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19.09.2013 - 18:23 Uhr


Schalkes neue breite Brust

Kevin-Prince Boateng ist das Sinnbild von Schalkes aktuellem Aufschwung

Durch den 3:0-Erfolg über Steaua Bukarest starten die Schalker wunschgemäß in die Gruppenphase der Königsklasse

Coach Jens Keller (r.) freut sich über den vierten Pflichtspiel-Erfolg in Serie, drei davon sogar zu Null

Gelsenkirchen - Wie schnelllebig das Fußballgeschäft sein kann, wird wohl nirgendwo deutlicher als bei Schalke 04. Gerade einmal dreieinhalb Wochen ist es her, dass die Knappen mit dem Rücken zur Wand standen. Fehlstart in der Bundesliga, das Scheitern in der Qualifikation zur Champions League vor Augen, das Umfeld ein Pulverfass. Nach vier Siegen in Folge, dem "Prinzen-Hype" und einem Traumstart in die Champions League steht die königsblaue Welt plötzlich Kopf. Folgerichtig gibt´s eine Kampfansage an den FC Bayern München.
"Auf Schalke wird schneller alles schlecht geredet als woanders. Es herrscht immer Dauertheater. So kannst du keinen Erfolg haben", hatte Mittelfeldmann Jermaine Jones noch vor einigen Wochen bemängelt. Allerdings trugen die schwachen Leistungen zu Saisonbeginn auch nicht unbedingt zur allgemeinen Beruhigung bei. Was fehlte, war augenscheinlich ein Anführer, der vorangeht und das junge Team mitzieht.

Traumduo im Revier



Mittlerweile ist der von Julian Draxler konstatierte "Angsthasenfußball" jedoch passe. Schließlich ist Angst ist für den neuen Leader ein Fremdwort. Seit der Verpflichtung von Kevin-Prince Boateng zeigt S04 ein völlig anderes Gesicht. Selbstbewusst, mit breiter Brust und herausragenden fußballerischen Qualitäten ausgestattet, führt der Neuzugang vom AC Mailand sein neues Team aktuell von Sieg zu Sieg. Nach dem goldenen Tor beim 1:0 beim 1. FSV Mainz 05 trug er sich auch beim 3:0 gegen den rumänischen Meister in die Liste der Torschützen ein. Vorausgegangen war ein klasse Zuspiel von Draxler, mit dem der "Schalker Prinz" das neue Traumduo im Revier bildet.

Nicht nur auf dem Platz, auch in den Interviews spielen sich die beiden Publikumslieblinge inzwischen die Bälle gepflegt zu. "Es war eine überragende Vorlage. Im Stile einer echten Nummer 10", lobte Boateng den Vorbereiter. "Kevin ist mit seiner Präsenz auf der Zehn gut aufgehoben. Er kann die Bälle super halten und entlastet mich dadurch", schob Draxler zurück. Auch wenn der Youngster mit der Versetzung auf die linke Seite nicht ganz glücklich sein dürfte, bezeichnet er die Kombination als "ideale Lösung". Das Zusammenspiel der beiden könnte sich zu einer echten Waffe für Schalke 04 entwickeln.

Vier Spiele gegen Bayern zu Null verloren



Wie die Gegner in den vergangenen drei Spielen (ohne Gegentor) sollen dies nun auch die Bayern zu spüren bekommen. Nach neun Gegentoren in den ersten drei Runden stand bei Schalke zuletzt in der Bundesliga zwei Mal die Null. Geht es nach Benedikt Höwedes, darf dies gerne auch gegen den Triple-Sieger so bleiben. "Wenn wir zu Null spielen, können wir schonmal nicht verlieren", sagte er schmunzelnd. Vorne auf Chancen lauern und diese konsequent nutzen, dann könne etwas gehen, meint der Kapitän.

Allerdings hat S04 die letzten vier Bundesliga-Spiele gegen den FC Bayern jeweils zu Null verloren (0:10 Tore). Trotzdem gibt sich Boateng vor dem Familienduell mit seinem Halbbruder Jerome gewohnt selbstbewusst. "Ich kann nur sagen, dass wir bereit sind und mit breiter Brust rausgehen werden. Zudem haben wir unsere tollen Fans im Rücken", so der 26-Jährige.

"Fans helfen uns ungemein"



Auch Manager Horst Heldt freut sich auf ein großes Spiel. "Es ist sensationell, wie die Fans uns in den letzen Wochen unterstützt haben. Das hilft uns ungemein. Es kommt die beste Mannschaft Europas. Wir sind Außenseiter. Aber wir werden fighten", lautet die Ansage. Sollte es wie zuletzt auch ohne den ganz großen spielerischen Glanz zu einem Sieg reichen, wäre er damit freilich einverstanden.

"Man kann nicht erwarten, dass wir die Gegner mit 7:0 aus dem Stadion schießen. Aber wenn wir sieben Mal in Folge 1:0 gewinnen, bin ich auch glücklich". Sollte dies gegen die Bayern gelingen, stünde ganz Schalke weiterhin Kopf.

Aus Gelsenkirchen berichtet Markus Hoffmann
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