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Europa League

15.02.2013 - 13:56 Uhr


Fehler korrigieren

Thorben Marx erzielte per Elfmeter das zwischenzeitliche 2:2

Martin Stranzl trat sogar zwei Mal vom Punkt an - und scheiterte beim zweiten Versuch

Zweikampf zwischen Gladbachs Havard Nordtveit und Cristian Ledesma

Mönchengladbach - Nach dem 3:3-Spektakel gegen Lazio Rom muss für Borussia Mönchengladbach im Rückspiel am kommenden Donnerstag in der "ewigen Stadt" schon ein kleines Wunder her, um noch das Achtelfinale der Europa League zu erreichen. Und schon am Samstag wartet die nächste schwere Aufgabe in der Bundesliga. Viel Zeit, sich über den verschenkten Sieg zu ärgern, bleibt dem Team von Trainer Lucien Favre also nicht.
Mit einem 3:2-Erfolg im Gepäck hätte es sich nächste Woche durchaus komfortabler nach Italien reisen lassen. Nachdem die "Elf vom Niederrhein" aus einem 1:2 noch ein 3:2 gemacht hatte, ließ sie sich von den "Laziali" in der Nachspielzeit aber noch kalt erwischen. Es war der bittere Schlusspunkt in einem kuriosen Achterbahn-Spiel, in dem die Gastgeber drei Elfmeter (Europa League Rekord) zugesprochen bekamen.

"Das darf nicht passieren"



"Wenn du in Überzahl 3:2 führst, musst du den Sieg einfach über die Bühne bringen. Das darf nicht passieren. Da müssen wir besser verteidigen", so Martin Stranzl. Besonders ärgerte sich der Österreicher darüber, dass die Gegentore allesamt aus dem Spiel gefallen sind. "Jeder muss wieder mehr für den anderen rennen, dann spielen wir auch wieder besser und erfolgreicher".

"Das dritte Gegentor trübt unsere Freude natürlich sehr. Das hätte uns nicht passieren dürfen. Aber wir fahren trotzdem zuversichtlich nach Rom und wollen die nächste Runde erreichen. Ich glaube auch noch daran", sagte Thorben Marx.

"Nehmen auch ein 4:4"



Die Ausgangslage ist klar. Ein Sieg (oder ein Remis höher als 3:3) muss im Olympiastadion her. Dass die Borussia auf internationalem Parkett auch auswärts bestehen kann, hat sie im Rückspiel der Champions-League-Qualifikation beim 2:1 in Kiew (Hinspiel 1:3) bewiesen. "Daraus können wir Hoffnung schöpfen. Ich denke, wir können auch in Rom gewinnen", sagte Tony Jantschke nach dem verrückten Spiel im Borussia Park. "Ich würde aber auch ein 4:4 nehmen" fügte er schmunzelnd hinzu.

Spiele der Borussia haben tatsächlich momentan eine Tor-Garantie, für beide Seiten wohlgemerkt. Bereits gegen Leverkusen hieß es zuletzt 3:3. Jantschke: "Letzte Woche hatten wir ein positives 3:3, heute ein negatives. Auf so einem Niveau wird nun mal jeder Fehler bestraft".

Problemzone Abwehr



Vor allem seine Abwehr bereitet Trainer Lucien Favre derzeit größere Sorgen. Gegen Lazio stellte er erneut um, ließ Martin Stranzl auf rechts verteidigen und schickte Tony Jantschke erstmals auf die "Doppelsechs" neben Havard Nordtveit. Roel Brouwers bildete mit Alvaro Dominguez die Innenverteidigung, die sich erneut als anfällig entpuppte.

Neun Gegentore haben die "Fohlen" in den letzten vier Pflichtspielen kassiert. Auf der anderen Seite erzielten Gladbachs Abwehrspieler ihrerseits bereits neun Bundesliga-Treffer (Ligaspitze), während Stürmertore eher Mangelware sind. Verkehrte Welt in Gladbach.
"Wir haben gegen Lazio wieder Charakter gezeigt und uns zurückgekämpft, aber wir kassieren wieder drei Tore. Diese Fehler müssen wir dringend korrigieren", so Favre.

HSV voller Selbtvertrauen



Gelegenheit dazu hat Gladbach bereits morgen beim Gastspiel in Hamburg. Nach dem 4:1 bei Meister Borussia Dortmund dürfte die Mannschaft von Trainer Torsten Fink vor Selbstvertrauen nur so strotzen. "Wir wissen, dass Hamburg momentan sehr gut drauf ist. Angst haben wir nicht. Wir wollen auch dort punkten", gibt sich Tony Jantschke zuversichtlich. Das Hinspiel im Borussia Park endete 2:2, eines von insgesamt neun Unentschieden (so viele wie in der gesamten letzen Saison) der Gladbacher, die sich mittlerweile zu Remis-Königen entwickeln.

Viel Arbeit wird wieder auf die Abwehrreihe zukommen. In Artjoms Rudnevs und Heung Min Son stellt der HSV das mit zusammen 19 Toren erfolgreichste Offensiv-Duo der Liga.

Kampf um Europa



Im Kampf um die Europapokal-Plätze könnten sich Rafael van der Vaart und Co. mit einem Sieg ein Vier-Punkte-Polster auf Mönchengladbach verschaffen. Die "Fohlenelf" könnte ihrerseits mit einem "Dreier" am HSV vorbeiziehen. Genügend Brisanz für eine spannende Partie. Tony Jantschke weiß, worauf es nach dem irren Lazio-Spiel nun ankommt: "Wir müssen jetzt regenerieren, viel essen, viel schlafen und einfach zur Ruhe kommen." Bis zum nächsten Spektakel mit Gladbacher Beteiligung.

Aus Mönchengladbach berichtet Markus Hoffmann
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