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27.03.2013 - 11:44 Uhr


Abzüge in der B-Note

Thomas Müller (r.), Sami Khedira und Co.rannten 90 Minuten das Tor der Kasachen an...

...und erzielten vier Treffer. Nicht wenigher als sechs Mal traf die DFB-Elf auch noch Aluminium

Beim Gegentreffer von Heinrich Schmidtgal patzte Nationalkeeper Manuel Neuer

Nürnberg/Hamburg - Die Zahlen alleine drückten die pure Dominanz aus: 28:4 Torschüsse, 75 Prozent Ballbesitz, 61 Prozent gewonnene Zweikämpfe - und am Ende leuchtete auch noch ein klares 4:1 gegen Kasachstan auf der Anzeigetafel im Nürnberger Grundig Stadion. Der Erfolg hätte für die deutsche Nationalmannschaft also eine rundherum gelungene Vorstellung sein können, wenn, ja wenn da nicht die Aktion in der 46. Minute gewesen wäre.
Nach einem Rückpass von Per Mertesacker springt Manuel Neuer beim Versuch eines Dribblings gegen Sergej Ostapenko der Ball vom Fuß. Baurzhan Jolchiev reagiert blitzschnell, blockt Neuers Rettungsversuch ab und der Fürther Profi Heinrich Schmidtgal schiebt aus 17 Metern locker ins leere Tor.

"Das hätte ich lieber machen sollen ..."



Unglücksrabe Neuer gab sich einen Tag vor seinem 27. Geburtstag selbstkritisch. "Ich habe heute ein Geschenk verteilt. Ich muss mich entschuldigen, bei der Mannschaft und den Fans. Ich wollte die Situation spielerisch lösen und den Ball nicht planlos weghauen. Aber das hätte ich lieber machen sollen", sagte Neuer.

In der Folge benötigte die DFB-Auswahl eine gute Viertelstunde, um sich wieder zu fangen. Die Gäste kamen in dieser Zeit fast zu mehr Angriffen, als in den vorangegangenen drei Duellen gegen Deutschland insgesamt, ohne dabei aber richtig gefährlich zu werden. Dennoch, in einer überlegen und souverän geführten Partie zeigte diese kurze Phase dem Zweitplatzierten der FIFA-Weltrangliste deutlich auf, dass es auf dem Weg zur Weltmeisterschaft 2014 noch einiges zu verbessern gibt.

Sechs Mal Pfosten oder Latte



Der Bundestrainer haderte deshalb auch mit seinen Kickern. "Die erste Halbzeit war gut, da haben wir uns viele Torchancen herausgespielt. In der zweiten Hälfte haben wir nachgelassen, was Konzentration und Passgenauigkeit angeht", analysierte Joachim Löw. Unverständnis zeigte er für die Fans, die Manuel Neuer nach dessen Fehltritt bei jedem Rückpass hämisch applaudierten: "Er ist Torhüter der Nationalmannschaft und hat in den vergangenen Jahren hervorragende Leistung gezeigt. Dass er für den Rest des Spiels durch das Publikum mit Ironie begleitet wurde, finde ich unsportlich."

Abgesehen von diesem kleinen Schönheitsfehler zeigten die deutschen Spieler aber vor allem in der ersten Halbzeit eine imponierende Leistung. Angetrieben vom Dortmunder Trio Ilkay Gündogan, Marco Reus und Mario Götze, die für alle vier Tore verantwortlich waren, spielten sich die DFB-Kicker förmlich in einen Rausch.

"Die Mannschaft wird voll da sein"



Ein guter Torhüter Andrej Sidelnikov und insgesamt sechs Mal Pfosten und Latte bewahrten Kasachstan vor einem Debakel schon vor dem Pausenpfiff. "Wir hätten nur die Tore machen müssen, dann wären wir auch mit einem 6:1 nach Hause gefahren", meinte Götze.

Vor der Sommerpause mit den beiden Freundschaftsspielen in den USA gegen Ecuador und die Vereinigten Staaten sieht es für Deutschland in der WM-Qualifikationsgruppe C gut aus. 16 Punkte stehen zu Buche, Schweden hat bei zwei Spielen weniger acht Zähler Rückstand.

Für die weiteren Partien gegen die stärkeren Gruppengegner blickte Kapitän Philipp Lahm zuversichtlich in die Zukunft: "Natürlich müssen wir über diese Fehler reden. Aber eines ist auch klar: In den entscheidenden Spielen wird die Mannschaft von der Konzentration voll da sein."

Michael Reis
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