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10.06.2012 - 22:51 Uhr


Auftaktsieg dank Mandzukic

Früher Jubel: Kroatiens Mario Mandzukic trifft gegen Irland bereits in der 3. Minute

In der 19. Minuter erzielen die Iren überraschend den Ausgleich: Sean St. Ledger köpft zum 1:1 ein

Kurz vor der Pause stellt Nikica Jelavic (r., gegen Dunne) den alten Abstand wieder her

Kurz nach Wiederanpfiff ist erneut Mandzukic zur Stelle: Sein Kopfball prallt Shay Given an den Kopf und von dort ins Tor

Die Kroaten bringen den Vorsprung souverän über die Zeit - 3:1 siegen Mandzukic und Co.

Poznan - An seinem historischen Tag sah Giovanni Trapattoni alt aus. Nach zwei Treffern von Mario Mandzukic von Bundesligist VfL Wolfsburg unterlag der Italiener, seit Sonntag der Methusalem unter den EM-Trainern, mit Außenseiter Irland deutlich 1:3 (1:2) gegen Kroatien. Trap hat damit fast schon fertig: "Die Boys in Green" sind nach ihrem ersten EM-Spiel seit 24 Jahren in der Gruppe C Tabellenletzter - und die weiteren Gegner heißen Spanien und Italien. Der Weltmeister von 2010 und der Weltmeister von 2006 hatten sich zuvor 1:1 getrennt.
Mandzukic brachte Kroatien bei strömendem Regen im ausverkauften Stadion in Poznan früh in Führung (3.), gleich nach der Pause erstickte er mit dem dritten Treffer für seine Mannschaft (48.) die Versuche der Iren, erneut den Ausgleich zu erzielen: Dabei prallte sein Schuss zunächst an den Pfosten, von dort an den Hinterkopf des irischen Schlussmanns Shay Given und von dort ins Tor. Zuvor war Kroatien nach dem Gegentreffer von Sean St. Ledger (19.) durch Nikica Jelavic (43.) vor 39.550 Zuschauern mit der erneuten Führung in die Pause gegangen.

Kein schönes Jubiläum



Natürlich hat mein Tor uns Hoffnung gegeben", sagte St. Ledger. "In der zweiten Halbzeit haben wir uns vorgenommen, noch einmal zurückzukommen, aber dann fiel das schnelle Tor. Da war es natürlich sehr schwer für uns." Trotz der tristen Ausgangslage wollte der Abwehrspieler die Hoffnung aber nicht aufgeben: "Jetzt haben wir noch zwei Spiele - noch ist nichts verloren." Kroatien spielt nun gegen Italien, dann gegen Spanien, und gibt sich optimistisch: "Wir müssen noch zweimal Vollgas geben", sagte Ivan Rakitic vom FC Sevilla, "aber ich bin überzeugt, dass wir die Qualität haben, ins Viertelfinale einzuziehen."

Es war kein schöner Abend für Trapattoni, der mit dem Anpfiff zum ältesten Trainer der EM-Geschichte wurde. Mit 73 Jahren und 85 Tagen löste "Il Tedesco" (der Deutsche) den ehemaligen Bundesliga-Coach Otto Baric aus Kroatien (71 Jahre und 2 Tage) ab. Trapattoni, von den zahlreichen irischen Anhängern auf der Tribüne mit "Trap-Masken" geehrt, musste danach freilich feststellen, dass seine kämpferisch starke Mannschaft technisch zu limitiert war, um mit den beschlagenen Kroaten mithalten zu können. "Es ist sehr schwer zu erklären, was in diesem Spiel passiert ist. Wir haben schon nach zwei Minuten diesen Fehler gemacht und ein unnötiges Tor kassiert", sagte Trapattoni.

Schnellstarter aus Kroatien



Trapattoni hatte das erste Turnierspiel für Irland seit der WM 2002 in Japan und Südkorea zum "Schlüsselspiel" in der Vorrundengruppe C erklärt, nach 2:37 Minuten lag der Ball aber schon im Netz hinter Given. Kroatiens Kapitän Darijo Srna hatte im Strafraum von der Torauslinie nach innen geflankt, beim Versuch, an den Ball zu kommen, rutschte Mandzukic erst aus, rappelte sich dann aber hoch und köpfte aus etwa zehn Metern ins Tor.

Ein Auftakt nach Maß für die Kroaten. Neben Mandzukic standen vier weitere Bundesliga-Profis auf dem Spielfeld: Ivan Perisic (Borussia Dortmund), Gordon Schildenfeld von Aufsteiger Eintracht Frankfurt, Vedran Corluka (Bayer Leverkusen) und Danijel Pranjic (Bayern München). Ivica Olic (künftig VfL Wolfsburg) und Ivo Ilicevic (1899 Hoffenheim) hatten vor EM-Beginn verletzt absagen müssen.

Mandzukic mit Köpfchen



Auch die "Deutschen" konnten nicht verhindern, dass es nur eine Viertelstunde nach dem kroatischen Führungstreffer 1:1 stand. St. Ledger rannte mit Entschlossenheit in eine Flanke hinein. Hinter den "Trap-Masken" wurde wieder gelacht, Irland war nach nervösem Beginn besser im Spiel, in der temporeichen, aber nicht gerade hochklassigen Begegnung bei strömendem Regen blieben jedoch die Kroaten überlegen. Nach vergebenen Chancen von Perisic und dem international umworbenen Spielgestalter Luka Modric, die Given stark parierte, traf noch vor der Pause Jelavic.

Mit seinem Billard-Treffer nur vier Minuten nach Wiederanpfiff raubte Mandzukic den Iren dann schon fast jede Hoffnung. Die Kroaten, auch in ihren vorangegangenen drei EM-Auftaktspielen ungeschlagen und 2008 Viertelfinalist, spielten die Begegnung anschließend abgebrüht und souverän zu Ende. Sie hatten allerdings auch Glück, als Schiedsrichter Björn Kuipers (Niederlande) bei einem Foul von Schildenfeld an Irlands Torjäger Robbie Keane nicht auf Elfmeter entschied (63.).


Irland: Given - O'Shea, St. Ledger, Dunne, Ward - McGeady (54. Cox), Whelan, Andrews, Duff - Doyle (53. Walters), Keane (75. Long). - Trainer: Trapattoni

Kroatien: Pletikosa - Srna, Corluka, Schildenfeld, Strinic - Vukojevic - Rakitic (90.+2 Dujmovic), Modric, Perisic (89. Eduardo) - Mandzukic, Jelavic (72. Kranjcar). - Trainer: Bilic

Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande)

Tore: 0:1 Mandzukic (3.), 1:1 St. Ledger (19.), 1:2 Jelavic (43. ), 1:3 Mandzukic (48.)

Zuschauer: 39.550 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Andrews - Modric, Kranjcar

Erweiterte Statistik:
Torschüsse: 14:14
Ecken: 1:7
Ballbesitz: 46:54 Prozent
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