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Champions League

17.02.2016 - 14:09 Uhr


Wolfsburg in Gent: Dantes Reise in die Vergangenheit

Dante freut sich auf das Duell mit KAA Gent. In Belgien nahm die Karriere des Brasilianers einst Fahrt auf

"Gent hat sich alles hart erarbeitet", lobt der Verteidiger die Arbeit des kleinen Clubs

Gent - Es zaubert dem 32-jährigen Dante ein Lächeln ins Gesicht, als er auf der Abschluss-Pressekonferenz des VfL Wolfsburg in den Katakomben der Genter Ghelamco Arena über die Champions League spricht. "Ich freue mich auf jedes Champions League-Spiel. Da ist die Motivation noch größer als ohnehin schon, da wird mir immer ganz warm ums Herz. Diese Spiele sind etwas ganz Besonderes."

Der Brasilianer freut sich auf die Hinspiel-Partie im Champions-League-Achtelfinale in seiner alten "Heimat" beim KAA Gent. Zwei Jahre lang hat er in Belgien gespielt. Für ihn ist eine Reise in die Vergangenheit.

Für Dante sollte eine Partie in der europäischen Königsklasse eigentlich nichts Besonderes mehr sein, denn mit dem FC Bayern München hat er 2013 bereits den Titel in der Champions League geholt. Mit den Bayern und mit dem VfL kommt der Brasilianer auf 33 Einsätze und hat damit zusammen mit Stürmer Nicklas Bendtner (nicht im Kader) die meiste Erfahrung in der Königsklasse. "Doch wenn die Champions League-Hymne ertönt, ist es immer ein besonderer Moment", erklärt Dante.

Schöne Erinnerung an Belgien

Für Dante ist die Partie am Mittwochabend eine Reise in die Vergangenheit. Nachdem er 2004 seine Heimat Brasilien verlassen hatte, schloss er sich zunächst dem französischen Erstligisten OSC Lille an, bevor er dann 2006 zum RSC Chaleroi nach Belgien wechselte. "Ich bin sehr glücklich, wieder einmal in Belgien zu sein. Das ist ein ganz besonderes Land für mich". Nach einem Jahr bei den "Zebras" aus Chaleroi wurde der belgische Topclub Standard Lüttich auf den 1,89 Meter großen Verteidiger aufmerksam und verpflichtete Dante.

2008 wurde er mit Standard dann sogar Meister. Insgesamt absolvierte er in der belgischen Jupiler Pro League 115 Partien und schoss dabei immerhin fünf Tore. Eines davon erzielte er gegen den KAA Gent beim 2:1-Heimsieg mit Standard Lüttich. Über Gent spricht Dante mit großem Respekt: "Als ich hier spielte, waren eher Anderlecht, Lüttich und Brügge die Vereine, die oben mitgespielt haben. Aber so schnell geht es im Fußball. Gent hat sich alles hart erarbeitet, ist fußballerisch stark und hat den Erfolg verdient, so wie es spielt. Wir müssen hochkonzentriert sein."

Der Brasilianer mit der kultigen Afro-Look-Frisur feiert am Mittwoch in der stimmungsvollen, wenn auch kleinen Ghelamco-Arena ein Jubiläum. Er bestreitet sein 50. Europapokal-Spiel. Ein Tor konnte er allerdings noch nicht erzielen. Für das Toreschießen ist er aber in seinem Team auch nicht verantwortlich. Ganz im Gegenteil. Zusammen mit Robin Knoche wird er gegen den belgischen Meister die Innenverteidigung bilden. Die beiden VfL-Abwehrspieler haben in dieser Konstellation noch nicht oft zusammengespielt. Das Duo muss den gelbgesperrten Abwehrchef Naldo ersetzen. Über zu wenig Arbeit werden sich die Wolfsburger am Abend sicherlich nicht beschweren dürfen. Besonders zuhause sind die "Büffel" extrem stark. In den drei Heimspielen in der Gruppenphase besiegte das Team des exzentrischen Trainers Hein Vanhaezebrouck den FC Valencia (1:0) und Zenit St. Petersburg (2:1), von Olympique Lyon trennten sich die Belgier mit 1:1.

Casteels debütiert

Neben Dante freut sich besonders Koen Casteels auf die Partie. Der Belgier wird im Kasten des VfL stehen und den verletzten Stammkeeper Diego Benaglio vertreten, der sich mit einer Rippenblockade herumschlägt. Casteels kann sich mit einer guten Leistung vor den Augen seiner Landsleute auch für das belgische Nationalteam empfehlen. Wenn der Belgier im Tor der Wölfe stand, hat der VfL noch nie verloren (fünf Siege, ein Remis). Trainer Dieter Hecking hätte sicherlich nichts dagegen, sollte die Serie auch in Gent halten. "Koen freut sich wahnsinnig auf dieses Spiel. Er hat schon gezeigt, dass wir mit ihm eine sehr, sehr gute Nummer zwei haben. Er kann morgen ein echtes Ausrufezeichen in Richtung belgischer Nationalmannschaft setzen." Neben Benaglio reisten auch die verletzten Joshua Guilavogui und Daniel Caligiuri nicht mit nach Ostflandern. Dafür ist als dritter Torwart Niklas Klinger von der U23 mit dabei. Freiwillig verzichte der VfL auf Stürmer Nicklas Bendtner, der ebenfalls in Wolfsburg blieb, um zu trainieren.

"Wer dachte, das sei ein leichtes Los, hat sich nicht richtig informiert", erklärte Hecking gestern Abend auf der Abschluss-Pressekonferenz. "Ich habe seit meiner Kindheit beste Kontakte nach Belgien und bin über den Fußball dort sehr gut informiert. Als klar war, dass es gegen Gent geht, habe ich meine Freunde mobilisiert, die mir weitere Informationen besorgt haben." In der allgemeinen Wahrnehmung, so Hecking, werden die Belgier zu Unrecht unterschätzt. "Der Respekt gegenüber Gent ist mir in Deutschland nicht ausreichend genug. Ich habe von vornherein gesagt, dass man sich das nicht so leicht vorstellen darf. Wir brauchen zwei sehr gute Tage, wenn wir ins Viertelfinale wollen."

Für den VfL Wolfsburg ist es im Übrigen der erste Vergleich mit einem Team aus Belgien. Der KAA Gent jedoch spielte bereits zweimal im Europapokal gegen deutsche Mannschaften. Das letzte Duell mit einem deutschen Verein gab es 2000/01, als sich die Belgier im UI-Cup in der 3. Runde gegen Werder Bremen durchsetzen konnten. Der Werder-Manager hieß damals: Klaus Allofs. In der Champions League konnte eine belgische Mannschaft jedoch noch nie gegen eine deutsche gewinnen (vier Remis, zehn Niederlagen).

Aus Gent berichtet Alexander Barklage

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