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Nationalmannschaft

12.10.2012 - 12:21 Uhr


"Traps" neue Stars

Simon Cox gilt als großes Sturmtalent in Irland. Der 23-Jährige jagt derzeit beim englischen Zweitligisten Nottingham Forrest dem Ball hinterher

John O'Shea (r., hier gegen Spaniens Jordi Alba) ist sowohl als Innen- wie auch als Außenverteidiger ein unangenehmer Gegenspieler

Keiren Westwood macht sich lang und länger. Das muss er auch, um die Fußstapfen zu füllen, die sein Vorgänger Shay Given hinterlassen hat

Teuerster schottischer Spielerexport aller Zeiten: Ein Prädikat, dass Aiden McGeady (r.) bei Spartak Moskau nun bereits seit der Saison 2010/11 bestätigt

Giovanni Trapattoni (l.) leitet seit 2008 die Geschicke der irischen Nationalmannschaft

Robbie Keane (r., beim Gruppenspiel der EURO 2012 gegen Italien), Irlands Rekordspielführer, steht gegen Deutschland verletzungsbedingt nicht zur Verfügung

Beim letzten Aufeinandertreffen zwischen Irland und der deutschen Nationalmannschaft (hier Clemens Fritz, r., gegen Kevin Kilbane) in der Qualifikation zur EM 2008 gab's in Dublin ein 0:0

Hamburg - Gut zwei Monate nach dem letzten Gruppenspiel bei der EURO 2012 in Polen und der Ukraine kam es für die irische Nationalmannschaft wie befürchtet: Torwart Shay Given gab nach 16 Jahren seinen Rücktritt bekannt. 125 Partien bestritt er in der Zeit für die "Boys in Green" - damit ist er Rekordspieler der Iren.
Doch Given sollte im August nicht der einzige Altstar bleiben, der seinen Abschied vom internationalen Fußball zu verkünden hatte. Auch Mittelfeldmotor Damien Duff meldete sich aus der Nationalmannschaft ab. Bei der EURO führte er das Team von der Insel in seinem 100. Länderspiel noch einmal als Kapitän aufs Feld. Neben Given und Duff gibt es nur drei weitere Spieler im Club der "100er" bei den Iren.

Die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien ist also ein Stück weit ein Neuanfang für den nächsten Gegner der deutschen Nationalmannschaft (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker). Während die Lücke von Duff vielleicht noch einigermaßen leicht zu schließen ist, hinterlässt Given Fußstapfen so groß wie Mondkrater. bundesliga.de zeigt, wer für Irland nun zwischen den Pfosten steht und auf welche Spieler es ansonsten im Team von Trainerlegende Giovanni Trapattoni ankommt, zumal Kapitän Robbie Keane mit Achillessehnenbeschwerden passen muss.
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Keiren Westwood (AFC Sunderland):

Manchmal ist ein Schritt zurück der richtige Weg, um noch einmal ganz neu anzufangen. Das dachte sich auch Torwart Keiren Westwood 2004, als er mit 20 Jahren von Manchester City, wo er den Sprung ins Profi-Team einfach nicht schaffte, zum Fünftligisten Carlisle United wechselte. Fast hätte sich Westwood wegen eines gebrochenen Handgelenkes und fehlender sportlicher Aussichten für eine Karriere als Polizist entschieden. Doch er tat es nicht. Wartete auf seine Chance bei Carlisle, nutzte diese, als es darauf ankam und klettere die Karriereleiter Schritt für Schritt wieder hinauf. Mittlerweile spielt er beim AFC Sunderland in der Premier League, wo er hinter dem Belgier Simon Mignolet aber mittlerweile wieder ins zweite Glied gefallen ist. Doch Westwood ist ein Torwart mit starkem Charakter, der auf seine Vorderleute viel Ruhe ausstrahlt. Er ist besonders beweglich und glänzt mit schnellen Reflexen.

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John O'Shea (AFC Sunderland):

Die nackten Zahlen reichen eigentlich, um den Wert John O'Sheas für Irland auszudrücken. Von 1999 bis 2011 absolvierte der baumlange, kopfballstarke Verteidiger 256 Spiele für Manchester United und sahnte in der Zeit mit den "Red Devils" nationale und internationale Titel am Fließband ab. Dabei gilt O'Shea nicht unbedingt als Filigrantechniker, sondern eher als Mann für die groben Arbeiten. Vielleicht passte er deshalb so gut in das Starensemble von Trainer Alex Ferguson - denn Techniker hatte er ja zur Genüge. Mittlerweile spielt O'Shea seine Routine und Erfahrung in Sunderland aus. Für Irlands Coach Trapattoni ist der 31-Jährige erst Recht nach den Rücktritten von Given und Duff eine unersetzliche Größe. Er ist der Abwehrchef und neben Keane der verlängerte Arm Trapattonis auf dem Feld.

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Simon Cox (Nottingham Forrest):

Simon Cox ist eine Art Rohdiamant. Das hat er vor gut vier Wochen im Spiel gegen Birmingham erneut bewiesen, als er eine Flanke mit dem langen Fuß à la Dennis Bergkamp im Strafraum annahm und mit dem nächsten Kontakt das Leder volley über den Keeper in die Maschen hob. Ein Sahnetor. Doch Cox schafft es nicht immer, seine Fertigkeiten abzurufen. Zu Beginn seiner Karriere wurde der Stürmer von seinem Heimatverein FC Reading immer wieder ausgeliehen. Nach einem Jahr bei Swindon Town fand er 2009 bei West Bromwich Albion dann scheinbar sein Glück - der Aufstieg in die Premier League war auch ihm zu verdanken. Doch in der englischen Eliteliga konnte er sich dann nicht durchsetzen, so dass der eher kleine, aber dafür bullige Stürmer nun in der zweiten Liga bei Nottingham Forrest auf Torejagd geht. Mit 23 Jahren hat er aber sicherlich seine beste Zeit noch vor sich.

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Aiden McGeady (Spartak Moskau)

Als Aiden McGeady im August 2010 für 11,5 Millionen Euro Ablöse als bis heute teuerster Transfer eines schottischen Spielers von Celtic Glasgow zu Spartak Moskau wechselte, war die Expertenmeinung einhellig: "Der kommt bald wieder." Doch die Kritiker haben sich vertan. McGeady hat die Herausforderung Russland angenommen und - besser noch - mit Bravour bestanden. Mittlerweile ist der Mittelfeldspieler einer der Publikumslieblinge beim Traditionsclub Spartak. Das mag auch daran liegen, dass sich McGeady schnell mit der russischen Sprache vertraut gemacht und den örtlichen Journalisten schon nach zwölf Monaten seine ersten Interviews gegeben hat. Er ist ein intelligenter, cleverer Spieler, der mit seinen Dribblings, die er über lange Strecken ziehen kann, die gegnerischen Abwehrreihen vor Probleme stellt. Der gebürtige Schotte aus Glasgow darf dank seiner irischen Vorfahren für Irland spielen.

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