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11.10.2011 - 09:47 Uhr


Belgiens "Rote Teufel" im Check

Bittere Pille für Gladbachs Igor de Camargo: Der Stürmer verletzte sich am Montag im Training und fällt verletzt aus

Für de Camargo bekommt deshalb wohl "Wunderstürmer" Romelu Lukaku (r.) eine Chance von Beginn an

Neben de Camargo kennt man auch Daniel van Buyten (3.v.r.h.) vom FC Bayern aus der Bundesliga. Er ist allerdings gesperrt

Belgiens Trainer ist seit November 2010 Georges Leekens. Er hat einen Vertrag bis 2014

München - Die "Roten Teufel" haben Nachholbedarf. Seit der Weltmeisterschaft 2002 in Japan und Südkorea konnte sich die belgische Nationalmannschaft nicht mehr für die Endrunde einer EM oder WM qualifizieren.
Am Dienstag in Düsseldorf haben die Belgier jedoch die Chance, einen großen Schritt in Richtung EURO 2012 zu machen. Mit einem Sieg gegen Deutschland (ab 18:45 Uhr im Live-Ticker) wären sie sicher in den Playoffs. Sollte die Türkei verlieren, könnten sich unsere Nachbarn auch eine Niederlage leisten.

Doch ausgerechnet im wohl wichtigsten Spiel des Jahres fällt Leader Daniel van Buyten aus. Der Abwehrspieler vom FC Bayern München wurde im letzten Qualifikationsspiel gegen Kasachstan verwarnt und fehlt nun gelbgesperrt. Auch Gladbachs Igor de Camargo ist nicht dabei. Er verletzte sich am Montag beim Mannschaftstraining. bundesliga.de erklärt, auf welche Spieler es jetzt ankommen könnte.
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Simon Mignolet

Simon Mignolet bringt eigentlich alles mit, um ein Torwart von Weltklasse-Format zu sein. Stark im Eins-gegen-eins, gute Luftraumbeherrschung, schnelle Reflexe und mit dem Ball kann er auch umgehen. Einzig an Selbstbewusstsein scheint es dem 23-Jährigen ab und an zu fehlen. Die Körpersprache zeugt nicht unbedingt immer davon, dass er sich schon in jungen Jahren in der Premier League durchgesetzt hat. Zwar verpflichtete der FC Sunderland Mignolet 2010 nicht als ersten Torwart, doch Mignolet setzte sich - auch bedingt durch Verletzungen seiner Kontrahenten - durch. In dieser Saison kam er in allen sieben Ligaspielen zum Einsatz und musste dabei acht Mal hinter sich greifen.

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Timmy Simons

Einen Spieler wie Timmy Simons wünscht sich wohl jeder Trainer. Simons erinnert in seiner Spielweise an Mark van Bommel - vielleicht nicht ganz so aggressiv im Zweikampf. Van Bommels Nummer übernahm Simons auch beim PSV Eindhoven, als er 2005 dorthin wechselte. Schnell wurde er zum Führungsspieler und alsbald auch zum Kapitän. 2010 unterschrieb Simons dann in Nürnberg, wo er ebenfalls sofort unverzichtbar wurde. In seiner ersten Saison verpasste er keine Minute. Dank seiner guten Leistungen gab er im August vergangenen Jahres sein Comeback in der Nationalmannschaft. Drei Mal traf er schon für die "Roten Teufel", drei Mal per Strafstoß.

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Jan Vertonghen

Neben Simons gibt es aber noch eine zweite Arbeitsbiene bei den Belgiern, die zwar unauffällig agiert, aber immens wichtig für den Erfolg der Mannschaft ist. Jan Vertonghen macht die Drecksarbeit im Team der Belgier und geht dabei keinem Zweikampf aus dem Weg. Er ist ein physisch sehr starker Spieler. Vorischt ist auch geboten, wenn Vertonghen mit seinem linken Fuß Maß nimmt: In der vergangenen Saison erzielte der 24-Jährige für seinen Club Ajax Amsterdam in 32 Spielen immerhin sechs Tore.

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Eden Hazard

Eden Hazard gilt als das größte Juwel im belgischen Fußball. Einige Fachleute halten ihn sogar für den neuen Lionel Messi, was vielleicht etwas übertrieben ist. Zumindest von der Statur her sind sich die beiden definitiv ähnlich - Messi misst 1,69 Meter Körpergröße, Hazard 1,70 Meter. Beim OSC Lille ist er der Spielmacher. 2005 wechselte er in die Jugendabteilung des französischen Champions-League-Teilnehmers. 2007 gab er sein Debüt in der Ligue 1. 2008/09 wurde er zum besten Nachwuchsspieler in Frankreich gewählt. Eine Saison später verteidigte er seinen Titel - das war vorher noch keinem anderen Spieler gelungen.

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Romelu Lukaku

Neben Eden Hazard befindet sich noch ein weiteres Juwel im Stamm der "Roten Teufel". Romelu Lukaku hat einen Traumstart in seiner Karriere erwischt. Gleich in seiner ersten Saison wurde er beim RSC Anderlecht Meister, Torschützenkönig und A-Nationalspieler. Mit seiner bulligen Statur (1,91 Meter, 93 Kilogramm) bringt er fast jeden Innenverteidiger zur Verzweiflung. Kein Wunder, dass der FC Chelsea im Sommer geschätzte 23 Millionen Euro für den gerade einmal 18 Jahre jungen Stürmer ausgab. Doch bei den "Blues" konnte sich Lukaku noch nicht durchsetzen. Er kam bislang lediglich zu zwei Kurzeinsätzen. Das war mit ein Grund, warum Leekens zuletzt Gladbachs Igor de Camargo das Vertrauen aussprach. Nach dessen Verletzung kann Lukaku sich nun neu beweisen.

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Georges Leekens

Georges Leekens ist ein alter Hase im Trainergeschäft, hat schon bei zwölf Vereinsmannschaften an der Seite gestanden. Belgien, Niederlande, Algerien, Saudi Arabien - er ist schon weit herumgekommen. Nach 1998 ist er zum zweiten Mal für die belgische Nationalmannschaft verantwortlich. Leekens gilt als sehr kommunikativer Trainer und Motivator, der viel mit seinen Spielern spricht. Seit seiner Amtsübernahme haben sich die Belgier um rund 30 Plätze in der FIFA-Rangliste nach vorne gearbeitet. Deshalb ist Leekens überzeugt: "Wir besitzen alle Voraussetzungen, um schon bald größere Erfolge zu landen. Falls uns dies nicht sofort gelingt, dann schaffen wir es eben in naher Zukunft."


Michael Reis

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