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Europa League

05.10.2012 - 12:21 Uhr


"Es war demütigend"

Marc-Andre ter Stegen (2.v.l.) kann sich die Leistungen seiner Borussia in der Europa League nur schwer erklären

Beim 1:2 durch Mereilles (r.) war dem Gladbacher Keeper die Sicht verdeckt, was eine Parade schwierig machte

Gegen Eintracht Frankfurt am Sonntag in der Bundesliga muss sich die Borussia wieder aufrappeln, um die sportliche Talfahrt zu beenden

Mönchengladbach - Borussia Mönchengladbach findet momentan keinen Weg heraus aus der sich immer deutlicher abzeichnenden sportlichen Talfahrt. Fünf Tage nach der herben 0:5-Niederlage bei Borussia Dortmund offenbarten die "Fohlen" bei ihrer 2:4-Heimpleite gegen Fenerbahce Istanbul im zweiten Gruppenspiel der Europa League erneut große Schwächen in der Defensive.
Das Abwehrbollwerk, der Erfolgsgarant der Vorsaison, besteht nicht mehr. Entsprechend enttäuscht und ratlos stellte sich Borussia-Keeper Marc-Andre ter Stegen nach der Partie zum Interview.

Frage: Herr ter Stegen, die Borussia hat in der Europa League gegen Fenerbahce 2:4 verloren. Wie bewerten Sie die Niederlage?

Marc-Andre ter Stegen: Sie war zu vermeiden. Am Ende bin ich sehr enttäuscht darüber, wie das Spiel gelaufen ist.

Frage: Woran hat es gelegen?

Ter Stegen: Wir haben uns viele Ballverluste erlaubt. Dann wurde es sofort brandgefährlich. Der Gegner braucht zwei Torchancen, um zwei Tore zu erzielen. Das darf nicht sein. Wir haben zwei Mal gepennt und dann 1:2 zurückgelegen. Es war demütigend.

Frage: War die Mannschaft zu hektisch, zu nervös, übermotiviert?

Ter Stegen: Ich kann es selbst nicht beantworten. Wir sollten uns das Spiel anschauen, die Fehler analysieren. Wir haben sicherlich kein gutes Spiel gemacht. Bis zum 1:0 war es in Ordnung. Dann haben wir Fehler gemacht, die nicht passieren dürfen und bekommen zwei Gegentore aus Standards. Im Moment ist es keine einfache Situation für uns.

Frage: Wie haben Sie die Gegentore gesehen?

Ter Stegen: Beim ersten Gegentor hatte der Gegner einen Freistoß aus einer für den Torhüter beschissenen Freistoßposition. Er macht es gut, der Ball geht über die Mauer, ich sehe ihn zu spät. Beim zweiten Tor wird der Schuss durch drei oder vier Mann verdeckt. Ich versuche noch hinzukommen, aber es hat nicht mehr gereicht. Wie gesagt, wir haben zwei Mal gepennt.

Frage: Die Borussia hat nun sieben Pflichtspiele nicht mehr gewonnen und bekommt sehr viele Gegentore. Warum ist die Balance in der Mannschaft verloren gegangen?

Ter Stegen: Die Verunsicherung merkt man. Ich habe keine Antwort darauf, warum wir verunsichert sind. Wir haben eigentlich keinen Grund dafür, nervös zu werden. Ein Gegentor werden wir immer wieder bekommen. Wir dürfen aber nicht jedes Mal im Spiel einem Rückstand hinterherlaufen. Wir müssen etwas ändern und schauen, dass die Defensive wieder stimmt. Wir haben vorne zwei Tore gemacht. Die Defensive ist das Problem.

Frage: Die Mannschaft wirkt nicht eingespielt. Liegt es an der Rotation?

Ter Stegen: Das darf keine Ausrede sein. Wir haben sehr viele Spiele im Moment. Man kann nicht in jedem Spiel die gleiche Elf auf den Platz stellen. Ich kann die Entscheidungen des Trainers absolut nachvollziehen. Wir haben die Bundesliga, die Europa League und den DFB-Pokal. Das sind eine Menge Spiele, wenn man das vorher nicht gewohnt war. Jeder von uns hat seine Qualität. An der Rotation liegt es nicht.

Frage: Wie geht man nun in das nächste Bundesliga-Spiel gegen Eintracht Frankfurt?

Ter Stegen: Ich kann darüber reden, wie ich es handhabe. Ich hake Spiele ab und schaue nach vorne. Natürlich muss man Fehler analysieren und sie ansprechen, ganz klar. Das tun wir. Trotzdem passieren immer wieder kleine Fehler, die uns aus der Bahn werfen.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski
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