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13.03.2013 - 12:04 Uhr


VfB: Im Geisterspiel "das Unmögliche möglich machen"

Georg Niedermeier (r.) will im Rückspiel bei Lazio Rom das "Unmögliche möglich machen"

Zuhause verlor der VfB mit 0:2. Auch Serdar Tasci konnte die beiden Gegentreffer nicht verhindern

Um den Einzug ins Europa-League-Viertelfinale doch noch zu schaffen, ist ein harter Kampf nötig

Stuttgart - Der Frust saß tief beim VfB Stuttgart. 0:1 hatten die Schaben das letzte Bundesliga-Heimspiel gegen den Hamburger SV verloren. Die Mannschaft hat gekämpft, gerackert und ist gerannt, um am Ende erneut auf die bislang desaströse Rückrunden-Bilanz angesprochen zu werden. Vier Punkte in acht Spielen, dabei gerade einmal fünf Tore erzielt - der Stuttgart ist die schlechteste Elf im Jahr 2013 und hat mittlerweile saisonübergreifend sechs seiner insgesamt zwölf Heimpartien verloren.
Und nun, mitten im schwäbischen Stimmungstief, wartet die Reise in die "ewige Stadt". Am Donnerstagabend will der VfB versuchen, im Rückspiel des Europa-League-Achtelfinales bei Lazio Rom (Do., ab 20:50 Uhr im Live-Ticker) das Unmögliche doch noch möglich zu machen.

Keine Zuschauer - keine Chance?



0:2 hat die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia das Hinspiel verloren und war dabei den cleveren Römern deutlich unterlegen gewesen. Eigentlich ist es kaum vorstellbar, dass der VfB beim "Geisterspiel" ohne Zuschauer in Rom (Lazio wurde von der UEFA wegen rassistischer Äußerungen beim Spiel gegen Borussia Mönchengladbach dazu verdonnert) in der derzeitigen Verfassung wirklich eine realistische Chance besitzt.

Aufgegeben haben sich die Stuttgarter Spieler aber noch lange nicht. Georg Niedermeier kündigt an: "Wir wollen versuchen, das Unmögliche möglich zu machen."

Bobic: "Spieler wirken kraftlos"



Man merkt den Schwaben an, dass sie den internationalen Wettbewerb nicht einfach herschenken wollen. Krise in der Bundesliga hin oder her - die Europa League, und das auch noch in Rom, bleibt für jeden Spieler ein erlebnisorientierter Extra-Bonus.

Den VfB-Verantwortlichen allerdings machen die zusätzlichen internationalen Auftritte Sorgen. "Natürlich merkt man den Spielern an, dass sie speziell gegen Ende der Spiele ein wenig kraftlos wirken", konstatierte Sportdirektor Fredi Bobic. Und auch Trainer Labbadia wies in den vergangenen Tagen immer wieder darauf hin, wie dünn besetzt doch der Kader seiner Mannschaft sei. Müde Beine, wenig Ideen, kaum Kreativität - der VfB bewegt sich derzeit im fußballerischen Teufelskreis. Es ist ein Kampf gegen den inneren Schweinhund - der aber wird zunehmend bissiger.

Die Einstellung stimmt



Auch deshalb machen Labbadia, Bobic und Co. dem Personal auf dem grünen Rasen keine Vorwürfe. "An der Einstellung gibt es nichts zu mäkeln, die Mannschaft kämpft", so Bobic. Der Ex-Stürmer hat Recht, aber nach bisher 40 absolvierten Pflichtspielen in dieser Spielzeit reichen Wille und Leidenschaft einfach nicht mehr aus. Man sah es gegen den HSV, aber noch viel deutlicher im Hinspiel gegen Rom, dass ohne spielerische Momente bei der Qualität der Gegner nicht viel zu holen ist. "Wir sind nicht effektiv genug", gibt auch Christian Gentner offen zu. "Deshalb reicht es momentan einfach nicht."

Jetzt am Donnerstag also Rom, am Sonntag darauf wartet die schwere Auswärtspartie bei Eintracht Frankfurt - der VfB steht weiter unter Volldampf. Acht Punkte Vorsprung haben die Stuttgarter in der Bundesliga noch auf einen Relegationsplatz: Einerseits beruhigend, andererseits aber auch nicht so komfortabel, als dass man nicht noch den ein oder anderen Sieg einfahren müsste. Nur wie, das ist momentan die große Frage am Neckar.

Auf einen Spieler werden die Schwaben bei Lazio, die in dieser Europa-League-Runde noch kein Spiel verloren haben, wohl verzichten müssen. Der Rumäne Alexandru Maxim, im Hinspiel bis zu seiner Auswechslung der beste Stuttgarter, laboriert weiter an den Folgen einer Gehirnerschütterung samt Nasenbeinbruch. Dafür ist Vedad Ibisevic wieder mit an Bord. Immerhin ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Jens Fischer
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