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19.02.2014 - 12:25 Uhr


Cha: "Nach dem UEFA-Cup-Sieg ohne Strom im Dunkeln"

Bum-kun Cha holte mit Eintracht Frankfurt 1980 den UEFA-Pokal und schaffte das gleiche Kunststück 1988 mit Bayer Leverkusen (© Imago)

Der wieselflinke Stürmer erzielte in 122 Partien für die Hessen 46 Tore und war der erste Südkoreaner in der Bundesliga (© Imago)

Nach seiner Zeit als Aktiver versuchte sich Cha (l.) als Coach in Südkorea. Dort kam durch den Sponsor Samsung eine Verbindung zum Chelsea-Trainer Jose Mourinho zustande

Frankfurt - Für die Fans von Eintracht Frankfurt ist er eine Legende: Bum-kun Cha. Der Südkoreaner spielte von 1979 bis 1983 bei den Hessen, erzielte dabei 46 Tore in 122 Spielen und holte mit dem Verein in seiner ersten Saison den UEFA-Cup. Beim Vorgänger der Europa League hatte der heute 61-Jährige mit drei Treffern im Europapokal großen Anteil am Sieg der Frankfurter.

Für bundesliga.de erinnert er sich an diesen Erfolg und schätzt die Chance für ein Weiterkommen der Eintracht gegen den favorisierten FC Porto (Donnerstag, ab 20:50 Uhr im Live-Ticker) ein. Gerade im Rückspiel in Frankfurt könnten die Hessen überraschen. In dieser Europa-League-Saison ist die Bilanz in der Commerzbank-Arena makellos: 9:1 Tore und vier Siege in vier Spielen.

bundesliga.de: Herr Cha, Sie haben 1980 mit der Eintracht Ihren ersten Titel in Europa geholt. Welche Bedeutung hatte das für Sie?

Bum-kun Cha: Als ich den UEFA-Cup mit Frankfurt gewonnen habe, konnte ich das noch gar nicht einschätzen. Ich war erst ein paar Monate in Deutschland und war mir der Bedeutung dieses Erfolges nicht bewusst. In Südkorea kannte man diesen Wettbewerb gar nicht. Es zählte nur die Weltmeisterschaft und keine europäischen Vereinstitel. Ich dachte, dass wir den UEFA-Cup jedes Jahr gewinnen könnten.

bundesliga.de: Aber um Sie herum muss die Freude doch enorm gewesen sein?

Cha: So nach und nach habe ich das auch gemerkt. Meine Mannschaftskameraden freuten sich sehr. Überall in der Stadt wurde mir auf die Schultern geklopft und als ich den Pokal auf dem Römerbalkon hochhob, jubelten mir die Massen zu. Da wurde mir klar, dass wir wohl doch etwas Besonderes geschafft hatten.

bundesliga.de: Wie sahen denn die Feierlichkeiten nach dem Spiel aus?

Cha: Wir waren zum Essen in einem Hotel um die Ecke und feierten unseren Sieg. Ich weiß aber nicht mehr, womit der Pokal damals gefüllt wurde. Als ich dann nach Hause kam gab es eine große Überraschung: Das Licht ging nicht. Mir wurde der Strom abgestellt, weil ich die Rechnungen nicht bezahlt hatte. Ich habe sie ja nicht verstanden und immer weggeschmissen. Ausgerechnet an diesem Abend saß ich im Dunkeln.

bundesliga.de: Das würde Ihnen heute nicht mehr passieren. Wie häufig sind Sie denn noch in Deutschland? Welche Kontakte gibt es noch?

Cha: Ich bin ein paar Mal im Jahr in Deutschland und besuche meine Freunde in Leverkusen und Frankfurt. Dann gehen wir zusammen Golf spielen und ich schaue mir auch Spiele live an. Bei meinem letzten Besuch habe ich unter anderem das Heimspiel der Eintracht gegen Girondins Bordeaux in der Europa League gesehen. Ansonsten verfolge ich die europäischen Ligen hier aus Südkorea. Inzwischen werden viele Spiele live übertragen. Die Niederlage der Eintracht gegen Dortmund habe ich mir am Samstag im Fernsehen angeschaut.

bundesliga.de: Was war ihr Eindruck? Was trauen Sie der Mannschaft zu?

Cha: Das Spiel in der Bundesliga kann man mit dem gegen den FC Porto nicht vergleichen. Die Eintracht wird eine stärkere Mannschaft auf dem Platz haben. Für Frankfurt wird es aber trotzdem sehr schwer sich gegen Porto durchzusetzen. Das ist ein Top-Verein und für mich der klare Favorit, aber in einem K.o.-Spiel ist alles möglich. Ich drücke der Eintracht auf jeden Fall die Daumen!

Das Gespräch führte Alexander Dionisius

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