DFB-Pokal

10.02.2016 - 10:17 Uhr


BVB-Sieg der Taktik gegen alten Kollegen GroSSkreutz

Trost von den ehemaligen Teamkollegen: Marco Reus, Henrikh Mkhitaryan und Mats Hummels nehmen Kevin Großkreutz in den Arm

Die frühe Führung: Marco Reus bringt den BVB direkt zu Beginn des Spiels auf die Siegerstraße

Zwar erzielt der VfB den zwischenzeitlichen Ausgleich, aber auch Kevin Großkreutz kann die erneute Führung der Dortmunder nicht verhindern

Am Ende gewinnt der BVB mit 3:1. Und auch Erik Durm spricht nach dem Spiel mit dem Ur-Dortmunder Großkreutz

Stuttgart - Borussia Dortmund steht im Halbfinale des DFB-Pokals. Beim VfB Stuttgart waren sie die bessere Mannschaft – und das auch dank ihres Trainers Thomas Tuchel. Auf der Gegenseite stand ein alter Bekannter, der beim Wiedersehen das Nachsehen hatte: Der Ur-Dortmunder Kevin Großkreutz.

Natürlich, und das ist ja völlig klar, waren vor der Partie des VfB Stuttgart gegen Borussia Dortmund alle Augen auf ihn gerichtet (zum Spielbericht): Kevin Großkreutz. Mit sieben Jahren hatte er seine erste Dauerkarte im Dortmunder Block, er kennt in Dortmund jede Ecke und absolvierte 236 Bundesliga-Partien für seine Schwarz-Gelben.

Und er hatte sich vor der Partie gegen seine Heimat-Jungs jede Menge vorgenommen. War er vor der Partie im Kabinengang noch gelaunt und begrüßte seine Dortmunder, wirkte Großkreutz 90 Minuten später doch reichlich ernüchtert. "Wir haben richtig gut gekämpft und besonders in der zweiten Hälfte Druck gemacht", diktierte Großkreutz in die Notizblöcke der Journalisten. "Leider hat es am Ende nicht gereicht, aber jetzt muss es weitergehen."

Kaum zu bremsende BVB-Offensive

In der Tat. Die zuletzt so bärenstarken Stuttgarter verloren trotz großen Kampfes gegen die Gäste aus Dortmund, die nach zuletzt schwächeren Auftritten beim VfB wieder zu alter Form zurückfanden. Das hatte Gründe – und war in erster Linie Trainer Thomas Tuchel zu verdanken. Der hatte im Schwabenland nicht nur einige taktische Finessen zu bieten, sondern hatte es auch geschafft, zuletzt mit Problemen kämpfende Leistungsträger auf den Punkt topfit zu kriegen.

Aber der Reihe nach. "Der Trainer hat uns gesagt, dass wir es wieder schaffen müssen, unsere schnellen Spitzen besser und effizienter zu bedienen", erklärte Abwehrchef  Mats Hummels nach dem Spiel kurz vor Mitternacht. Dieser Aufforderung kamen vor allem die bärenstarken Ilkay Gündogan und Henrikh Mkhitaryan gerne nach. Immer wieder gelang es den beiden, Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang, der sich überraschend auf der rechten Außenbahn wiederfand, in Szene zu setzen. Kein Wunder, dass sich beide Angreifer in die Torschützenliste des Abends einreihen konnten und die Stuttgarter Defensive vor immense Probleme stellten.

Vor allem Reus wies nach, dass er sich auf dem Weg zurück zu alter Stärke befindet. "Marco ist ein sensibler Spieler und soll wieder zum Monster werden", erklärte Tuchel  in der Pressekonferenz. "Er braucht die Freiheit, dass er nicht über seinen Körper nachdenken muss. Wir sind bei ihm noch nicht durch, aber auf dem Weg. Er kann wieder das Monster werden und tut alles dafür." Und das Wichtigste: Tuchel scheint ihm dafür die Zeit zu geben – in Stuttgart jedenfalls war Reus kaum zu bremsen.

"Unter schwierigen Bedingungen ein perfektes Spiel geliefert"

Aber auch defensiv machten die Dortmunder bei den Schwaben vieles richtig. Auch Tuchel ist es nicht entgangen, dass die Stuttgarter im immensen Maße von ihrem schnellen Konterspiel leben. In erster Linie dafür verantwortlich: Daniel Didavi und Filip Kostic. Beide waren am Dienstagabend beinahe unsichtbar, was auch daran lag, dass Lukasz  Piszczek und Matthias Ginter sie wirkungsvoll bekämpften. „Der Trainer hat uns gesagt, dass wir vor allem auf die schnellen Stuttgarter Konter aufpassen sollen. Das ist uns sehr gelungen“,  so Piszczek in seiner Analyse.

Die Dortmunder haben ihren Erfolgsweg wiedergefunden. Auch deswegen war Trainer Tuchel hochzufrieden mit dem Auftritt seiner Mannschaft: „Meine Mannschaft hat unter schwierigen Bedingungen ein perfektes Spiel mit einem perfekten Ergebnis abgeliefert“,  so das Fazit des Coaches in der Pressekonferenz. Und das genau zum richtigen Zeitpunkt. In den kommenden Wochen warten auf den BVB die entscheidenden Spiele, unter anderem in der Europa League. Aber in dieser Verfassung muss den Dortmundern nicht bange sein. Auch nicht vor einemmöglichen Halbfinale im DFB-Pokal gegen den FC Bayern München.

Aus Stuttgart berichtet Jens Fischer

Weitere Artikel
Clubs & Spieler
Fanzone

© 2016 DFL Deutsche Fußball Liga GmbH