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05.07.2012 - 19:03 Uhr


FIFA beschließt Einführung der Torlinien-Technologie

Der Stein des Anstoßes: Das nicht gegebene Tor im EM-Spiel zwischen der Ukraine und England

Ligapräsident Dr. Reinhard Rauball begrüßt die Entscheidung der FIFA

Die Technologie des "Hawk-Eye" wurde bereits seit einiger Zeit getestet

Chip im Ball: Ingmar Bretz vom Fraunhofer-Institut hat das "Goalref"-System entwickelt

Zürich - Revolution im Profi-Fußball: Der Weltverband FIFA hat einstimmig die Einführung der Torlinien-Technologie beschlossen. Das teilte FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke nach einer Sondersitzung des International Football Association Board (IFAB) unter Vorsitz von FIFA-Präsident Joseph S. Blatter am Donnerstag in Zürich mit. Die Technologie soll bei der Club-WM im Dezember in Tokio, beim Confed-Cup 2013 und bei der WM 2014 in Brasilien verwendet werden.
Die Schiedsrichter dürfen damit auf die Hilfe durch das vom Tennis bekannte Hawk-Eye zur Überwachung der Torlinie und den Chip im Ball (GoalRef-System) setzen. Die FIFA betonte, dass die Hilfsmittel nur zur Überwachung der Torlinie zum Einsatz kämen. Zudem genehmigte das IFAB auch den weiteren Einsatz von Torrichtern. Jeder Veranstalter solle aber selber entscheiden, ob er auf Torrichter zurückgreife.

Ligapräsident Dr. Rauball: "Schritt, der längst überfällig war"



"Das ist keine Alternative mehr, sondern eine Notwendigkeit", sagte Blatter über die Torlinien-Technologie. Die Systeme müssen vom Weltverband allerdings noch zertifiziert werden. Zudem muss in den betreffenden Stadien überprüft werden, ob die Installation machbar ist.

Dr. Reinhard Rauball, Präsident des Ligaverbandes, begrüßt die Entscheidung: "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, der längst überfällig war. Der erneute Test bei der Club-WM ist im Sinne der Sache. Mit einer Entscheidung mit Wirkung für die nun startende Saison war ohnehin nicht zu rechnen. Der Ligaverband wird sich alsbald im Hinblick auf die Saison 2013/14 mit dem Einsatz der Torlinien-Technologie befassen. Dabei werden die zuständigen Gremien sicherlich auch über die Kosten und deren Trägerschaft sprechen."

Auch DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hatte sich im Vorfeld für die Einführung der Technologie ausgesprochen, während der französische UEFA-Präsident Michel Platini strikt dagegen war. Die Hawk-Eye-Technik, die teurere Variante von beiden, wird seit Jahren im Profitennis eingesetzt. Das System arbeitet mit Kameras, die um das Spielfeld positioniert sind. Die GoalRef-Technik, die von Experten des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS) in Erlangen entwickelt wurde, basiert auf einem Magnetfeld am Tor. Passiert der Ball mit Chip die Torlinie, wird dem Schiedsrichter ein Funksignal auf dessen Uhr übermittelt.
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