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11.11.2011 - 14:07 Uhr


Schewtschenkos Erben

Geht auch dahin, wo es weh tut: Oleksandr Rybka gehört zu den besten Torhütern in Europa

An Artem Milevsky scheiden sich die Geister: Genialer Stürmer oder schlampiges Talent?

Oleksandr Aliev (l.) ist nicht unbedingt der Typ für beinharte Zweikämpfe. Er ist ein Meister des ruhenden Balles

Bremen/Hamburg - Viktor Skripnik lebt nun seit 15 Jahren in Deutschland. Zwar hat der ehemalige Bundesliga-Profi und jetzige U17-Trainer von Werder Bremen nicht mehr den tiefsten Einblick in die Strukturen des ukrainischen Fußballs, aber als glühender Fan seines Landes weiß er über die Nationalmannschaft bestens Bescheid.
Die noch aktive Legende Andrij Schwetschenko ist bei den deutschen Fußball-Fans ein Begriff, genauso wie der Ex-Herthaner Andrij Woronin oder Bayerns Anatoliy Tymoshchuk. Vor dem Freundschaftsspiel Deutschlands in Kiew (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker) stellt Skripnik für bundesliga.de die Talente und Leistungsträger hinter den Altstars vor.
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Oleksandr Rybka (Shakhtar Donetsk)

Im Leistungszentrum von Dynamo Kiew werden hinter verschlossenen Türen immer noch die Köpfe geschüttelt, wie man einen Torwart wie Oleksandr Rybka hat ziehen lassen können. Die Augen waren bei Dynamo einfach zu sehr auf Oleksandr Shovkovsky gerichtet. Keinem anderen Fänger wurden Chancen eingeräumt, am Vereins-Urgestein vorbeizukommen. "Rybka zeigt bei Shakhtar Donezk Woche für Woche seine Klasse. Er ist mit seinen 24 Jahren schon ein kompletter Torwart. Ohne Rybka hätte Donetsk in der Champions League nicht zwei Mal Remis gegen St. Petersburg gespielt. Er hat die Punkte festgehalten. Rybka ist in der Ukraine zu Recht die Nummer eins", meint Skripnik.

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Yaroslav Rakitsky (Shakhtar Donetsk):

Eigentlich ist Dmytro Chygrynskiy der Abwehrchef der Ukraine. Danach kommt Taras Mykhalyk. Aber wenn beide verletzt sind, muss halt der erst 22-jährige Yaroslav Rakitsky ran. Skripnik treibt das für das Spiel am Freitag aber nicht den Angstschweiß auf die Stirn. Im Gegenteil. "Rakitsky ist schon sehr abgeklärt. Er ist ein bulliger Spieler, ein typischer Innenverteidiger, an dem man nur schwierig vorbeikommt. Im Spielaufbau hat er zwar noch Schwächen, aber er ist noch jung. Das lernt er noch", urteilt Skripnik. Rakitsky wurde bei der U21-Europameisterschaft trotz des frühen Ausscheidens der Ukraine in das Allstar-Team des Turniers gewählt.

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Oleksandr Aliev (Dynamo Kiew):

"Oleksandr Aliev wird immer noch als eines der größten Talente gesehen, dass die Ukraine jemals hatte. Er wurde sehr früh sehr hoch gelobt, da kommt man schnell in Versuchung. Nun ist Aliev auch schon 26 Jahre alt. Er muss endlich den entscheidenden Schritt machen", sagt Skripnik über Aliev, den Mann für die ruhenden Situationen. Egal ob Eckball oder Freistoß, ob aus 16, 20 oder 25 Metern - Aliev ist da und führt aus. "Aliev ist ein absoluter Freistoßspezialist. Er braucht für seinen Schuss eigentlich einen Waffenschein", warnt Skripnik vor den Fertigkeiten des beidfüßigen Mittelfeldspielers.

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Marko Devic (Metalist Kharkiv)

Marko Devic ist zwar schon 28 Jahre alt, aber doch gehört ihm im ukrainischen Team die Zukunft. Noch steht Devic im Schatten von Schewtschenko und Woronin. Doch wenn nach der EURO für das Duo in der Nationalmannschaft (vielleicht) Schluss ist, wäre die Zeit für Devic da, um mehr Verantwortung zu übernehmen. Der gebürtige Serbe wurde nach seinem Wechsel 2005 in der Ukraine Torschützenkönig. Da dauert es nur wenige Jahre, bis er eingebürgert wurde. "Bei ihm merkt man, dass er das Fußballspielen wirklich liebt. Ein echter Dribbler, der für viel Wirbel sorgt. Im 16er fehlt dann aber ein bisschen der Killerinstinkt", so Skripnik.

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Artem Milevsky (Dynamo Kiew)

Als Schewtschenko 1999 zum AC Mailand wechselte, fehlte bei Dynamo Kiew eine Identifikationsfigur. Mit dem Aufstieg des Top-Talents Milevsky in die erste Mannschaft sollte sich das ab 2002 wieder ändern - hofften zumindest alle. "Er hätte schon viel weiter sein können. Aber er wollte in jungen Jahren sofort alles erreichen. Das ist aber immer sehr schwierig", erklärt Skripnik den eher holprigen Start Milevsky bei Dynamo. Seither gilt der 27-Jährige als "Bad Boy" das ukrainischen Fußballs. Nichtsdestotrotz hat sich Milevsky international schon einen Namen gemacht. 2008 und 2009 wurde der trickreiche Angreifer zudem zum "Fußballer des Jahres" in der Ukraine gekürt.


Michael Reis

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