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Europa League

15.02.2013 - 17:11 Uhr


Bayer fehlen "Konsequenz und Galligkeit"

0:1 gegen Benfica Lissabon: Auch Andre Schürrle (u.) mühte sich vergeblich und wurde zur Pause ausgewechselt

Die spielentscheidende Szene: Oscar Cardozo (r.) lupft den Ball über Bayer-Keeper Bernd Leno

Sidney Sam (r., gegen Luisao) verpasste in letzter Sekunde den möglichen Ausgleich

Leverkusen - Bayer Leverkusen steht nach der 0:1-Heimniederlage gegen Benfica Lissabon vor dem Aus in der Europa League. Die Rheinländer setzten damit gegen den Rekordmeister Portugals den Trend der letzten Wochen fort, sich für ordentliche Leistungen nicht zu belohnen.
"Wir haben keine Leistungskrise, sondern eine Ergebniskrise", bemerkte Bayer-Kapitän Simon Rolfes nach der Niederlage. Nur ein Sieg gelang der "Werkself" in den letzten sechs Pflichtspielen, zuletzt gab es vier Mal in Serie kein Erfolgserlebnis. Langsam aber sicher wird es wieder Zeit für einen Dreier.

"Wir müssen wieder sofort die Konsequenz vorne und hinten hinbekommen. Das ist überfällig", forderte Sascha Lewandowski. "Das brauchen wir schon am Samstag gegen Augsburg." Der Coach ist es leid, Komplimente für die ansehnliche Spielweise seiner Mannschaft zu bekommen, so lange der Ertrag nicht stimmt.

Lewandowski: "Momentan ist es einen Tick zu wenig



"Es spielt sich viel im Kopf ab", hat Lewandowski erkannt. "Wir wurden viel gelobt dafür, dass wir unseren Fußball nochmals in vielen Bereichen verbessert haben. Vielleicht hat das unterbewusst dazu geführt, dass in manchen Situationen etwas fehlt in der letzten Konsequenz und Galligkeit. Im Moment ist es einen Tick zu wenig."

Der Bundesliga-Dritte berauschte sich zuletzt in schöner Regelmäßigkeit an seinem eigenen attraktiven Spiel, vergaß aber, den Sack zuzumachen. So steht Leverkusen etwas bedröppelt da. Die Hoffnungen, in der Europa League ein gewichtiges Wort bei der Titelvergabe mitzuspielen, drohen bereits vor dem Achtelfinale zu platzen.

Bayer-Coach kontert Kritik an der Aufstellung



Kritik kam an der Mannschaftsaufstellung gegen Benfica auf. Verwundert nahmen die Experten zur Kenntnis, dass der Langzeitverletzte Michal Kadlec ausgerechnet in diesem wichtigen K.o.-Spiel sein Comeback auf der linken Außenbahn feierte. Der Coach verteidigte die Entscheidung.

"Unser Gegner hat sehr viel mehr durchgewechselt als wir", sagte Sascha Lewandowski. "Wir haben Kadlec, der viele Jahre ein Leistungsträger war und nun wieder fit ist, als Linksverteidiger gebracht. Rechts pausierte Carvajal wegen einer Verletzung. Mehr war es nicht."

Unter dem Strich fruchtete die Maßnahme, die sicher auch dem nur 42 Stunden später folgenden Bundesliga-Spiel gegen Augsburg geschuldet war, zumindest gegen Benfica noch nicht. Bayer droht sich aus dem internationalen Wettbewerb zu verabschieden, bevor dieser erst so richtig los geht.

Völler: "Wir wurden nicht abgeschossen"



"Wir haben nur 0:1 verloren und nicht das zweite und dritte Tor bekommen. Wir wurden nicht abgeschossen, haben gut dagegen gehalten und haben immer noch eine Chance im Rückspiel", äußerte sich Bayer-Sportchef Rudi Völler weiter optimistisch. Und trotzdem: Leverkusens Anspruch kann es nicht sein, im eigenen Stadion mit einer knappen Niederlage zufrieden zu sein.

Die Lissabon-Pleite muss nun schnellstmöglich aus den Köpfen. Am Samstag steht das Heimspiel gegen den FC Augsburg auf dem Programm. Ein Sieg ist Pflicht. "Das ist unser Ziel, egal wie kurz die Pause war. Es gibt keine Alibis oder Entschuldigungen", setzt Sascha Lewandowski die "Werkself" unter Druck.

Respekt vor einem erstarkten FC Augsburg



Dem Gegner zollt der Trainer seinen Respekt. "Augsburg hat neben den Bayern als einzige Bundesliga-Mannschaft in diesem Jahr noch kein Spiel verloren und war eigentlich in allen vier Spielen die bessere Mannschaft. Sie spielen nach vorne gut und verlegen sich nicht aufs Mauern", hat Lewandowski beobachtet.

In den bisherigen drei Bundesliga-Duellen setzte sich Bayer 04 jeweils deutlich durch. Kommt es wieder so, geht in Lissabon vielleicht noch etwas. "Wir müssen uns gegen Augsburg Selbstvertrauen holen und dann in Lissabon alles oder nichts spielen", lautet Völlers Devise.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski
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