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06.06.2012 - 22:27 Uhr


Kapitäne glauben an Titelgewinn

Philipp Lahm (l.) und Bastian Schweinsteiger (r.) sprechen im Teamhotel mit Kanzlerin Angela Merkel

Schweinsteiger (M.) bringt sich nach einer Verletzung aus dem Champions-League-Finale wieder in Bestform

Nach Platz 2 bei der EURO 2008 und Platz 3 bei der WM 2010 will Lahm jetzt endlich einen Titel mit dem DFB-Team holen

Gdansk - DFB-Kapitän Philipp Lahm und sein Stellvertreter Bastian Schweinsteiger haben die Enttäuschung über das verlorene Champions-League-Finale überwunden und fühlen sich für die am Freitag beginnende EM-Endrunde gewappnet.
"Es geht mir gut, ich habe keine Probleme. Ich taste mich immer mehr an die Spritzigkeit ran", sagte der 27 Jahre alte Schweinsteiger nach überstandener Wadenverletzung bei "dfb.tv".

"Zeit, einen Titel zu holen"



Lahm stellte auf der Verbandshomepage noch einmal heraus, dass Bayern München trotz der Finalpleite gegen den FC Chelsea in der vergangenen Saison überzeugende Leistungen geboten habe. "Bei der ganzen Diskussion darf man nicht vergessen, dass wir in der Champions League eine starke Saison gespielt haben. Man muss erstmal ins Finale kommen. Wir haben zuvor große Siege gefeiert und tolle Leistungen gezeigt. Wir haben Real Madrid bezwungen, den Meister Spaniens, wir haben Manchester City in der Gruppenphase ausgeschaltet, den englischen Meister", sagte der 28-Jährige und fügte hinsichtlich der acht Bayern-Profis im Nationalteam hinzu: "Mit diesem Gedanken müssen wir ins Turnier gehen."

Der Kapitän erinnerte aber auch daran, dass die Bayern vor der WM in Südafrika vor zwei Jahren ebenfalls das Finale der "Königsklasse" (0:2 gegen Inter Mailand) verloren hatten. "Das war auch schon im Jahr 2010 so, und trotzdem haben wir den Titel nicht geholt. So ist der Sport. Es gibt keine Garantie, dass man irgendwann die Champions League gewinnt, es gibt auch keine Garantie, dass man irgendwann Europa- oder Weltmeister wird."

Lahm betonte aber, dass nach Platz 2 bei der EM 2008 und Platz 3 bei der WM 2010 nun der Titel das Ziel sei. So sieht es auch sein Vereinskollege Schweinsteiger. "Wir freuen uns alle sehr auf das Turnier. Wir haben mit der Nationalmannschaft in den letzten Jahren sehr erfolgreich gespielt. Es wäre Zeit, einen Titel zu holen. Aber wir müssen dafür einiges tun", betonte der Mittelfeldchef der DFB-Auswahl.

Schweinsteiger heiß und gierig



Schweinsteiger weiß, dass ihm nach einigen Pausen in den vergangenen Monaten die Spielpraxis fehlt. Aber er könne sich "hochpushen", das habe viel mit dem Kopf zu tun. "Ich mache mir keine Sorgen. Ich bin sehr heiß auf das Turnier", sagte er. Vor dem EM-Auftakt am Samstag (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) in Lwiw gegen Portugal spüre er schon wieder "die Gier darauf, Spiele zu gewinnen".

Er sieht auch keinerlei Motivationsprobleme: "Wenn man sich nicht mehr motivieren kann, dann sollte man es nicht mehr machen - vor allem wenn man bei Bayern München und in der Nationalmannschaft spielt." Dem Start gegen Cristiano Ronaldo und Co. misst er besondere Bedeutung zu: "Das erste Spiel ist wichtig. Das kann einen Schub geben."

"Deutsche Tugenden plus spielerische Mittel"



Die Voraussetzung vor der EM in Polen und der Ukraine seien gut, "aber wir müssen schauen, dass wir das umsetzen", sagte Schweinsteiger: "Wir brauchen eine gewisse Aggressivität. Die Spiele gewinnst du nicht nur mit spielerischen Mitteln, deswegen ist es ganz wichtig, dass wir die deutschen Tugenden zeigen plus die spielerischen Mittel."

Seinen Elfmeter-Fehlschuss im Champions-League-Finale gegen den FC Chelsea (3:4 i.E.) hat Schweinsteiger nach eigenen Angaben überwunden, auch wenn er sich nach wie vor ärgert, "dass wir so ein überlegen geführtes Spiel noch aus der Hand gegeben haben. Wir hatten schon zwei Hände am Pokal. Aber das hat alles seine Gründe. Wenn man die weiß, kann man das auch besser einordnen."
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