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16.08.2014 - 11:08 Uhr


Rückendeckung für Coach Hjulmand

Enttäuscht nach der Niederlage: Kasper Hjulmand (@ Imago)

Shinji Okazaki (l.) schoss das zweite Tor für Mainz 05 (© Imago)

10:9 gewann der Chemnitzer FC gegen den 1. FSV Mainz 05 nach Elfmeterschießen (© Imago)

Am Anfang war der Jubel bei den Mainzern noch groß (© Imago)

Chemnitz/Köln - Der 1. FSV Mainz 05 ist mit der 9:10-Pleite in Chemnitz breiets aus dem zweiten Pokalwettbewerb ausgeschieden. Trainer Kasper Hjulmand sitzt trotzdem fest im Sattel.

Kasper Hjulmand vergrub seine Hände ganz tief in die Hosentaschen und senkte den Blick. Die zweite  Pleite innerhalb weniger Tage hatte beim neuen Trainer des Fußball-Bundesligisten 1. FSV Mainz 05 sichtbare Spuren hinterlassen. Doch der Däne muss auch nach dem bitteren Aus in einem irren Spiel der ersten DFB-Pokalrunde beim Drittligisten Chemnitzer FC noch nicht um seinen Job bangen.

Die Sorge wächst

"Der Trainer hat grundsätzlich volle Rückendeckung. Wir gehen da jetzt zusammen durch", sagte Manager Christian Heidel nach dem 4:5 im Elfmeterschießen bei den Sachsen: "Wir haben solche Situationen schon häufig erlebt. Man muss da auch mal die Kirche im Dorf lassen."

Allerdings: Erst acht Tage vor dem Scheitern im DFB-Pokal hatte sich Mainz in der Qualifikation zur Europa League bis auf die Knochen blamiert und war beim griechischen Außenseiter Asteras Tripolis (1:0, 1:3) ausgeschieden. Vor dem Bundesligaauftakt am kommenden Sonntag bei Aufsteiger SC Paderborn wachsen die Sorgen.

"Wenn man in zwei wichtigen Wettbewerben rausfliegt, ist das sehr bitter", sagte Johannes Geis, der mit einem Traumtor aus 55 Metern in der Nachspielzeit der Verlängerung überhaupt erst dafür gesorgt hatte, dass es der Bundesliga-Siebte des Vorjahres ins Elfmeterschießen schaffte. Selbst eine 2:0-Führung nach der Pause reichte gegen den Außenseiter nicht. In einem wahren Krimi stand es nach 90 Minuten 3:3, nach 120 sogar 5:5.

"Natürlich haben wir Probleme"

Heidel nannte die extrem holprige Vorbereitung als Grund für die Niederlage. "Wir haben erst sehr spät anfangen können, wir haben einen neuen Trainer und mehrere Schlüsselspieler verloren", sagte der Manager: "Da kann niemand erwarten, dass wir vom ersten Tag an die Sterne vom Himmel spielen."

Auch Hjulmand erbat sich Zeit. "Wir sind noch sehr wacklig, wir brauchen ein Erfolgserlebnis", sagte der 42-Jährige. Doch mit Auftritten wie am Freitagabend dürfte das in der Bundesliga schwer werden. Die Abgänge von Nicolai Müller (Hamburger SV) und Maxim Choupo-Moting (FC Schalke 04) konnten bislang nicht aufgefangen werden. "Natürlich haben wir Probleme", gab Heidel zu.

Deswegen ist Hjulmand nun als Psychologe gefragt. "Wir sind in der Europa League ausgeschieden, jetzt im Pokal – da ist es ja logisch, dass wir kein Selbstvertrauen haben", sagte Geis: "Das ist eine schwere Zeit für uns." Dem Trainer könne man aber keinen Vorwurf machen: "Er arbeitet sehr akribisch. Die Spieler müssen aus dem Kopf bekommen, was in den vergangenen Tagen passiert ist."

Keine Zeit für Experimente

Auch Heidel weiß, dass der Druck auf Hjulmand wachsen wird und keine Zeit für Experimente da ist. "Wenn er gewinnt, hat er alles richtig gemacht, wenn er verliert, hat er alles falsch gemacht. Das ist eben so im Fußball", sagte er trotzig.

Tragische Figur der Mainzer wurde derweil Gonzalo Jara. Der Chilene verschoss als einziger seinen Elfmeter und besiegelte so das Aus der Rheinhessen. Bereits bei der WM in Brasilien hatte Jara im Achtelfinale gegen den Gastgeber vom Punkt gepatzt. "Keiner wird ihm jetzt den Kopf abreißen", sagte Kapitän Stefan Bell: "Er fühlt sich jetzt richtig schlecht."

sid

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