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15.08.2012 - 13:42 Uhr


Löws Worten müssen Taten folgen

Joachim Löw setzt sich für seine Spieler ein und genießt weiterhin ihr volles Vertrauen

Sami Khedira will die DFB-Fans mit schönem Fußball wieder für die Nationalelf begeistern

In Zukunft sollen die jungen Spieler wie Neu-Dortmunder Marco Reus (r.) mehr Verantwortung übernehmen

Frankfurt/Main - Den markigen Worten ihres Trainers muss die deutsche Nationalmannschaft bereits im ersten Saison-Länderspiel Taten folgen lassen. Nach der Grundsatzrede von Joachim Löw, in der er am Montag seine Profis gegen vielerlei Vorwürfe vehement verteidigt hat, stehen die Aushängeschilder des deutschen Fußballs am Mittwoch in Frankfurt/Main gegen den zweimaligen Weltmeister Argentinien (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) in der Pflicht.
"Wir wollen im eigenen Stadion die Fans begeistern und direkt wieder auf unsere Seite ziehen. Jeder wird sein Bestes geben, wir wollen nicht nur gewinnen, sondern auch einen guten Fußball spielen", sagte Sami Khedira. Der Real-Profi weiß, dass die DFB-Auswahl nach dem enttäuschenden EM-Halbfinal-Aus gegen Italien und den anschließenden Hymnen-, Memmen- und Luxus-Diskussionen nun in der Bringschuld ist.

WM-Titel 2014 im Blick



Auch Marco Reus ist sich dieser hochbrisanten Situation bewusst, will aber nicht groß nachkarten. "Die Sache ist gegessen. Wir wollen einen richtigen Neustart machen und damit gegen Argentinien anfangen", sagte der Neu-Dortmunder, der vor dem Anpfiff als Deutschlands Fußballer des Jahres ausgezeichnet wird. Reus und Khedira betonten aber unisono, dass die Nationalmannschaft wieder "geiler auf ein Tor, geiler auf einen Sieg" werden müsse.

Reus warnte aber davor, nur wegen der Niederlage gegen Italien "alles schlecht zu machen, was vorher gut war". Der 23-Jährige glaubt ebenso wie Khedira fest daran, dass die Mission mit dieser Mannschaft noch nicht beendet und 2014 bei der WM der Titel möglich ist. "Wir haben große Ziele und werden dafür hart arbeiten", versprach Reus und Khedira betonte mit entschlossenem Blick: "Wir wissen, dass die Qualifikation kein Selbstläufer wird. Aber wir haben jetzt zwei weitere Jahre Zeit, um uns weiterzuentwickeln. Wir werden im nächsten Abschnitt bis zur WM 2014 noch besser und sind dann vielleicht auch reif für den Titel."

Volles Engagement trotz knappen Personals



Dass für diesen Weg Löw als Bundestrainer der richtig Mann ist, stellte er im selben Atemzug klar: "Wir vertrauen ihm weiter zu einhundert Prozent, weil er auf seinem Gebiet einfach top ist." Dies hätte auch die optimale Vorbereitung auf das Argentinien-Spiel wieder bewiesen: "Er hat uns gezeigt, wie wir gegen Messi und die ganze Mannschaft bestehen können."

Dass dieses Spiel an diesem unglücklichen Termin einer Wundertüte gleicht, sei aber auch klar: "Sicherlich wäre es besser, ein solches Spiel während der Saison auszutragen, wenn alle im Vollbesitz ihrer Kräfte sind."

Trotz dieser Umstände wollen sich die arg dezimierten Gastgeber von ihrer besten Seite zeigen. "Wir wollen gegen Argentinien ein gutes Spiel zeigen und möglichst auch gewinnen", sagte der Bundestrainer, der sich vor einem Jahr über ein 3:2 zum Saisonauftakt gegen Rekord-Weltmeister Brasilien freuen durfte.

Reus und Götze verstärkt im Fokus



Vom Härtetest gegen Argentinien erhofft sich Löw bereits einige Erkenntnisse für die anstehende WM-Qualifikation, in der die Hürden Färöer, Österreich, Irland, Schweden und Kasachstan zu nehmen sind. "Es ist ein guter Maßstab für die anstehenden Qualifikationsspiele. Gerade für die jungen Nationalspieler ist die Begegnung mit Messi und Co. ein echter Gradmesser", sagte der 52-Jährige, der zahlreiche Umstellungen ankündigte und die nachrückende Garde anspornte: "Die jungen Spieler wie Marco Reus oder Mario Götze werden in Zukunft mehr in den Fokus rücken."

Ohne die alten Hasen geht es aber noch nicht. Denn im Sturm wird mangels Alternativen der 34-jährige Miroslav Klose spielen, mit dem Löw bis 2014 plant. Der Italien-Legionär von Lazio Rom führt die Mannschaft in Abwesenheit von Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger auch als Kapitän aufs Feld. Für den verletzten Manuel Neuer spielt Ron-Robert Zieler (Hannover 96) im Tor, möglicherweise erhält der nachnominierte Marc-Andre ter Stegen (Borussia Mönchengladbach) nach der Pause eine weitere Chance.

Keine Hymnen-Diskussion



Dass nach der Kritik im Anschluss an die EM diesmal vorsorglich alle deutschen Spieler die Hymne singen, kann ausgeschlossen werden. Khedira sagte klipp und klar, dass er seine unmittelbare Vorbereitung auf ein Spiel nicht ändern werde.

Ohnehin sei dieses Thema "künstlich aufgebauscht" worden: "2009 wurden wir mit der U21 Europameister und hatten acht Spieler mit Migrationshintergrund. Da wurden wir gelobt und die Hymne war kein Thema. Es ist ein gutes Zeichen, wenn man die Nationalhymne singt. Aber man wird dadurch kein guter Deutscher", sagte er und sprang damit Löw zur Seite.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Deutschland: 12 Zieler - 16 L. Bender, 5 Hummels, 14 Badstuber, 3 Schmelzer - 18 Kroos, 6 Khedira - 21 Reus, 8 Özil, 9 Schürrle - 11 Klose

Argentinien: Romero - Zabaleta, Fernandez, Garay, Rojo - Sosa, Mascherano, Gago, di Maria - Messi - Agüero

Schiedsrichter: Jonas Eriksson (Schweden)
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