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Nationalmannschaft

20.06.2012 - 16:27 Uhr


Vorsichtig, aber klar optimistisch

Mit Respekt, aber einer großen Portion Selbstbewusstsein geht Sami Khedira in die Partie gegen Griechenland

Nach der alltäglichen Pressekonferenz übte sich Thomas Müller (r., mit DFB-Koch Holger Stromberg) als Küchenhilfe

Seit Dienstag bereitet sich die deutsche Nationalmannschaft intensiv aus das Viertelfinale gegen die Hellenen vor

Gdansk - Bundeskanzlerin Angela Merkel fliegt am Freitag zum EM-Viertelfinale der deutschen Nationalmannschaft gegen Griechenland (ab 20.30 Uhr im Live-Ticker) nach Gdansk und wird Joachim Löw und seinen Spielern auf der Ehrentribüne der Arena höchstpersönlich die Daumen drücken. Das Trainerteam und die Mannschaft werten die Unterstützung der Regierungschefin als gutes Omen.
"Wir sind auch ein Fan von ihr. Sie scheint Glück zu bringen. Das hat sie schon ein paar Mal bewiesen. Sie gibt uns ein gutes Gefühl. Ihr Besuch zeigt, dass wir ein Land sind", sagte Sami Khedira. Auch Thomas Müller zeigte sich hocherfreut: "Dass ist toll, dass auch von der politischen Ebene Unterstüzung kommt."

Merkel als Glücksbringer



Merkel, die wegen des deutschen Sparkurses in der Euro-Krise in Griechenland keinen leichten Stand hat, folgt einer Einladung des polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk und will erneut ihrer Rolle als Glückbringerin gerecht werden. Die letzten beiden Länderspiele, die die Bundeskanzlerin live im Stadion verfolgte, gewann das DFB-Team eindrucksvoll - mit 3:0 im Oktober 2010 in der EM-Qualifikation gegen die Türkei in Berlin und vor zwei Jahren mit 4:0 im WM-Viertelfinale gegen Argentinien im südafrikanischen Kapstadt.

Merkel wird eine veränderte deutsche Mannschaft sehen. Gerade nach dem von ihr beobachteten Spiel gegen Argentinien vor zwei Jahren war die Mannschaft von Joachim Löw für ihr Offensivfeuerwerk gefeiert worden, nachdem sie zuvor schon im Achtelfinale England mit 4:1 auf die Heimreise geschickt hatte. Nun, bei der EM, ist der Hurra-Stil aus der Mode. Bei den knappen Vorrundensiegen gegen Portugal (1:0), die Niederlande (2:1) und Dänemark (2:1) galt für die deutsche Mannschaft zunächst einmal die Devise: Safety first.

"Definitiv ja. Wir spielen ruhiger und cleverer. Das ist ein großer Fortschritt. Wir sind uns noch bewusster, auf was es ankommt. Wir gehen nicht mehr so leichtsinnig mit unserem Spiel um", sagte Khedira. Das beschreibt den Sinneswandel im deutschen Team, das sich das Leitmotiv des US-Sports auf die Fahne geschrieben hat: offense wins games, defense wins championships. "Der Angriff gewinnt Spiele, die Abwehr gewinnt Meisterschaften", verdeutlicht Bastian Schweinsteiger.

Keine Gedanken ans Scheitern



Schweinsteiger fordert sogar, dass die deutsche Defensive "wie eine Wand, wie eine Mauer stehen muss." Nur mit Hurra-Fußball könne man bei einer EM nicht bestehen. Gegen die Griechen, die ihrerseits Beton anrühren und auf die eine Kontersituation warteten, müsse man geduldig agieren und sich nicht aus der Reserve locken lassen, erklärte auch WM-Torschützenkönig Müller. "Wir wissen aber, was wir zu tun haben", kündigte er siegessicher an und Khedira sagte: "Wir verschwenden keinen Gedanken daran, dass etwas schiefgehen kann."

Diesen Optimismus teilt auch Löw, der gegen die griechischen Mauerkünstler seine Taktik möglicherweise wieder offensiver ausrichtet. "Die Vorstellung und Philosophie, nach vorne zu spielen, bleibt unverändert. Die Offensive ist weiterhin der Schwerpunkt unserer Arbeit", kündigte der 52-Jährige zwar an, sagte aber auch: "Wir müssen wie bislang auch die Balance zwischen starker Offensive und Defensive finden."

Pikantes Wiedersehen



Für den Bundestrainer kommt es am Freitag auch zum pikanten Wiedersehen mit Schiedsrichter Damir Skomina. Auf Betreiben des slowenischen Referees war Löw vor gut vier Jahren während des EM-Vorrundenspiels gegen Gastgeber Österreich (1:0) auf die Tribüne verbannt worden. Der Bundestrainer war zuvor heftig mit Skomina, der damals vierter Offizieller war, aneinandergeraten. Löw wurde für das Viertelfinale gegen Portugal gesperrt und musste das Spiel aus einer VIP-Loge verfolgen.

Ähnliches soll am Freitag nicht passieren, und Löw setzt bis auf eine Ausnahme wohl auf sein bewährtes Personal. Der gegen Dänemark gesperrte Jerome Boateng wird wieder für Lars Bender in die Viererkette rücken, die nach Angaben des Bundestrainers vom Grundsatz ebenfalls offensiv ausgerichtet ist. Das bestätigte auch Holger Badstuber, der sich an der Seite von Mats Hummels zum Abwehrchef aufgeschwungen hat.

Defensive vielversprechend



Bei diesem Unterfangen setzt Löw bis auf eine Ausnahme wohl auf sein bewährtes Personal. Der gegen Dänemark gesperrte Jerome Boateng wird wieder für Lars Bender in die Viererkette rücken, die nach Angaben des Bundestrainers vom Grundsatz ebenfalls offensiv ausgerichtet ist. Das bestätigte auch Holger Badstuber, der sich an der Seite von Mats Hummels zum Abwehrchef aufgeschwungen hat.

"Die Anforderungen an die Abwehrspieler sind enorm gestiegen, wir müssen nicht nur verteidigen, sondern uns auch am Spielaufbau beteiligen", erklärt der Münchner, der mit der Leistung der deutschen Abwehr im bisherigen Turnierverlauf zufrieden ist: "Wir haben das bislang gut hinbekommen." Das dürfte auch Frau Merkel so gesehen haben. Im Fernsehen zumindest.
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