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29.08.2013 - 22:44 Uhr


Titelhunger statt Revanchegelüste

Philipp Lahm und Thomas Müller (v.l.) waren bei der PK vor dem Supercup gegen den FC Chelsea gut gelaunt

Lahm könnte Bastian Schweinsteiger (l.), der zwar am Donnerstag trainierte aber nach wie vor fraglich ist, gegen Chelsea auf der "Sechs" vertreten

Mario Götze (l. neben Arjen Robben) hat bislang zwei Pflichtspiele für seinen neuen Verein absolviert (© imago)

Das persönliche Duell mit Jose Mourinho interessiere Pep Guardiola nicht einmal so viel - er fokussiere sich ganz auf das Finale, so der Spanier

Prag - Es war eine der dunkelsten Stunden in der Vereinsgeschichte des FC Bayern: das verlorene "Finale dahoam" 2012 gegen den FC Chelsea. So hätte die Neuauflage der Partie beim UEFA Super Cup in Prag für die Münchner doch eigentlich Motivation genug sein müssen. Doch den Profis von der Säbener Straße ist von Revanchegelüsten nicht sehr viel anzumerken.
"Sicherlich haben wir noch eine Rechnung offen. Aber die vergangene Saison war für uns mit dem Sieg in Wembley sehr versöhnlich. Deswegen ist die Revanche bei uns in den Köpfen gar nicht mehr so verankert", erklärte ein wie so häufig bestens gelaunter Thomas Müller auf der Pressekonferenz einen Tag vor dem Endspiel.

Zusammen mit Philipp Lahm gab er den viel wichtigeren Anreiz preis, die Engländer zu bezwingen. "Der FC Bayern hat diesen Pokal noch nie gewonnen. Deshalb wollen wir ihn nach München holen. Das ist Ansporn genug und so werden wir das Spiel auch angehen", meinten die Nationalspieler unisono.

Guardiola schert sich nicht um Mourinho



Für viele Journalisten war damit der erste mögliche Aufhänger für eine Titelgeschichte in der Schublade verschwunden. Doch es blieb noch die Chance auf frische Nahrung für die kleine Privatfehde zwischen Pep Guardiola und seinem Widersacher Jose Mourinho, die sich vor allem während ihrer Zeit in Barcelona und Madrid scharfe Wortgefechte geliefert hatten.

Aber auch in dieser Angelegenheit wurde der Wind - von Guardiola - früh aus den Segeln genommen. An eine Verbesserung seiner Bilanz gegen Mourinho würde er nicht denken. "Statistiken interessieren nicht. Die sind für die Geschichtsbücher. Fußball ist live, Fußball ist für den Moment. Und ich bin froh, dabei sein zu dürfen", drückte der Spanier eindrucksvoll seine Liebe zu seinem Beruf aus.

Lahm auf der Sechs für Schweinsteiger?



Ob Bastian Schweinsteiger am Freitagabend in der tschechischen Metropole am Ball sein wird, ist dagegen weiter ungewiss. Zwar absolvierte er das Abschlusstraining nach seiner Knöchelverletzung aus dem Freiburg-Spiel problemlos, die letzte Entscheidung hat aber Team-Arzt Müller-Wohlfahrt.

Da Javi Martinez laut Guardiola "nur für fünf bis zehn Minuten" fit ist und Thiago Alcantara noch Wochen ausfällt, könnte Lahm, wie häufiger in der Vorbereitung und auch für einige Zeit in Freiburg, auf die Sechser-Position rücken. Der Bayern-Kapitän äußerte sich recht offen dazu. "Möglich ist alles. Aber es ist vieles möglich. Außer, dass ich im Tor spiele. Das können wir ausschließen", witzelte Lahm.

CL-Gegner machbar - Ribery auf dem Gipfel



Für seine internationale Pflichtspiel-Premiere wird sich Guardiola aber sicherlich etwas besonderes einfallen lassen. Der 42-Jährige hat dafür vollstes Vertrauen in seine Mannschaft. "Ein Finale ist immer sehr speziell. Ich habe diesem Tag schon entgegengefiebert. Doch es wird sicherlich nicht das letzte Endspiel mit dem FC Bayern sein. Ich vertraue unserer Spielweise. Aber wir müssen uns auf dieses Finale fokussieren. Dann werden wir auch eine gute Leistung zeigen."

Diese wird auch im diesjährigen Königsklassen-Wettbewerb nötig sein - in der Gruppenphase erscheinen Bayerns Gegner mit ZSKA Moskau, Manchester City und Viktoria Pilsen allerdings schlagbar. Zumal die Münchner jetzt auch noch "Europas Fußballer des Jahres" in ihren Reihen haben: Franck Ribery, der am Donnerstag deswegen im Training fehlte, holte sich die Auszeichnung bei der Gala am Donnerstagabend in Monaco (zur Meldung) und kehrte noch in der Nacht nach Prag zurück. Auch er dürfte gegen Chelsea vor Selbstvertrauen also nur so strotzen.


Aus Prag berichtet Michael Reis
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