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04.06.2013 - 13:34 Uhr


Mission EM-Titel: U21 auf den Spuren von Özil und Khedira

Trainer Rainer Adrion (M.): "Wir wollen Europameister werden, das ist unser Traum"

Auch Tottenham-Spieler Lewis Holtby (r.) glaubt, dass der Titel im Bereich des Möglichen liegt

2009 wurde die U21-Auswahl des DFB um Sami Khedira (3.v.l.) und Mesut Özil (4.v.l.) zuletzt Europameister

Tel Aviv/Israel - Der deutsche Fußball ist in aller Munde - ob ihm auch die Zukunft gehört, zeigt sich ab Mittwoch bei der U21-EM. Das DFB-Team will in Israel wie schon 2009 den Titel holen. Beim Anblick der Feierbiester aus München hat Lewis Holtby Blut geleckt. Konfetti, Bierduschen, ein Pokal in der Hand - genau davon träumt der Kapitän der deutschen U21-Fußball-Nationalmannschaft vor dem EM-Auftakt am Mittwoch auch. "Man hat gesehen, wie schön es ist, wenn alle zusammen feiern. Ich hoffe, dass wir das auch können. Jeder Spieler träumt davon, einen Pokal hochzuhalten", sagt der 22-Jährige vor dem Turnier in Israel, bei dem Holtby das DFB-Team zum Titel führen will.
Es wäre erst der zweite für eine deutsche U21. 2009 hatte die "goldene Generation" um Mesut Özil und Sami Khedira England im Finale 4:0 gedemütigt und den Grundstein zu Weltkarrieren gelegt. Nun können Holtby, Patrick Herrmann und Co. in die Fußstapfen ihrer Vorbilder treten. "Wir wollen der Nation und Europa beweisen, dass die deutsche U21 wieder da ist. Ich glaube, dass dieses Potenzial in der Mannschaft steckt", sagt Tottenham-Profi Holtby.

Adrion: "Wir wollen Europameister werden"



Möglich scheint das durchaus. Nach der verpassten EM 2011 krempelte Trainer Rainer Adrion die deutsche Mannschaft kräftig um, die "neue" U21 marschierte ohne Niederlage durch die Qualifikation und gilt neben Titelverteidiger Spanien als großer Favorit. "Natürlich wollen wir Europameister werden, das ist unser Traum", sagte Adrion vor dem Abflug nach Israel: "Nur acht Mannschaften haben es zur EM geschafft, nur die Elite ist durchgekommen. Das gibt automatisch Selbstbewusstsein."

Dabei schöpft Adrion nicht einmal aus dem Vollen. Julian Draxler, Toni Kroos, Ilkay Gündogan, Andre Schürrle, - sie alle wären spielberechtigt, stehen nach Absprache mit Bundestrainer Joachim Löw aber nicht im EM-Aufgebot. "Das war eine gemeinsame Entscheidung. Auch Mario Götze oder Marc-Andre ter Stegen hätten ja noch für uns spielen können. Aber wir haben gemeinsam beschlossen, dass diese Spieler mit der A-Mannschaft die USA-Reise mitmachen", sagt Adrion.

Andere Trainer entschieden anders. Die Niederlande etwa, am Donnerstag in Petach Tikva erster Gegner der DFB-Auswahl, haben gleich zwölf Spieler mit A-Erfahrung im Kader, darunter Luuk de Jong von Borussia Mönchengladbach. Auch die späteren Gegner Spanien(9. Juni) und Russland (12. Juni) bringen Prominenz mit: Die Iberer haben Top-Talent Isco vom FC Malaga in ihren Reihen, zudem Torhüter David de Gea (Manchester United) und Leverkusen-Profi Daniel Carvajal. Bei Russland stürmt Alan Dsagojew von ZSKA Moskau, immerhin dreimaliger Torschütze bei der "großen" EM 2012 in Polen und der Ukraine.

Verletzungen als Chance für junge Spieler



Die deutschen Titelträume stört das nicht, ebenso wenig wie die Verletzungen von Jan Kirchhoff (Mainz 05), Sebastian Jung (Eintracht Frankfurt) und Tolgay Arslan (Hamburger SV) kurz vor dem Turnier. "Es gibt leider Umstellungen. Aber ich sehe das auch als Chance für die anderen Spieler. Ich hätte nichts dagegen, wenn sich einer der Jüngeren plötzlich in den Vordergrund spielen würde", äußerte Adrion. U21-Debütant Emre Can etwa, der einzige Bayern-Akteur im Team.

Auch für Adrion wird das Turnier zu einem Gradmesser. Sein Vertrag wurde zwar schon vorzeitig um ein Jahr verlängert, doch nach der verpassten EM 2011 käme ein Titel gerade recht. "Ich würde schon sagen, dass das Turnier auch für mich etwas Besonderes wird", sagt der 59-Jährige, in dessen Vita unter "Erfolge als Trainer" noch viel Platz ist. "Finalist der deutschen Amateurmeisterschaft 1991", steht dort bislang als einziger Punkt.
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