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16.05.2014 - 16:17 Uhr


Mit harter Hand in Richtung Double

Pep Guardiola setzt vor dem DFB-Pokalfinale ein Zeichen

Er verzichtet freiwillig auf Mario Mandzukic (r.). Bastian Schweinsteiger ist noch angeschlagen und deshalb nicht dabei

Pierre Hojbjerg könnte am Samtag ein Platz in der Startelf winken

Die Münchner um Mario Götze (M.) haben gegen Dortmund etwas gut zu machen. Zuletzt setzte es in der Liga eine 0:3-Heimniederlage gegen den Vize-Meister

Berlin - Geht man davon aus, dass das Mienenspiel die Stimmungslage widerspiegelt, dann geht der FC Bayern eindeutig mit Nachteilen ins Pokalfinale gegen Borussia Dortmund am Samstagabend (ab 19:30 Uhr im Live-Ticker). BVB-Trainer Jürgen Klopp feixte und plauderte gewohnt launig mit den Journalisten auf der Pressekonferenz am Tag vor dem Endspiel.

Mit ernstem Gesichtsausdruck ertrug zwei Meter weiter Pep Guardiola die Fragen mehr, als dass er sie beantwortete. Als schließlich die dritte Nachfrage kam, warum denn Mario Mandzukic nicht mit nach Berlin gereist sei, blockte der Katalane humorlos ab: "Er könnte spielen, das ist meine Entscheidung, das ist alles." Der Charme des Spaniers, der in seiner Anfangszeit jede Presserunde zum Event machte, blitzt derzeit nur noch selten auf.

Das verlorene Halbfinale in der Champions League hat den Druck erhöht. Unerwartet bedeutend ist nun das Pokalfinale – auch für Guardiola persönlich. Sollten die Bayern ihr zehntes Double verpassen, dürften sich nur wenige im Verein seiner Meinung anschließen, dass es ein "gutes, gutes Jahr" gewesen sei.

"Wer Favorit ist, ist egal"

Guardiolas harte Linie in der Personalie Mandzukic verdeutlicht, mit welcher Konsequenz sich der Trainer auf das Duell vorbereitet. Die anderen Spieler dürfen die Botschaft so verstehen: Wer nicht zu 100 Prozent mitzieht, ist draußen.

Es erschwert die Sache zusätzlich, dass die Strategen Thiago (Innenbandanriss) und Bastian Schweinsteiger (Reizung der Patellasehne) definitiv fehlen. "Bastian wollte natürlich spielen, aber er hat Schmerzen", sagte Guardiola. Immerhin werde der Vizekapitän zur moralischen Unterstützung in die Hauptstadt reisen. Ob es bei Franck Ribery zu mehr reicht, ist ebenfalls noch ungewiss, den Franzosen plagen Rückenprobleme. Riberys Einschätzung deckt sich nicht mit der Guardiolas: "Wenn wir verlieren, ist es für mich keine gute Saison mehr", sagt er. Fraglich ist, ob er selbst mithelfen kann, das zu verhindern. In der Startelf wird der 31-Jährige nicht stehen. Der erst 18 Jahre alte Pierre Höjbjerg könnte in die Anfangsformation rutschen. Doch nicht nur angesichts der Personalprobleme haben sich die Kräfteverhältnisse verschoben.

Es sah bis Anfang des Jahres aus, als seien die Bayern dem Rivalen aus Westfalen klar enteilt. Pünktlich zum Endspiel begegnen sich die "beiden besten deutschen Mannschaften" (Philipp Lahm) wieder auf Augenhöhe. "Wer Favorit ist, ist egal", meint der Bayern-Kapitän. Es gab schon Zeiten, da trugen die Bayern ihr Selbstverständnis offensiver in die Welt.

Fröhlich mit der Trophäe

Guardiola immerhin fand sein Lächeln wieder, als er nach der Fragerunde mit dem Pokal für die Fotografen posieren sollte. "Jede Trophäe ist schön", stellte er mit einem Blick auf den glänzend polierten Pott fest. Für den 43-Jährigen wäre es der erste Pokal, den er in Deutschland gewinnt - für den FC Bayern geht es um den 17. Cup-Erfolg der Vereinsgeschichte.

Es wird die Gemütslage an der Säbener Straße in diesem Sommer entscheidend beeinflussen, ob Guardiola auch am Samstagabend mit der Trophäe um die Wette strahlt oder nicht.

Aus Berlin berichtet Andreas Messmer

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