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Champions League

23.02.2016 - 08:39 Uhr


Die Bayern in Turin: Angriff ist die beste Verteidigung

Turin - Ein bevorstehendes Jubiläum, ein Wiedersehen mit einem guten Freund und jede Menge "großer" Probleme. Es gibt viel zu tun für den FC Bayern, dennoch präsentierten sich Arjen Robben, Philipp Lahm und Trainer Pep Guardiola vor dem Duell mit der Alten Dame aus Turin (20:45 Uhr) selbstbewusst.

Im feinen dunkelblauen Anzügen und mit roten Vereinskrawatten ausgestattet, betraten Arjen Robben und Philipp Lahm den voll gepackten Presseraum des Juventus Stadium, das etwas außerhalb der Innenstadt entfernt liegt und 2011 fertiggestellt wurde. Für Philipp Lahm ist das Spiel am Dienstagabend ein besonderes. Zum 100. Mal wird er die Champions League-Hymne auf dem Platz hören. Nur sein ehemaliger Teamgefährte Oliver Kahn hat noch mehr Einsätze (103) als der aktuelle Bayern-Kapitän. "Das 100. Spiel wird sicherlich kein leichtes. Juventus ist aktuell sehr gut drauf, aber wir freuen uns auf diesen Klassiker", erklärte Lahm.

Auch Arjen Robben konnte man die Fokussierung auf das Duell mit dem italienischen Meister förmlich ansehen. Mit grimmiger Miene stellte er den Teamspirit in den Vordergrund. "Der Charakter der Mannschaft ist wichtiger als das Personal", so Robben, der sich von Spiel zu Spiel immer besser fühle. „Es fehlt nur noch das Tor“, erklärte der Niederländer. Doch aktuell müsse man sich ja keine Sorgen machen angesichts der Treffsicherheit des Sturmduos Robert Lewandowski und Thomas Müller (Infografik). "Wenn die Beiden mal nicht treffen sollten, muss ich versuchen, zur Stelle zu sein", so Robben weiter.

Guardiola: Der beste Robben, seit ich hier bin

Der Niederländer ist für seinen Trainer Pep Guardiola in bestechender Form. "Ich bin so happy, was Arjen gerade macht", erklärte der Katalane bilingual. "Er hat zwar kein Tor gemacht, aber ich denke, das ist der beste Arjen, den ich hier erlebt habe. Er ist sehr stark, will immer aufs Tor. Außerdem hat er zuletzt viele Tore vorbereitet," schwärmte Guardiola. Im Offensivbereich hat der Bayern-Coach momentan keine Sorgen und kann zwischen den Riberys, Robbens, Comans und Costas hin- und herwechseln ohne einen Qualitätsverlust zu befürchten. Ein Sonderlob erhielt zudem der Brasilianer Douglas Costa. "Er hat unendliches Potenzial und kann ein ganz Großer werden", adelte ihn Guardiola.

Bei Standards David (Alaba) gegen Goliath

Ganz anders sieht es jedoch in der Abwehr aus. Dort muss Guardiola improvisieren. "Ja, wir haben ein Problem", gab der Bayern-Coach auf der PK unumwunden zu, "wir haben keine Innenverteidiger, aber wir werden dafür Lösungen finden müssen." Badstuber, Martinez und Boateng sind länger verletzt, Benatia hat kaum trainiert, zählt aber zum 21-köpfigen Aufgebot, das sich auf den Weg in den Piemont machte. Benatia wird wahrscheinlich nicht beginnen, so dass eventuell Joshua Kimmich und David Alaba die Innenverteidiger bilden werden. Kimmich misst gerade mal 176 cm, der Österreicher Alaba ist immerhin 180 cm groß.

Link: Interview mit Kingsley Coman

"175cm ist für mich immer noch sehr groß", flachste Lahm, der ja nur 170 cm misst. "Hinter der Abwehr stehe dann aber ja noch jemand, der mindestens 180cm, wenn nicht sogar über 185cm groß ist. Lahm spielte auf Torwart Manuel Neuer an, der die Bayern-Abwehr mit 193cm überragend wird. Guardiola: "Wir brauchen unsere beste Leistung und müssen sehr intelligent spielen." Vor allem aber gehe es darum, Konter und Standardsituationen der Italiener zu verhindern. "Juventus ist die beste Mannschaft in Europa bei Standards. Alle Juve-Spieler sind sehr groß und bei uns verteidigt der kleine Kimmich", verglich Guardiola die Größenverhältnisse. Andrea Barzagli (187 cm), Leonardo Bonucci (190 cm), Sami Khedira (189 cm), Paul Pogba (190 cm) und Mario Mandzukic (190 cm) haben gegenüber der Bayern Abwehr alle Gardemaß.

Wiedersehen mit „Mandschu“

Ganz besonders freuen sich die Bayern-Spieler auf das Wiedersehen mit Mario Mandzukic. "Wir hatten eine super Zeit zusammen und haben das Triple gewonnen", erinnerte sich Philipp Lahm gerne an die gemeinsam Zeit zurück. Der Bayern Kapitän erhofft sich am Dienstagabend eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in drei Wochen. "Wir dürfen nicht den Fehler machen, wie in der vergangenen Saison in Barcelona, als wir das Spiel am Ende noch mit 0:3 verloren haben und hektisch wurden. Wir müssen im Hinterkopf haben, dass es auch noch ein Rückspiel gibt."

Guardiola: "Freude hängt nicht vom CL-Gewinn ab"

Zum Ende der Pressekonferenz gab Guardiola sogar noch einen Einblick in sein Seelenleben. Auf die Frage, ob seine Mission in München nur erfolgreich sei, wenn er die Champions League gewinnen würde, entgegnete er: "Meine Freude hängt nicht von dem Gewinn der Champions League ab. Die Familie ist viel wichtiger. Ich habe in meiner Zeit in München viele Freunde gewonnen und wenn ich die Zeit beschreiben müsste, würde ich sie als sehr glücklich empfinden."

Aus Turin berichtet Alexander Barklage

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