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28.06.2013 - 10:48 Uhr


Traumfinale beim Confed Cup: Und wieder gewinnen die Bayern

Javier Martinez (l.) stürmt in sein nächstes Endspiel: Nach dem entscheidenden Elfmeter feiert der Bayern-Star mit Juan Mata (M.) und Andres Iniesta

Martinez (l., gegen Giorgio Chiellini) ist amtierender Welt- und Europameister, dazu Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger und Champions-League-Sieger und Supercupsieger. Folgt jetzt der nächste Titel im Confed Cup?

Sein Gegner wird Gastgeber Brasilien sein - sein Bayern-Teamkollege Luiz Gustavo (Nr. 17) und Co. schlugen im anderen Halbfinale Uruguay mit 2:1

Rio de Janeiro - Als Javier Martinez aus der spanischen Jubeltraube wieder auftauchte, hatte er ein breites Grinsen im Gesicht - und mit ihm freute sich (fast) die ganze Fußball-Welt. Spanien gegen Brasilien: Der Confed Cup bekommt sein Traumfinale.
"Ein Finale im Maracana gegen Brasilien, das war schon als Kind mein Traum - jetzt ist er in Erfüllung gegangen", sagte Martinez nach dem 7:6 i.E. (0:0 n.V.) gegen Italien, mit dem die Seleccion das Endspiel erreichte. Dort wird am Sonntag (24.00 Uhr MESZ) der "Meister der Meister" gekrönt - und mindestens ein Profi von Triple-Sieger Bayern München wird auch diesmal wieder jubeln.

Martinez' drittes Endspiel



Er freue sich besonders auf das Duell mit seinen Clubkollegen Luiz Gustavo und Dante, meinte Martinez. "Schon wieder ein Finale", fügte er ein bisschen ungläubig an. Nach denen in Champions League und DFB-Pokal ist es sein drittes in dieser Saison.

Der Welt- und Europameister hatte leiden müssen in der Hitze Fortalezas. Und die Brasilianer, in ihrem Halbfinale gegen Uruguay (2:1) ebenfalls schwer gefordert, wittern nun ihre Chance. "Es ist der richtige Moment für dieses Duell gekommen und der Zeitpunkt, um Spanien vom Sockel zu stoßen", sagte WM-Rekordtorschütze Ronaldo.

Del Bosque: Spieler sind "glücklich wie Kinder"



Die tapferen Italiener hatten Spanien fast so weit. Wer nach dem Spiel in das Gesicht von Trainer Vicente del Bosque blickte, musste glauben, es wäre bereits geschehen gewesen. Schweißperlen bedeckten seine Stirn. "Jetzt lasst mich doch erstmal durchschnaufen", stöhnte er, als er über Brasilien reden sollte. Dann tat er es dennoch: "Ich hoffe, meine Spieler fühlen sich glücklich wie Kinder, weil sie im Maracana spielen dürfen. Sie haben so viel gewonnen, aber das Ding noch nicht. Wir sind wirklich heiß darauf."

Das war seinen Spielern nach dem Halbfinale anzusehen und ihren Worten zu entnehmen. Wann immer das Wort "Maracana" fiel, grinsten sie. Das 10:0 gegen Tahiti in der Vorrunde im "Tempel des Fußballs" war ein schmackhafter Appetitanreger, jetzt wartet der köstliche Hauptgang. "Dieses Spiel weckt unseren Hunger", sagte Kapitän Iker Casillas, der Spanien gegen Italien im Spiel gehalten hatte: "Jeder, der den Fußball liebt, will dieses Spiel sehen, beide Mannschaften verdienen dieses Finale. Es wird ein ganz besonderes Spiel."

"Stürmer" Martinez bleibt Elfer erspart



Möglich gemacht hat es Jesus Navas, der nach dem Fehlschuss von Leonardo Bonucci Spaniens siebten Elfmeter verwandelte. Martinez, von del Bosque in der torlosen Verlängerung in der ungewohnten Stürmer-Rolle erprobt, war darüber besonders froh. "Ich sollte den nächsten Elfmeter schießen, mein Puls raste schon", sagte er. Sein Eingreifen wurde nicht mehr nötig, weil "der kleine Jesus Spanien neues Leben schenkte", wie das Sportblatt Marca dichtete. Die Zeitung AS nannte die Seleccion im Überschwang "unbesiegbar".

Doch Brasilien hat sich bei diesem Turnier jede Menge Respekt zurückgeholt. Welche Spieler er fürchte, wurde del Bosque gefragt. "Todos", antwortete er, alle. "Alle sind in der Lage, uns Probleme zu bereiten. Sie haben Neymar vorne, der fantastisch spielt, aber auch andere sehr starke Spieler." Dass Spanien nach den Strapazen von Fortaleza einen Tag weniger Zeit zur Erholung habe, mache es komplizierter, "aber ich suche keine Ausreden. Wir werden bereit sein und eine gute Show abliefern."

Seit 29 Pflichtspielen ist Spanien jetzt unbezwungen. "Es ist an Zeit, dass diese Serie reißt - und das wird auch passieren", sagte Carlos Alberto Parreira, der technische Koordinator der Selecao.
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