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30.05.2013 - 09:56 Uhr


Nach Sieg über Ecuador: DFB-Team zwischen Schaulaufen und Schlendrian

Zum Ausrasten: Das DFB-Team um Benedikt Höwedes (r.) führte gegen Ecuador schon nach 24 Minuten mit 4:0, ließ die Zügel dann aber zu sehr schleifen und fing sich noch zwei Gegentore

Lukas Podolski (l.) erzielte schon nach neun Sekunden das schnellste Tor in der Länderspielgeschichte des DFB

Dass es zum Schluss nicht wie in der WM-Qualifikation gegen Schweden zu einem erneuten 4:4 kam, war in erster Linie Keeper Rene Adler (r.) zu verdanken

Hamburg - Auf den ersten Blick war es ein überzeugender Sieg der Nationalmannschaft gegen Ecuador. 4:2 wurde der Zehnte der Weltrangliste in Boca Raton bezwungen. Und das ohne die Stars vom FC Bayern München, Borussia Dortmund und Real Madrid. Kein Wunder also, dass Bundestrainer Joachim Löw grundsätzlich mit dem Spiel zufrieden war.
"Ich habe immer gesagt, dass wir bei der Nationalmannschaft nicht nur 20 oder 25 Spieler brauchen, sondern einen Kreis von 30 Spielern. Vor allem diejenigen, die erstmals dabei waren, haben das in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht", erklärte Löw nach dem Schlusspfiff.

Doch irgendwie ging das zu Beginn alles zu einfach. Bereits nach neun Sekunden schockte Lukas Podolski mit seinem energischen Nachsetzen die Südamerikaner. Es war das schnellste Tor eines Nationalspielers in der Geschichte des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Lars Bender (4.), erneut Podolski (17.) und nochmals Bender (24.) schraubten das Ergebnis früh in die Höhe.

DFB-Team fängt stark an - und lässt stark nach



Fortan war es mit der Herrlichkeit aber fast vorbei. Ecuadors Trainer Reinaldo Rueda stauchte seine Kicker an der Seitenlinie mächtig zusammen und die schienen die Ansage verstanden zu haben.

Fortan ließen sie den Worten Löws, der den Gegner vor dem Anpfiff für seine Zweikampfstärke und Aggressivität außerordentlich gelobt hatte, auch Taten folgen. Die Naivität und Lässigkeit der Anfangsminuten war vorbei.

Adler verhindert Schlimmeres



Somit begannen auch die Probleme beim DFB-Team. "Wir standen in der Defensive nicht mehr so kompakt. Das war jedoch auch ein wenig dem Klima geschuldet. In der Offensive fehlte uns in der zweiten Halbzeit die Aktivität", analysierte der fleißige Max Kruse, der neben Nicolai Müller vom 1. FSV Mainz 05 sowie Sidney Sam und Philipp Wollscheid von Bayer Leverkusen einer von gleich vier Debütanten war.

Torwart Rene Adler war es zu verdanken, dass das Spiel nicht einen ähnlichen Verlauf nahm, wie in der WM-Qualifikation im Oktober 2012 gegen Schweden, als ein 4:0 Vorsprung noch zu einem 4:4 verspielt wurde. Denn die Südamerikaner dribbelten sich immer wieder in den Strafraum und brachten die deutsche Defensive ein ums andere Mal ins Wanken.

Ergebnis zweitrangig



"Wir haben dem hohen Tempo Tribut gezollt. Ecuador ist eine richtig starke Mannschaft, vor allem in der Offensive", meinte Adler, der in dem Spiel neben Bender den bleibendsten Eindruck hinterließ.

Doch das Ergebnis war für das Trainerteam und die Spieler eher zweitrangig. Es ging für Löw und Co. darum, Konturen in den Kader zu bekommen und für die Akteure, sich für weitere Aufgaben zu empfehlen. Heiko Westermann brachte es auf den Punkt. "Es war für jeden wichtig, sich im Hinblick auf die Weltmeisterschaft zu zeigen", sagte der Abwehrchef des Hamburger SV.

Härtetest gegen die USA



Die nächste Chance dazu gibt es am kommenden Sonntag gegen die USA. Die Gastgeber werden anlässlich des 100-jährigen Bestehens ihres Fußballverbandes vor ausverkauftem Haus in Washington sicherlich von Beginn an konzentrierter zu Werke gehen, als es Ecuador getan hat. Die Generalprobe gegen Belgien ging aber daneben - mit 2:4.

Der Bundestrainer freut sich auf das Wiedersehen mit seinem Freund und Vorgänger Jürgen Klinsmann und blickte positiv voraus: "Wir müssen wieder gut ins Spiel kommen und das Tempo hochhalten. Dann können wir auch die Amerikaner schlagen."

Michael Reis
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