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27.06.2012 - 14:20 Uhr


Voodoo-Zauber gegen Xavi und Co.

Die niederländischen Fans hatten bei der EM nur wenig zu Lachen

Die niederländischen Fans hatten bei der EM nur wenig zu Lachen

München - Die belgischen "ebay-Fans" sollen nach ihrer Pechsträhne bei der EM als "Voodoo-Puppe" im deutschen Auftrag Spanien verhexen, Ex-England-Coach Fabio Capello macht sich über Wayne Rooney lustig und ein deutscher Fan will endlich wieder Pizza essen. bundesliga.de präsentiert die Splitter vom Mittwoch.
+++Voodoo-Zauber gegen Xavi und Co.+++

Die belgischen "ebay-Fans" sollen nach ihrer Pechsträhne bei der EM als "Voodoo-Puppe" im deutschen Auftrag Spanien verhexen. Bei der dritten Auktionsrunde sind die 20..000 belgischen Anhänger von einem Deutschen ersteigert worden. Dieser wünschte sich jedoch keine Unterstützung für das DFB-Team, sondern für den amtierenden Welt- und Europameister Spanien. Er will damit den Fluch nutzen, der bei diesem Turnier auf den Belgiern zu liegen scheint.

"Unser Käufer denkt, dass Deutschland Italien auch ohne unsere Hilfe schlagen wird. Deshalb werden wir diesmal als Voodoo-Puppe benutzt", erklärte Organisator Lieven Scheire nach dem Ende der Auktion, die diesmal nur etwa 82 Euro für das UN-Kinderhilfswerk UNICEF einbrachte, stellte aber auch klar: "Wir werden Spanien natürlich bedingungslos unterstützen. Vamos Espana!" In der Facebook-Gemeinschaft sorgte die Meldung für große Aufregung und gemischte Emotionen. "Das kostet extra", schrieb ein User, noch nicht wissend, dass der Käufer für den Fall des deutschen Titelgewinns tatsächlich eine Verdopplung der Summe versprochen hat.

Andere fühlen sich und ihre Idee gar missbraucht. "Jetzt jubeln wir Deutschland aus der EM", kündigt einer wütend an, eine Frau ergänzte: "Das werden die Deutschen bereuen. Von wegen, wir sind verhext, das wird ein klassisches Eigentor." Ein eingefleischter Fan der belgischen Nationalelf sah das Ganze praktisch. "Das ist ein guter Test", meinte er: "Wenn es funktioniert und Deutschland wirklich Europameister wird, jubele ich im September für Wales und Kroatien." Es sind die ersten Gegner Belgiens in der Qualifikation für die EM 2014.

"Kauft uns doch einfach für Eure Gegner"



Eingebrockt hatte sich Scheire, in Belgien ein bekannter TV-Moderator und Comedy-Star, das Dilemma allerdings selbst. In der Artikelbeschreibung hatte er als P.S. hinzugefügt: "Wenn Ihr glaubt, wir sind verhext, kauft uns doch einfach für Eure Gegner." Was der deutsche Käufer vielleicht nicht wusste: Bei ihrer Premiere als "Fremdgeher" während der WM 2010 hatten die "ebay-Fans" nach Honduras und Ghana ebenfalls Spanien übernommen und am Ende den Titel bejubelt.

In der Vorrunde dieser EM hatten sie die kläglich gescheiterten Niederländer unterstützt. Nach deren Aus waren sie zu Tschechen geworden und erlebten einen "One Night Stand", da diese direkt im Viertelfinale gegen Portugal scheiterten. Nach dem üblichen Trauertag stellte sich die Gruppe aus Flandern erneut zur Versteigerung. Eigentlich suchten sie dabei aber ein Team, mit dem sie den Fluch brechen können, "damit wir nicht zum Gegenteil von Krake Paul" werden, wie Scheire sagte.

Für die Unterstützung der Teams besorgen sich die belgischen Fans T-Shirts und Trikots, bemalen sich die Gesichter mit den Wappen, lernen die Nationalhymne sowie klassische Fan-Gesänge und essen während des Spiels landestypische Gerichte.


+++Rooney spricht nur schottisch+++

Mit Hohn und Spott hat Fabio Capello, der ehemalige Teammanager der englischen Nationalmannschaft, auf Kritik von Starspieler Wayne Rooney an seiner Person reagiert. "Nachdem ich mir das letzte Spiel der Engländer bei der EM angeschaut habe, glaube ich, dass Rooney nur schottisch versteht", sagte der italienische Fußballlehrer. Rooney (Manchester United) hatte während der EM-Endrunde in Polen und der Ukraine erklärt, aufgrund der schlechten Englischkenntnisse Capellos in dessen Zeit als Nationaltrainer habe es große Kommunikationsprobleme im englischen Team gegeben.

Die Verständigung zwischen Trainer und Mannschaft sei unter Capellos Nachfolger Roy Hodgson, einem Engländer, wieder weitaus besser. Capello machte deutlich, dass Rooney, der für sein Slang-Englisch berühmt-berüchtigt ist, wohl am besten auf ManUnited-Teammanager Sir Alex Ferguson hört, einen Schotten. "Er spielt nur in Manchester richtig gut, wo Sir Alex Ferguson schottisch spricht", sagte Capello süffisant.

Auch bei der EM konnte Rooney die hochgesteckten Erwartungen im Team der Three Lions nicht erfüllen. In den ersten beiden Spielen war er gesperrt. Zwar erzielte er im letzten Vorrundenspiel gegen die Ukraine das 1:0-Siegtor, konnte allerdings ebenso wenig überzeugen wie beim Viertelfinal-K.o. gegen Italien (0:0 n.V., 2:4 i.E.). Capello sagte über die Leistungen von Rooney bei der EM: "Die Erwartungen waren extrem hoch. Jeder in England hat nach der Sperre in den ersten beiden Spielen geglaubt, anschließend werde Rooney das Team zum Titel schießen. Da hat man zu viel von ihm verlangt. Rooney hat alles versucht, aber er machte gegen Italien nicht sein bestes Spiel. Ich denke, er wird das auch zugeben."


+++Endlich wieder Pizza?+++

Eine Dienstreise nach Italien verweigerte er, beim Essen seines Freundeskreises in der Pizzeria sitzt er allein daheim, im Sommer verzichtet er auf sein heißgeliebtes Eis: Seit dem verlorenen WM-Halbfinale von 2006 boykottiert ein deutscher Fußball-Fan aus Osnabrück alles, was mit Italien zu tun hat. Vor dem EM-Halbfinale am Donnerstag in Warschau hofft er darauf, dass die Nationalmannschaft ihn erlöst. "Dann gibt's Pizza", sagte der Fan dem Magazin 11Freunde.

Mit seinen Kollegen schwor Andre, wie das Fachmagazin den Fan nennt, am 4. Juli 2006, im Falle einer Niederlage "nie mehr zum Italiener" zu gehen. Seine Freunde sind alle wortbrüchig, er hält noch durch. Pizzerien und Eisdielen sind tabu. Seit mehr als 2000 Tagen oder drei Millionen Minuten.

Dass er die Dienstreise verweigert habe, sei "mittelmäßig angekommen", sagte er. Meist verstünden ihn die Männer, Frauen dagegen schüttelten nur den Kopf. Am Donnerstag will er die erste Pizza seit sechs Jahren essen. Er muss sich nur einen neuen Bäcker suchen: Seinen Stamm-Italiener gibt es nicht mehr.
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