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Champions League

24.10.2013 - 13:05 Uhr


Stefan Kießling, Bayers Unersetzlicher

Druckabfall: Stefan Kießling nach seinem ersten Treffer gegen Donetsk

In der 22. Minute bricht Leverkusens Stürmer (2.v.r.) per Kopf den Bann gegen die Ukrainer

Bayer-Kapitän Simon Rolfes (2.v.r.) war nach dem Spiel voll des Lobes für Leverkusens Nummmer 11

Leverkusen - Bayer 04 Leverkusen hat sich dank des bemerkenswerten 4:0-Heimsiegs gegen FC Shakhtar Donetsk eine hervorragende Ausgangsposition in der Champions League verschafft. Die "Werkself" überholte den Konkurrenten aus der Ukraine und übernahm Platz 2 in Gruppe A. Zu verdanken haben die Rheinländer dies vor allem einem: Mittelstürmer Stefan Kießling.
Der Held des Abends, der mit seinen beiden Toren und einem herausgeholten Foulelfmeter den Grundstein für den Erfolg legte, ließ sich nach der Partie entschuldigen. Die alte Verletzung, eine Fleischwunde aus dem Bayern-Spiel, war wieder aufgegangen und erforderte eine medizinische Behandlung. An seine Fans gerichtet schrieb Kießling später aber auf seiner Facebook-Seite: "Mir fehlen etwas die Worte zu gestern. Ich kann mich nur bei euch allen bedanken. Das tat so gut."

Starke Antwort auf Kritik



Viel war auf den 29-jährigen Franken eingeprasselt in den Tagen nach seinem "Phantomtor" von Hoffenheim am letzten Freitag. Etliche Experten hatten sich zu Wort gemeldet und den an sich untadeligen Sportsmann hart kritisiert. "Immer Ärger um den netten Kießling" hatte stellvertretend die "Sport-Bild" getitelt.

Doch all das warf den amtierenden Torschützenkönig der Bundesliga nicht um. Er gab die Antwort auf seine Weise. In seiner unnachahmlichen, manchmal etwas ungelenk wirkenden Art rackerte er sich gegen Donetsk ins Spiel. Kießling ging keinem Zweikampf aus dem Weg, machte Kilometer um Kilometer und war schließlich nach 22 Minuten mit dem Kopf zur Stelle, als Giulio Donatis maßgeschneiderte Flanke in den Strafraum der Ukrainer segelte. Danach konnte jeder im Stadion sehen, wie viel Druck vom Goalgetter abfiel.

"Ein superfairer Spieler"



"Die ganze Kritik an Kies war unberechtigt, weil keiner sich in seine Situation hineinversetzen kann und im Spiel alles sehr schnell geht", verteidigte Bayer-Torwart Bernd Leno den Publikumsliebling. "Er hat den Leuten gezeigt, dass er auch mit einer schwierigen Situation perfekt umgehen kann. Man hat an den Reaktionen gesehen, dass die Zuschauer und die Mannschaft hinter ihm stehen. Ich freue mich sehr für ihn."

Auch Mannschaftskapitän Simon Rolfes war voll des Lobes für seinen langjährigen Teamkollegen: "Er hat zwei Tore gemacht und einen Foulelfmeter herausgeholt. Viel besser geht es nicht. Der Druck und die Aufmerksamkeit waren etwas höher. Deswegen war es für ihn enorm wichtig, die richtige Antwort zu geben, obwohl er es eigentlich gar nicht nötig hat. Er ist nicht so, wie ihn manche nach dem Hoffenheim-Spiel hingestellt haben - Stefan Kießling ist ein superfairer Spieler."

Absolut unersetzlich



Kießling ist und bleibt Leverkusens zuverlässiger Torgarant. In den letzten beiden Jahren gelangen ihm in 60 Bundesliga-Spielen 44 Tore. Trotz der überragenden Quote wird er von Bundestrainer Joachim Löw seit langer Zeit nicht nominiert. Kießling aber hat sich damit arrangiert, Zweifel an seiner internationalen Konkurrenzfähigkeit hinzunehmen.

Davon unbeeindruckt antwortet er stets mit Toren in allen Wettbewerben. Der 1,91 Meter große Stürmer ist ein vorbildlicher Kämpfer, der wie es scheint aus jeder Situation gestärkt hervorgeht. "Er ist sehr wichtig für uns", bringt es Sidney Sam auf den Punkt. Dabei untertreibt er noch: In Leverkusen ist Stefan Kießling absolut unersetzlich.

Aus Leverkusen berichtet Tobias Gonscherowski
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