück, denn da waren wir zu offen und haben einige Fehler gemacht. Das müssen wir noch verbessern", sagte Löw.

Letztlich lässt sich mit dem starken Auftritt im Stade de France aber wieder positiv in die Zukunft blicken. Die letzten Rückschläge in Amsterdam und das schon legendäre 4:4 gegen Schweden sind vergessen. Die Operation WM 2014 kann weitergehen.

Torschütze Thomas Müller - Sami Khedira hatte den zweiten Treffer erzielt - drückte es mit seiner gewohnt spitzbübischen Art am besten aus: "Wir haben mal wieder gewonnen. Also haben wir die Siegermentalität wohl in uns." Am 22. März in Astana darf die Mannschaft das gerne erneut beweisen.

Michael Reis
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