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15.11.2011 - 09:00 Uhr


Niederlandes Juwelen

Egal wie, der Ball muss in Richtung Tor: Enschedes Luuk de Jong benötigt im Strafraum nicht viele Chancen

Ein Bild mit Symbolcharakter: Kevin Strootman steht in der "Elftal" schon in jungen Jahren im Mittelpunkt

Seine Tätowierungen sind sein Markenzeichen: Amsterdams rechter Verteidiger Gregory van der Wiel

Hamburg - In den Niederlanden sprechen die Fans gerne von der Goldenen Generation. Spieler wie Wesley Sneijder, Rafael van der Vaart oder Robin van Persie sollen unserem Nachbarland nach dem Gewinn der Europameisterschaft 1988 in Deutschland endlich wieder einen Titel bescheren. Bei der WM 2010 in Südafrika hat es ja "nur" zum 2. Platz gereicht.
Doch was passiert, wenn dieser Traum nicht in Erfüllung geht? Rücken weitere Hoffnungsträger nach? Und ob! Beim Freundschaftsspiel gegen Deutschland (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) können Sie sich von den Qualitäten dieser Talente ein Bild machen. bundesliga.de stellt ein Quartett vor.
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Gregory van der Wiel (Ajax Amsterdam)

Man hätte Gregory van der Weil hier vermutlich gar nicht mehr groß vorstellen müssen, hätten sich die vielen Medienberichte im April dieses Jahres bewahrheitet. Zu dem Zeitpunkt sollte die Verpflichtung des Rechtsverteidigers durch den FC Bayern nämlich fix gewesen sein. Auf einmal hatte der FC Chelsea die besten Karten und schließlich ist van der Wiel dann doch bei Ajax Amsterdam geblieben. Dabei hatte es der 22-Jährige beim niederländischen Traditionsclub nicht immer leicht. In der Jugend wurde er aus disziplinarischen Gründen zum Vorortclub HFC Haarlem ausgeliehen. Dort wandelte sich der aufmüpfige Teenager fast schon zum Vorzeigeprofi und knüpfte nach seiner Rückkehr zu Ajax nahtlos in dieser Entwicklung an. Ein rastloser Außenverteidiger, immer unterwegs, beidfüßig, torgefährlich und kompromisslos im Zweikampf. Auf und außerhalb des Platzes fällt er jetzt höchstens noch durch seine vielen Tätowierungen auf.

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Kevin Strootman (PSV Eindhoven)

So etwas nennt man wohl Karrieresprung im Turbogang: Im Januar 2011 wechselte Strootman von Sparta Rotterdam aus der zweiten niederländischen Liga zum FC Utrecht in die "Ehrendivision". Dort machte der defensive Mittelfeldspieler in sechs Monaten so sehr auf sich aufmerksam, dass Bondscoach van Marwijk ihm schon im Februar zum Debüt in der Nationalelf verhalf und PSV Eindhoven im Sommer 13,5 Millionen für seine Verpflichtung nach Utrecht überwies. Seit dem ist der 21-Jährige sowohl beim PSV als auch in der Elftal gesetzt, hat dabei sogar den ehemaligen Hamburger Nigel de Jong verdrängt. Strootman ist ein körperlich robuster Arbeiter, der mit sicherem Passspiel und einer überragenden Schusstechnik auch in der Offensive für Glanzlichter sorgt. "Er hat eine Gabe. Aber alles, was er macht, kann er auch noch besser machen", sagt van Marwijk über seinen Lieblingsschüler.

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Georginio Wijnaldum (PSV Eindhoven)

Wofür so ein Tag der offenen Tür doch gut ist. Hätte Sparta Rotterdam diesen vor rund 15 Jahren nicht abgehalten, der Name Georginio Wijnaldum wäre auf der großen Fußballbühne wohl nicht aufgetaucht. Denn bis dahin hatte der heute 21-Jährige mit dem runden Leder so gar nichts am Hut. Beim ältesten Club der Niederlande genoss er eine vorzügliche Grundausbildung, eher er in der Talentschmiede des Lokalrivalen Feyenoord den Feinschliff verpasst bekam. Im Alter von 16 Jahren und 148 Tagen wurde Wijnaldum der jüngste Feyenoord-Spieler, der jemals in der "Ehrendivision" zum Einsatz kam. Damals brillierte er gleich bei seinem Debüt auf der rechten Außenbahn. Ihn zog es aber immer mehr in die zentrale Position. Seit dem Sommer 2011 zieht er beim PSV Eindhoven die Fäden in der Offensive und ähnelt in seiner Spielweise dabei stark an Rafael van der Vaart.

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Luuk de Jong (Twente Enschede)

Van Basten, Bergkamp, Kluivert, Van Nistelrooy, Kuujt, Van Persie oder Huntelaar - an guten Stürmern hat es den Niederlanden aktuell und in der jüngeren Vergangenheit noch nie gemangelt. Und mit Luuk de Jong von Twente Enschede steht schon ein weiteres hoffnungsvolles Talent in den Startlöchern. Geboren wurde de Jong in der Schweiz - sein Vater und seine Mutter verdienten vor 21 Jahren als Volleyball-Profis ihr Geld bei den Eidgenossen. Im Alter von vier Jahren ging es für de Jong aber zurück in die "Heimat". Ob er die Sprungkraft von seinen Eltern in die Wiege gelegt bekommen hat, ist nicht dokumentiert, aber wer ihn im Kopfballduell bezwingen will, der muss schon mit dünner Luft klar kommen. Es geht hoch hinaus. Das kurze Dribbling im Strafraum mit einem eiskalten Abschluss zählt auch zu seinen Stärken. Nicht so ruhmreich ist sein Passspiel. Aber das ist vor dem Tor auch nicht zwingend gefragt.


Michael Reis

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