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22.12.2013 - 10:12 Uhr


FC Bayern: Fünf Titel - und ein Wunsch für 2014

FCB-Präsident Uli Hoeneß spricht am Bankett der Club-WM mit stolzgeschwellter Brust

Die Münchner fixieren gegen Raja Casablanca den fünften Titel im Jahr 2013

Abwehr-Bollwerk Dante (2.v.r.) bringt die Münchner schon in der siebten Minute auf Kurs

Nach dem Spiel feiern die Münchner den Gewinn der Club-WM und haben auch noch Augen für die Bauchtänzerin (M.)

Marrakesch - Karl-Heinz Rummenigge stand nach dem Triumph bei der Club-WM inmitten seiner "Weltmeister" und schwärmte vom erfolgreichsten Jahr der Vereinsgeschichte, und Präsident Uli Hoeneß wurde sogar  ein wenig sentimental. 

Diese Mannschaft um Kapitän Philipp Lahm habe dem FC Bayern Ehre gemacht wie keine zuvor, sagte er: "Wir sind im Moment der beste Verein der Welt - und ich bin stolz, Präsident dieses Vereins zu sein. Danke!" Dann presste er sichtlich bewegt die Lippen aufeinander und rückte wieder in den Hintergrund.

Dante schläft mit dem Pokal

Die rund 300 Gäste, darunter DFB-Präsident Wolfgang Niersbach und "Kaiser" Franz Beckenbauer, begleiteten seinen Weg mit tosendem Applaus. Dann ging die Party ab. Lahm schwang zu "Cotton Eye Joe" das Lasso, Stürmer Thomas Müller tanzte Samba - oder das, was er dafür hielt -, und Trainer Pep Guardiola schaukelte wechselweise Sohn Marius oder Töchterchen Valentina auf dem Schoß.

Zu all dem ließen Bauchtänzerinnen ihre Hüften kreisen. Mit ins Bett kam aber der Weltpokal - zumindest bei Abwehrchef Dante. Der hatte die Bayern im Endspiel gegen Raja Casablanca mit seinem Tor in Führung gebracht (7.). Thiago besorgte in der 22. Minute den Treffer zum trotz durchschnittlicher Leistung nie gefährdeten 2:0 (2:0)-Endstand.

Verfolger-Schwäche rundet perfekten Abend ab

Als der krönende Abschluss dieses außergewöhnlichen Jahres mit dem fünften Titel geschafft war und erstmals eine deutsche Mannschaft die Club-WM gewonnen hatte, spielten sich seltsame Szenen ab - und doch passten sie zu diesen Bayern. Lahm wurde gleich vier Mal zu FIFA-Präsident Joseph S. Blatter und Marokkos König Mohammed VI. aufs Siegerpodium gerufen und mit Ehrungen geradezu überhäuft: Fair-Play-Preis, Silberner Ball für den zweitbesten WM-Spieler (der Goldene Ball ging an Franck Ribery), gerahmtes Ehrenwappen für die beste Mannschaft des Erdballs, schließlich der Pokal. "Teilweise musste ich da schmunzeln", sagte Lahm, "das eine oder andere hätte man sicher zusammenlegen können."

Eingedenk der Bundesliga-Ergebnisse vom 17. Spieltag hätte es niemanden verwundert, wenn Lahm auch noch die Meisterschale überreicht worden wäre. "Für eine Entscheidung ist es noch zu früh", widersprach Lahm, "aber es ist wieder ein absolut schöner Samstag." Für Sportvorstand Matthias Sammer war er mit Blick auf die Patzer der "Verfolger" aus Leverkusen und Dortmund und den eigenen Triumph gar "perfekt".

Lahm: "Wir sind die Nummer eins"

Dass diese WM gegen sportlich zweitklassige Gegner eine Mogelpackung war, war ihm da gleichgültig. "Club-Weltmeister! Klingt super. Und es heißt nun mal so, ich kann ja auch nichts dafür...", sagte Sammer. Lahm war der sportliche Wert "wurscht. Wer die Champions League und die WM gewinnt, ist die Nummer eins."

Auch 2014? "Das kann man nicht toppen", sagte Rummenigge. Mit Guardiola aber, betonte er, sei es für die Triple-Bayern von dessen Vorgänger Jupp Heynckes "noch ein Stück höher gegangen".

Weltspitze soll Normalität werden

Warum also nicht noch einmal fünf Titel? Oder gar sechs, wenn auch noch der deutsche Supercup gewonnen wird? Die Bayern haben in dieser guten Woche immer wieder betont, dass sie "nicht das Spinnen anfangen" werden, wie es Rummenigge formulierte. Doch der Hunger auf Pokale scheint ungestillt. "Wegen mir kann's so weitergehen", sagte Lahm.

Und Sammer ergänzte: "Es heißt immer, man könne nicht immer gewinnen. Warum nicht? Für uns muss Weltspitze einfach Normalität werden." Sprach's und verabschiedete sich in den Weihnachtsurlaub. Neun Spieler reisten direkt von Marokko in die zweiwöchigen Ferien, der Rest wollte Heiligabend zu Hause bei der Familie genießen. "So wie es sich gehört", sagte Lahm.

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