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06.10.2011 - 18:49 Uhr


"Nichts dem Zufall überlassen"

Mehmet Ekici absolvierte bislang sechs Länderspiele für die türkische Nationalmannschaft

Sein Debüt feierte er im Freundschaftsspiel gegen die Niederlande, zuletzt war er gegen Kasachstan am Ball

Doch wie auch bei Werder Bremen (hier gegen Herthas Ramos), hat Ekici in der Auswahl der Türkei keinen Stammplatz sicher

Istanbul/Bremen - Wenn die Deutsche Nationalmannschaft am Freitag in Istanbul auf die Türkei trifft (ab 20:15 Uhr im Live-Ticker), ist es für Werder Bremens Mehmet Ekici ein ganz besonderes Spiel.
Noch im September 2010 spielte der deutsch-türkische Mittelfeldspieler bei der U21-Europameisterschaft für die DFB-Auswahl, zwei Monate später absolvierte er sein erstes Länderspiel für die Türkei, dem Heimatland seiner Eltern.

Im Interview vor der Partie spricht Ekici über die Stimmung in türkischen Stadien, analysiert die Situation in der Qualifikations-Gruppe A und gibt einen Ausblick auf die taktische Marschroute der Hausherren.

Frage: Herr Ekici, haben sich viele Freunde und Verwandte für das Spiel in Istanbul angekündigt?

Mehmet Ekici: Ja, es sind viele Freunde und Familienmitglieder hier. Es ist für alle ein besonderes Spiel. Ich spiele das erste Mal gegen Deutschland. Rund um das Spiel habe ich zwar leider keine Zeit für ein Treffen, aber am Freitag werden sie mich und die Mannschaft unterstützen - dafür habe ich auch schon 15 Karten besorgt.

Frage: Und sie werden Sie wahrscheinlich auch frenetisch anfeuern - genau wie die vielen anderen türkischen Fans?

Ekici: Die Stimmung in der Türkei ist wirklich etwas Besonderes, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Als ich das erste Mal für die Nationalmannschaft in der Türkei gespielt habe, da war ich überwältigt und wusste gar nicht, wo ich gelandet bin.

Frage: Ist das ein Vorteil für die Türkei?

Ekici: Das könnte ein Pluspunkt sein, aber wir müssen an unsere Fähigkeiten glauben, dann haben wir auch eine Chance.

Frage: Wie schätzen Sie die Chancen der Türkei auf die Qualifikation zur EURO ein?

Ekici: Wir sind Zweiter, haben aber auch nur zwei Punkte Vorsprung auf Belgien. Es ist wirklich sehr eng in der Gruppe. Um unseren Platz bis zum Ende zu verteidigen, wollen wir gegen Deutschland mindestens einen Punkt holen, um dann mit einem Sieg in Aserbaidschan alles klar zu machen.

Frage: Freuen Sie sich auf ein Wiedersehen mit Ihrem ehemaligen Teamkollegen Per Mertesacker, der jetzt bei Arsenal in London spielt?

Ekici: Es ist immer etwas Besonderes, wenn man ehemalige Mitspieler trifft. "Merte" habe ich leider nur kurz kennengelernt und auch noch keine Gelegenheit gehabt, mich zu verabschieden. Er ist charakterlich und sportlich ein feiner Kerl und ich freue mich, ihn zu treffen. Aber ich freue mich auch auf die Bayern-Fraktion. Mit einigen, wie zum Beispiel Thomas Müller, habe ich in der Jugend zusammengespielt.

Frage: Und was ist mit Mesut Özil?

Ekici: Wir kennen uns gar nicht persönlich und haben deshalb auch keinen Bezug zueinander - außer, dass wir beide türkische Wurzeln haben.

Frage: Wie geht das Spiel aus und wer kommt in der Gruppe weiter?

Ekici: Im Fußball ist es im Vorfeld immer schwer zu sagen, wie ein Spiel ausgehen wird. Deutschland ist schon sicher für die EURO qualifiziert. Aber ich bin sicher, dass sie nicht nachlassen werden in den ausstehenden Spielen und dass es daher sehr schwer wird. Wir stehen momentan besser da als Belgien und die Belgier müssen am letzten Spieltag auch noch gegen Deutschland spielen. Aber wir wollen nichts dem Zufall überlassen und möglichst schon am Freitag für klare Verhältnisse sorgen. Entsprechend werden wir auftreten.
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