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29.05.2013 - 22:30 Uhr


Podolski fürt DFB-Elf zum Sieg

Im Testspiel gegen Ecuador siegt Deutschland locker mit 4:2

In der Mannschaft sind viele neue Gesichter, unter anderem Sidney Sam (l.) von Bayer Leverkusen

Deutschland geht nach elf Sekunden bereits mit 1:0 inf Führung - Schütze ist Lukas Podolski (Nr. 10)

Lars Bender legt nur wenige Minuten später den zweiten Treffer nach

Nachdem Podolski zum 3:0 trifft, erhöht Bender (r.) mit seinem zweiten Tor zum 4:0 - da sind 24 Minuten gespielt

Ecuador darf insgesamt zweimal jubeln - ein Mal sogar über einen sehenswerten Treffer per direktem Freistoß

Boca Raton/Florida - Lukas Podolski hat mit einer starken Vorstellung auf die herbe Kritik von Teammanager Oliver Bierhoff reagiert und die B-Elf der deutschen Nationalmannschaft zu einem Erfolg geführt. Beim 4:2 (4:1) der DFB-Auswahl im ersten Spiel ihrer umstrittenen USA-Reise gegen den Weltranglisten-Zehnten Ecuador setzte der England-Legionär vom FC Arsenal nicht nur wegen seiner beiden Treffer (1., 17.) ein Ausrufezeichen. Nach acht Sekunden trug sich Prinz Poldi mit dem schnellsten Tor in der deutschen Länderspielgeschichte seit der sekundengenauen Zeitnahme in die Annalen ein.
Bierhoff hatte den früheren Kölner und Münchner vor dem Match öffentlich kritisiert und bemängelt, dass Podolski zuletzt ein "Jahr des Stillstands" erlebt hätte, was den Betroffenen sehr verärgert hatte. Ebenso wie Podolski trug sich auch Lars Bender (4., 24.) doppelt in die Torschützenliste ein. Ecuadors Superstar Antonio Valencia gelang Sekunden vor dem Pausenpfiff lediglich der Anschlusstreffer. Zudem Walter Ayovi (84.).

Zwei Neue in der Startelf



Ein gutes Jahr vor der WM-Endrunde in Brasilien konnten in Sidney Sam und Max Kruse zwei Akteure auf sich aufmerksam machen, die bislang kaum einer für die WM auf der Rechnung hatte. Die beiden Debütanten deuteten mit vielen guten Aktionen an, dass sie bereit sind für den Konkurrenzkampf um die 23 WM-Tickets. In Abwesenheit von 15 Stammspielern konnte aber vor allem Podolski unter Beweis stellen, dass nach wie vor mit ihm zu rechnen ist.

"Vor allem die Spieler, die erstmals dabei waren, haben das in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht", lobte Bundestrainer Joachim Löw die Neulinge. "Ich war am Anfang ein wenig aufgeregt. Aber vor allem in der ersten Halbzeit hat es sehr gut funktioniert. Ich kann zufrieden sein", freute sich Debütant Max Kruse.

Schneller Start für DFB-Auswahl



Kurz nach dem Anpfiff sorgte Podolski mit dem 1:0 für einen Traumstart. Für den offensichtlich besonders motivierten Mittelfeldspieler war es der 45. Treffer im 109. Länderspiel. In der vierten Minute bereitete Sam das 2:0 durch Lars Bender mustergültig vor. Für den Leverkusener, der den Ball mit Gefühl aus 16 Metern am chancenlosen Torwart Maximo Banguera vorbei schlenzte, war es der zweite Treffer im Nationaltrikot.

Podolski, der zuvor letztmals bei der EM in Polen beim 2:1 im Gruppenspiel gegen Dänemark getroffen hatte, setzte seine tolle Vorstellung in der 17. Minute fort, als er nach Vorarbeit von Kruse auf 3:0 erhöhte. Der 27-Jährige, der in der ewigen Torjägerliste Karl-Heinz Rummenigge von Platz sechs verdrängte, war bereits beim zuvor einzigen Vergleich der DFB-Auswahl mit Ecuador während der WM 2006 dabei. Damals konnte er sich beim 3:0 in Berlin ebenfalls in die Torschützenliste eintragen.

Ecuador stärker, Deutschland im Wechselfieber



Bei schwüler Hitze um 28 Grad und zwischenzeitlichen Regenschauern konnte Ecuador so gut wie gar nicht seine spielerische Klasse nachweisen. Das Team von Trainer Reinaldo Rueda, das ebenso wie die deutsche Mannschaft sein WM-Ticket so gut wie sicher hat, stellte vor der Pause die deutsche Defensive nur selten vor Probleme. Auch Valencia von Manchester fand vor rund 5.000 Zuschauern im nur spärlich gefüllten Stadion der Florida Atlantic University kaum ein Durchkommen gegen Per Mertesacker, der die Kapitänsbinde trug, und Co. Torwart Rene Adler wurde nur selten geprüft, hatte in der 30. Minute aber auch Glück, dass Jefferson Montero die Latte traf.

Nach der Pause schaltete das im ersten Durchgang spielfreudige und kombinationstarke deutsche Team einen Gang zurück und ließ die Südamerikaner besser ins Spiel kommen. Adler musste ein ums andere Mal seine Klasse zwischen den Pfosten unter Beweis stellen. Heiko Westermann rettete in der 63. Minute zudem gegen Jaoa Rojas in höchster Not. Von der deutschen Offensive war im zweiten Durchgang nicht mehr viel zu sehen. Zwischenzeitlich kamen böse Erinnerungen an das 4:4 gegen Schweden auf, als die DFB-Auswahl einen 4:0-Vorsprung verspielte.

Löw hatte in Sam von Bayer Leverkusen und dem künftigen Mönchengladbacher Kruse zwei Debütanten in die Startelf berufen. In der Ära Löw waren es die Neulinge 54 und 55. Nummer 56 und 57 wurden der Mainzer Nicolai Müller und der Leverkusener Philipp Wollscheid, die in der Schlussphase eingewechselt wurden. Der Schalker Roman Neustädter, der gerade mal drei Länderspielminuten vorweisen konnte, erhielt ebenfalls erstmals eine richtige Chance, sich im DFB-Trikot zu beweisen. Im zweiten Durchgang wechselte der Bundestrainer fleißig durch.

Ecuador - Deutschland 2:4 (1:4)

Tore: 0:1 Podolski (1.), 0:2 L. Bender (4.), 0:3 Podolski (17.), 0:4 L. Bender (24.), 1:4 Valencia (45.), 2:4 Ayovi (84.)

Zuschauer: 5000
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