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08.09.2012 - 15:11 Uhr


Abschlussschwäche trübt Feierlaune

Zufriedenheit nach Pflichtsieg - Mesut Özil (2.v.r.) und seine Mannschaftskollegen ließen beim 3:0 gegen Färöer allerdings zahleiche Chancen liegen

Özil (r.) hatte mit seinen beiden Treffern großen Anteil am 500. Sieg in der DFB-Verbandsgeschichte

Er knackte als Erster die Abwehr der Färöer - mit einer tollen Einzelleistung gelingt Mario Götze (l.) der Führungstreffer (28.)

Hannover/Hamburg - Für den Deutschen Fußball-Bund gab es in Hannover am Freitagabend Grund zum Feiern. Zum einen, weil der DFB-Elf mit dem 3:0 gegen die Färöer der 500. Sieg der Verbandsgeschichte gelang und zum anderen, weil damit der Start in die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien geglückt ist.
Bundestrainer Joachim Löw setzte mit einem Schmunzeln sogar noch einen drauf: "Es war sogar der höchste Sieg in unserer Länderspielhistorie gegen die Färöer." Zugegeben, es war erst das dritte Spiel gegen den "Fußballzwerg" aus dem hohen Norden. Aber es sah lange Zeit so aus, als sollte auch diese Partie genauso zäh und zittrig werden, wie das 2:0 und 2:1 aus den beiden Spielen der EM-Quali vor gut zehn Jahren.

"Wir lassen derzeit einfach zu viele Chancen aus"



Dabei hatte die deutsche Elf die Gäste eigentlich von Beginn an im Griff. Mit dem Schlusspfiff standen 73 Prozent Ballbesitz, 14:2 Ecken und 29:3 Torschüsse für Deutschland zu Buche.

Doch damit lässt sich auch die Kritik an diesem Abend einfach belegen. Drei Treffer sind bei dieser Überlegenheit gegen einen zwar aufopferungsvoll kämpfenden, aber doch überforderten Gegner zu wenig. Das fand auch Löw.

"Wir lassen derzeit einfach zu viele Chancen aus. Das ist überhaupt unser Problem. Nicht nur in diesem Spiel haben wir zu viele Möglichkeiten benötigt, um die Tore zu erzielen", haderte der Bundestrainer mit der Abschlussschwäche seiner Kicker.

Systemänderung sorgt für mehr Druck



Mit einem 4-1-4-1-System kehrte er gegen die Färöer vom eigentlichen 4-2-3-1 ab, um für noch mehr Druck zu sorgen. Zumindest das klappte gut. Im Zentrum fehlte dann aber der Vollstrecker. Vielleicht wäre ein zweiter Stürmer in der Startformation die bessere Wahl gewesen, um im oftmals vollgestellten Gäste-Strafraum für mehr Präsenz zu sorgen.

"Es war sehr schwer für uns, da durchzukommen. In der ein oder anderen Situation hätten wir aber sicherlich auch konsequenter sein müssen", analysierte Mario Götze die Probleme beim Abschluss.

Der Dortmunder, der beim BVB zuletzt immer von der Ersatzbank kam, lief in Hannover überraschend von Beginn an auf, rechtfertigte seine Nominierung aber als er mit einer feinen Einzelleistung den 1:0-Führungstreffer erzielte.

Özils Extraklasse



Neben Götze sorgte Mesut Özil mit einem Doppelschlag für die Höhepunkte auf der Anzeigetafel in der AWD-Arena. Auch der Spielmacher war in seinem Club Real Madrid im letzten Pflichtspiel nur zweite Wahl, zeigte aber im Trikot mit dem Adler auf der Brust vor allem im zweiten Durchgang seine Extraklasse.

Wie immer wollte Özil von einem Sonderlob nichts wissen, sondern stellte das Kollektiv in den Vordergrund: "Wir haben von Anfang an Druck gemacht und wollten ein frühes Tor machen. Mit dem Ergebnis können wir zufrieden sein. Wir haben alles gegeben und den ersten Schritt gemacht."

Den Pflichtsieg hat Deutschland eingefahren. Am Dienstag in Wien gegen Österreich (ab 20:30 im Live-Ticker) wird die Aufgabe deutlich schwieriger. Gegen das mit acht Bundesliga-Legionären gespickte "Team", wie die Österreicher ihre Nationalmannschaft nennen, bekommen Özil, Götze und Co. sicherlich nicht so viele Chancen.

Michael Reis
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