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Nationalmannschaft

15.08.2012 - 13:35 Uhr


Argentiniens Rettungsschirm

In der Luft kaum zu bezwingen: Benficas Ezequiel Garay (l.)

Keeper Sergio Romero erlebte im letzten Test gegen Brasilien nach seinem Patzer eine Bauchlandung, dennoch gewann Argentinien 4:3

An Federico Fernandez (r.) ist alleine mit Schnelligkeit kein Vorbeikommen

Ezequiel Garay (1,89 m, 2.v.l.), Federico Fernandez (1,89, 3.v.l.) und Sergio Romero (1,92, 2.v.r.) sind die "Leuchttürme" in Argentiniens Auswahl

Hamburg - Es sind die Offensivkünstler wie Lionel Messi, Sergio Agüero oder Angel di Maria die bei der argentinischen Nationalmannschaft im Fokus des Interesses stehen. Von ihnen werden Wunderdinge erwartet, damit Argentinien nach 1986 endlich wieder eine Weltmeisterschaft gewinnt.
Doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass Argentiniens Erfolg mit der Defensive steht und fällt, die den Super-Stars im Idealfall den Rücken freihält. Torhüter wie Sergio Goycochea, Carlos Angel Roa oder Roberto Abbondanzieri gaben in den vergangenen Jahren zusammen mit Abwehrchefs wie Oscar Ruggeri, Roberto Ayala oder Walter Samuel oft erst die nötige Sicherheit.

Vor dem Freundschaftsspiel gegen Deutschland (heute, ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) stellt Ihnen bundesliga.de die Neuen im Abwehrverbund der Südamerikaner vor.
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Sergio Romero (Sampdoria Genua)

Einer Frau namens Rosa Guaymas hat Sergio Romero zu verdanken, dass er als bester Torhüter Argentiniens den Kasten der "Albiceleste" sauber halten darf. Sie sah den kleinen Sergio vor 15 Jahren mit Torwarthandschuhen an und fragte ihn, ob er nicht für ihren Club Almirante Brown Fußball spielen wolle. Der heute 25-jährige Romero willigte sofort ein und so begann seine Karriere als Torhüter. Heute, einen U-17-WM-Titel und eine Olympia-Goldmedaille aus Peking später, ist er in der argentinischen Nationalmannschaft die Nummer 1. Zwar nicht unumstritten, aber er ist die Nummer 1. Schon 2007 wechselte er nach Europa zum AZ Alkmaar, wo er vier Jahre aktiv war. In der vergangenen Saison heuerte Romero dann bei Sampdoria Genua an. "Er ist ein sehr mutiger Torwart mit hervorragenden Reflexen auf der Linie", urteilt Rodolfo Esteban Cardoso gegenüber bundesliga.de über den Schlussmann. Sein große Plus sei aber, dass ihm "die Spieler vertrauen. Und das ist die halbe Miete". Doch Romero ist immer mal wieder für einen Patzer gut. Bei hohen Bällen sieht er häufig schlecht aus, faustet diese oft nur raus. Beim 4:3 gegen Brasilien Anfang Juni ließ er einen Eckball durch die Hände rutschen, den Hulk zum zwischenzeitlichen 3:2 für den Erzrivalen abstaubte.

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Federico Fernandez (SSC Neapel)

Dem FC Bayern ist der Name Federico Fernandez sicherlich geläufig. Im Gruppenrückspiel der vergangenen Champions League traf der baumlange Innenverteidiger des SSC Neapel gleich zwei Mal per Kopf in der Allianz Arena. Da der deutsche Rekordmeister schon 3:0 führte, fielen die Anschlusstreffer zwar nicht mehr ins Gewicht, Fernandez bewies aber eindrucksvoll seine Hoheit in der Luft. "Er ist ein ausgesprochen kopfballstarker Spieler", preist auch Cardoso die große Qualität Fernandez'. Auch im Testländerspiel gegen Brasilien schraubte er sich nach einer Ecke von Agüero höher und höher und netzte aus elf Metern zum zwischenzeitlichen 3:3 ein. Doch Fernandez kann noch mehr als Kopfball. Trotz seiner 1,89 Meter ist der 23-Jährige ein extrem schneller Innenverteidiger. Bei direkten Kombinationen der Gegner kommt seine Beweglichkeit da aber nicht immer ganz mit. Seine Karriere begann er beim argentinischen Traditionsclub Estudiantes de La Plata. 2010 legte Neapel kolportierte drei Millionen Euro auf den Transfertisch. Sein erstes Spiel in Italien bestritt Fernandez aber erst in der Saison 2011/12, da Pass-Probleme die Einreise so lange verhinderten. Er fasste aber dann schnell Fuß und soll sogar schon im Notizblock von Jose Mourinho bei Real Madrid stehen.

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Ezequiel Garay (Benfica Lissabon)

Die Station Real Madrid hat Fernandez kongenialer Partner in der Defensiv-Zentrale schon hinter sich. Nach seinem Wechsel zu Racing Santander in die Primera Division überzeugte Garay schnell als torgefährlicher Innenverteidiger mit enormer Schussstärke. In seiner Saison der Superlative, mit zehn Treffern - darunter sieben Elfmeter - verwandelte er gegen Real zwei Strafstöße traumwandlerisch sicher zum 2:1-Erfolg Racings und erarbeitete sich somit fast schon zwangsläufig einen Arbeitsvertrag bei den "Königlichen". Die legten zehn Millionen Euro für den jetzt 25-Jährigen auf den Tisch, parkten ihn aber erst noch ein Jahr in Santander. Danach sollte dann der Durchbruch in Madrid folgen, doch Garay hatte bei Jose Mourinho gegen die arrivierten Kräfte wie Sergio Ramos, Pepe oder Ricardo Carvalho keine Chance - und vor allem keine Lobby. Benfica klopfte daraufhin bei Madrid an und sicherte sich zur Saison 2011/12 für geschätzte 5,5 Millionen Euro die Dienste Garays. In Lissabon avancierte er schnell zur Stütze seines Teams und zum Führungsspieler. Am 24. Juni 2012 heiratete Garay Model und Fernsehmoderatorin Tamara Gorro Nunez.

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