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11.09.2012 - 22:31 Uhr


DFB-Team siegt glücklich in Österreich

Das wichtige 2:0: Real-Legionär Mesut Özil (l.) verwandelt einen Foulelfmeter sicher

Von Beginn an scheinen die aggressiven Österreicher immer zwei Mann mehr. Hier sieht sich Sami Khedira (2.v.l) gleich drei Gastgebern gegenüber

Chancen wie dieser Distanzversuch von Toni Kroos (M.) sind Mangelware - die Österreicher machen das Spiel und ordentlich Druck

Die Fans des Underdogs sind hochzufrieden: Die favorisierten Deutschen finden überhaupt nicht ins Spiel

Doch das Tor machen kurz vor der Pause die Deutschen. Dortmunds Marco Reus lässt seine Klasse aufblitzen und netzt mit einem Flachschuss ein

Die Österreicher kommen durch Werder-Profi Zlatko Junuzovic zwar nochmal ran, doch dann bleibt es beim knappen 2:1 für Deutschland

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Wien - Die deutsche Nationalmannschaft hat ihre historische Serie in der WM-Qualifikation fortgesetzt und trotz einer über weite Strecken schwachen Leistung einen perfekten Start in Richtung Brasilien hingelegt. Vier Tage nach dem 3:0 gegen die Färöer feierte das Team von Bundestrainer Joachim Löw im brisanten Prestigeduell beim "kleinen" Nachbarn Österreich einen glücklichen 2:1 (1:0)-Erfolg und hat damit den ersten größeren Schritt zur WM 2014 erfolgreich geschafft.
Der Fußballer des Jahres Marco Reus leitete in Wien mit seinem dritten Länderspieltreffer nach einer schönen Einzelleistung in der 44. Minute den achten Sieg in Folge gegen die Österreicher ein, denen lediglich 1978 beim "Wunder von Cordoba" ein Pflichtspielerfolg gegen Deutschland gelungen war. Nach einem verwandelten Foulelfmeter von Mesut Özil in der 52. Minute machte der Bremer Zlatko Junuzovic die Begegnung mit seinem Anschlusstreffer wieder spannend (57.).

"Wir hatten die Voraussetzungen geschaffen, das Spiel in Ruhe zu beenden. Durch unsere Fehler haben wir uns selber in Bedrängnis gebracht", sagte Löw, während Kapitän Philipp Lahm erklärte: "Wir haben sechs Punkte aus zwei Spielen. Das ist ein sehr guter Start. Mit dem Spiel können wir nicht zufrieden sein. Besonders mit dem Anfang und dem Ende nicht."

Schmelzer und Kroos beginnen



Seit 1934 blieb der dreimalige Welt- und Europameister damit auch im 37. Auswärtsspiel in der WM-Qualifikation ungeschlagen. Mit den Spielen am 12. Oktober in Dublin gegen Irland und am 16.Oktober in Berlin gegen Schweden geht die WM-Qualifikation für die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) weiter.

Im Gegensatz zum Erfolg gegen die Färöer nahm Löw zwei Veränderungen in der Startformation vor. Der Dortmunder Marcel Schmelzer und der Münchner Toni Kroos ersetzten nach ihren überstandenen Blessuren Per Mertesacker und Mario Götze. Damit war die Grundausrichtung der Gäste etwas defensiver als beim Pflichterfolg am vergangenen Freitag.

Vor 47.000 Zuschauern im ausverkauften Ernst-Happel-Stadion bot sich aber den mit neun Bundesliga-Legionären beginnenden Österreichern (acht bei Deutschland) die erste große Möglichkeit zur Führung. Nach einem katastrophalen Fehlpass des Dortmunders Mats Hummels tauchte der von Julian Baumgartlinger in Szene gesetzte Martin Harnik frei vor dem Tor von Manuel Neuer auf. Doch Holger Badstuber von Rekordmeister Bayern München lenkte den Schuss des Stuttgarters im letzten Moment über das Tor.

Müller scheitert an Almer



Es entwickelte sich eine temporeiche Begegnung, beide Mannschaften verzichteten auf taktische Spielereien. Das in der Defensive äußerst unsicher wirkende DFB-Team kam durch Thomas Müller zur ersten Chance. Der Münchner scheiterte in der zehnten Minute aber freistehend an Schlussmann Robert Almer.

Die Gäste, die lange Zeit zu wenig Laufbereitschaft zeigten, taten sich weiterhin schwer und leisteten sich gegen aggressive und mit großer Leidenschaft agierende Österreicher zahlreiche Ballverluste im Spielaufbau. Harnik (12.) und Andreas Ivanschitz (15.) nutzten diese Fehler zu Ballgewinnen, verfehlten mit ihren Schüssen das deutsche Tor aber knapp. Löw diskutierte in der Anfangsphase aufgrund der österreichischen Möglichkeiten und der Unordnung auf dem Rasen permanent mit seinem Co-Trainer Hansi Flick. Besonders die Abstimmung zwischen Sami Khedira und den Innenverteidigern Hummels und Badstuber ließ zunächst zu wünschen übrig.

Nach rund 20 Minuten bekamen die Gäste etwas mehr Zugriff auf die Begegnung. Bei einem Kopfball von Müller und einen Distanzschuss von Kroos reagierte der Düsseldorfer Almer aber gut.

Reus verletzt



Diese kleine Drangphase ging aber schnell vorüber. Spielmacher Özil blieb zunächst wirkungslos. Miroslav Klose hing als einzige Sturmspitze in der Luft. Von der allgemeinen Verunsicherung ließ sich kurzzeitig auch Neuer anstecken. Der Münchner Schlussmann schoss unbedrängt Harnik an, der Ball ging aber vorbei (36.).

Als sich die Besucher bereits auf eine torlose erste Hälfte eingestellt hatten, schockte der Dortmunder Reus die Gastgeber. Bei dieser Szene zog er sich allerdings eine Fußprellung zu, daher wurde er zu Beginn der zweiten Halbzeit durch seinen Teamkollegen Götze ersetzt.

Özil sicher vom Punkt



Das deutsche Spiel gewann durch die Pausenführung etwas an Sicherheit. Nach einer ungestümen Attacke von Veli Kavlak an Müller verwandelte Özil den fälligen Elfmeter sicher. Doch der Favorit machte sich das Leben selber schwer und trieb Trainer Löw damit schier zur Verweiflung. Vor dem Anschlusstor machten Götze und Schmelzer bei der Vorarbeit von Marko Arnautovic eine schlechte Figur. In der Schlussphase drängte der Gastgeber auf den Ausgleich, Arnautovic vergab in der 87. Minute aber die hundertprozentige Chance zum 2:2, als er aus kurzer Distanz den Ball nicht richtig traf.

In der DFB-Auswahl überzeugte Khedira, bei Österreich verdienten sich Baumgartlinger und Arnautovic gute Noten.


Österreich: Almer - Garics, Prödl, Pogatetz, Fuchs - Baumgartlinger (85. Janko), Kavlak - Arnautovic, Junuzovic, Ivanschitz (75. Jantscher) - Harnik (55. Burgstaller)

Deutschland: Neuer - Lahm, Hummels, Badstuber, Schmelzer - Khedira, Kroos - Müller, Özil, Reus (46. Götze) - Klose (75. Podolski)

Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande)
Tore: 0:1 Reus (44.), 0:2 Özil (52., Foulelfmeter), 1:2 Junuzovic (57.)
Zuschauer: 47.000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Prödl, Fuchs, Baumgartlinger - Lahm (2)
Torschüsse: 18:9
Ecken: 3:3
Ballbesitz: 43:57 Prozent
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