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Europa League

04.10.2013 - 11:58 Uhr


Veh staunt über seine Eintracht

Selbstbewusst und abgezockt hat Eintracht Frankfurt auch das zweite EL-Gruppenspiel in Nikosia gewonnen

Das Auftreten der Hessen hat selbst Eintracht-Trainer Armin Veh überrascht

Sebastian Jung (l., mit Johannes Flum) fordert am Sonntag in Freiburg wieder höchste Konzentration von seiner Mannschaft

Nikosia - Auf der nächtlichen Rückreise von der Insel der Götter hatte die Chartermaschine von Eintracht Frankfurt mit heftigem Gegenwind zu kämpfen. Erst nach knapp viereinhalbstündiger Flugzeit setzte der Jet aus Zypern am Freitagmorgen um 6:20 Uhr in der Mainmetropole auf.
Dass die Profis um Kapitän Sebastian Jung nach dem 3:0 bei APOEL Nikosia trotzdem ausgeruht wirkten und vor dem Nachmittagstraining eine Art Rückenwind verspürten, lag nicht nur an der von Trainer Armin Veh im Flieger verordneten "Nachtruhe".

Mit dem zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel der Europa League (6 Punkte/6:0 Tore) haben die Hessen auf der internationalen Bühne eine Duftmarke gesetzt. Das Erreichen der K.o.-Runde scheint nach sieben Jahren Euro-Abstinenz nur noch Formsache zu sein.

"Wir haben nichts zu verlieren"



Selbst Veh war nach der souverän gelösten Pflichtaufgabe gegen den Champions-League-Viertelfinalisten von 2011 ein wenig überrascht über die Abgezocktheit seiner ersatzgeschwächten Elf. "Die Mannschaft ist unerfahren, was den Europacup angeht. Aber sie ist aufgetreten, als ob sie schon jahrelang dabei ist", lobte der 52-Jährige, der erneut auf die verletzten Alexander Meier, Pirmin Schwegler und Jan Rosenthal verzichten musste.

Auch den kurzfristigen Ausfall des formstarken Stefan Aigner, der beim Warmmachen Schmerzen im rechten Fuß verspürte, steckte der Tabellendreizehnte der Bundesliga problemlos weg. "Wir sind inzwischen in der Lage, so etwas zu kompensieren", sagte Marco Russ nicht ohne Stolz. Der Mittelfeldspieler kennt auch das Erfolgsrezept der Hessen: "Wir treten international ohne Furcht auf, denn wir haben ja nichts zu verlieren."

Bezeichnend, dass Aigner-Vertreter Srdjan Lakic den vorentscheidenden Treffer zum 2:0 (59.) beisteuerte. Den Schlusspunkt setzte der überragende Jung (66.), der auch an der Führung der Frankfurter maßgeblich beteiligt war. Eine Hereingabe des offensivstarken Außenverteidigers lenkte Nikosia-Kapitän Nektarios Alexandrou (27.) ins eigene Gehäuse.

Jung will "durchatmen" können



Auf der Tribüne freute sich Heribert Bruchhagen über die souveräne Tabellenführung in der Gruppe F. "Es spricht alles dafür, dass wir international überwintern. Das ist ein sehr schönes Gefühl", sagte der Eintracht-Vorstandsboss und schwärmte: "Sieben Jahre lang waren wir über Bord. Daher ist jedes Spiel auf internationaler Bühne ein Highlight für uns. Wir genießen das."

Nach der Kür dachte Bruchhagen allerdings auch schon wieder an die (Bundesliga)-Pflicht - und die heißt am Sonntag SC Freiburg (ab 17 Uhr im Live-Ticker). "Dann werde ich im Gegensatz zur Europa League wieder großen Druck empfinden. Da werden wir sehen, wie schwer die Bundesliga ist", meinte der 65-Jährige mit Blick auf die bislang durchwachsene Ausbeute der Veh-Elf (acht Punkte in sieben Spielen).

Jung appellierte derweil an seine Teamkollegen, im sechsten Spiel binnen 18 Tagen noch einmal alles zu geben. "In Freiburg wartet ein schweres Auswärtsspiel. Das wollen wir gewinnen, um in der Bundesliga ein bisschen durchatmen zu können", sagte der 23-Jährige. Danach wartet eine knapp zweiwöchige Länderspielpause auf die Eintracht-Profis, die international wieder am 24. Oktober gegen den Gruppen-Zweiten Maccabi Tel Aviv (vier Punkte) im Einsatz sind.
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