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Europa League

06.12.2012 - 20:52 Uhr


Stuttgart trotz Niederlage eine Runde weiter

Zum Verzweifeln: Der VfB Stuttgart und Christian Gentner lassen im Heimspiel gegen Molde zu viele Chancen liegen und verlieren am Ende knapp mit 0:1

Stuttgart beginnt druckvoll und kommt früh zu Chancen...

...doch Martin Harnik und Co. scheitern immer wieder am starken Gäste-Schlussmann

Molde ist bei Kontern stets gefährlich, doch der VfB kann sich auf seinen starken Torwart Sven Ulreich (r.) verlassen

Kurz vor der Pause ist jedoch auch Ulreich machtlos und Davy Claude Angan (r.) trifft zur 1:0-Pausenführung

Im zweiten Durchgang steigert sich der VfB und hat zahlreiche Möglichkeiten, doch Vedad Ibisevic (r.) und seine Kollegen kriegen den Ball nicht im Tor unter

Stuttgart - Trotz einer sehr dürftigen Vorstellung hat der VfB Stuttgart für ein historisches deutsches Europapokal-Ergebnis gesorgt. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia zitterte sich trotz eines 0:1 (0:1) gegen den norwegischen Meister Molde FK in die Zwischenrunde der Europa-League, enttäuschte dabei aber maßlos.

Damit sind alle sieben Vertreter aus der Bundesliga nach der Vorrunde noch dabei und sorgen damit für einen Rekord in der Europapokalgeschichte. Alle anderen sechs deutschen Vereine hatten die Gruppenphase in der Champions League oder Europa League bereits zuvor erfolgreich überstanden.

Stuttgart beginnt schwungvoll



Die insgesamt äußerst schwachen Stuttgarter, die zuletzt international noch mit zwei Siegen in Folge überzeugt hatten, hatte kurz vor der Pause Davy Claude Angan (45.+1) bestraft. Nach dem Wechsel rannten die Schwaben vor 15.550 Zuschauern dann eher kopflos an, vergaben zahlreiche Chancen und hatten aber Glück, dass im Parallelspiel der FC Kopenhagen im Fernduell um das Zwischenrundenticket nicht gegen Gruppensieger Steaua Bukarest gewann (1:1).
Nach dem Spiel wurden die Spieler trotzdem von den eigenen Fans ausgepfiffen. "Wenn man verliert, ist das normal", sagte VfB-Sportdirektor Fredi Bobic: "Wir haben in der ersten Halbzeit sehr schlecht gespielt. Im zweiten Durchgang haben wir zu viele Chancen liegen gelassen. Wir hätten noch drei Stunden weiterspielen können und hätten nicht getroffen. Aber wir müssen uns den Mund abwischen und freuen uns jetzt über das Weiterkommen."

Dabei begann der VfB, der bereits am Samstagnachmittag in der Bundesliga auf Schalke 04 trifft, recht schwungvoll. Gerade über die linke Seite mit dem gut aufgelegten Ibrahima Traore entstand sofort Gefahr für den norwegischen Meister, der kürzlich zum zweiten Mal in Folge den nationalen Titel gewonnen hatte.

Torchancen lange Zeit Mangelware



Aber Stuttgart baute rasch ab. Die Elf von Ex-ManUnited-Star Ole Gunnar Solksjaer, seit dem 1:2 in der Europa League am 22. November in Kopenhagen ohne jedes Pflichtspiel, zeigte sich dagegen unbekümmert und spielfreudig. Durch Jo Inge Berget (16.) besaß Molde, das keine Chance mehr auf das Erreichen der Zwischenrunde hatte, die zunächst beste Gelegenheit des Spiels. VfB-Torhüter Sven Ulreich musste dann auch bei einem Freistoß von Magnus Eikrem (24.) zupacken.

Beim nachlassenden VfB schlichen sich mit zunehmender Spieldauer viele Fehler ein. Das gesamte Defensivverhalten wirkte ohne den in der Bundesliga gesperrten und angeschlagenen Serdar Tasci unorganisiert und fahrig. Die Stuttgarter boten viel zu viele Räume an. Zudem blieben große Torchancen lange aus.

Rückstand kurz vor der Pause



Die beste Gelegenheit vergab der für den früh verletzten Tunay Torun eingewechselte Martin Harnik (39.). Der Österreicher, der in der 47. und 69. Minute weitere Möglichkeiten vergab, scheiterte aber an Molde-Keeper Espen Pettersen. Angan machte es auf der anderen Seite nach einem Konter gegen die viel zu weit aufgerückte VfB-Elf besser.
"Ich habe mich in der Pause extrem geärgert, wir haben in der ersten Hälfte alles vermissen lassen", sagte Coach Labbadia nach der Niederlage: "Die zweite Hälfte war dann typisch, wenn du erst nicht konsequent bist und dann hinterherrennst."

In der zweiten Hälfte machte der VfB zwar mehr Druck, offenbarte aber immer wieder eklatante Schwächen im Abschluss. Allein Harnik hätte für die Gastgeber im zweiten Durchgang dreimal für den Ausgleich sorgen können, wenn nicht sogar müssen. So aber mussten die Schwaben bis zum Schlusspfiff um das Ticket für die K.o.-Runde bangen.


VfB Stuttgart: Ulreich - Sakai, Maza, Niedermeier, Molinaro - Gentner - Okazaki (70. Holzhauser), Hajnal (88. Röcker) - Torun (29. Harnik), Traore - Ibisevic

Molde FK: Pettersen - Linnes, Ödegaard, Forren, Rindaröy - Eikrem, Moström - Gatt (68. Hussain), Berget (79. Simonsen), Diouf - Angan (64. Chima)

Schiedsrichter: Blom (Niederlande)

Tore: 0:1 Angan (45.+1)

Zuschauer: 15.550

Gelbe Karten: Traore - Forren (2)
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