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17.03.2014 - 19:03 Uhr


Auftrag Wiedergutmachung

Das Schalker Abschlusstraining fand am Montagabend im Madrider Bernabeu statt

Schalke-Coach Jens Keller bei der Pressekonferenz vor dem Rückspiel in Madrid

Im Hinspiel gab es für Kevin-Prince Boateng und Co. eine 1:6-Heimklatsche

Madrid - Einen Tag vor dem 50. Champions-League-Spiel der Vereinsgeschichte hätte der Empfang für den Tross des FC Schalke 04 angenehmer nicht sein können. Bei 23 Grad Celsius in der Sonne und strahlend blauem Himmel entstiegen die 20 mitgereisten Spieler auf dem Flughafen Barajas der Boeing 757. 

Nach dem 1:6 gegen Real Madrid aus dem Hinspiel lag es bei so einer traumhaften Kulisse nah, den Trip der Königsblauen in die Ecke einer Urlaubsreise zu schieben. Denn selbst von Schalker Seite wurde der Einzug ins Viertelfinale nach dem Debakel in Gelsenkirchen (Nachbericht) nahezu ausgeschlossen.

Anspruchsvolle Leistung abliefern

Trainer Jens Keller wird sich aber freuen, mit seinen Kickern eine Trainingseinheit auf höchstem Niveau abhalten zu können. "Es ist etwas ganz besonderes, bei Real spielen zu dürfen. Das ist für alle ein toller Lernprozess. Wir müssen als Mannschaft kompakt arbeiten, die Räume eng halten und Vollgas geben", erklärte er auf Nachfrage von bundesliga.de.

Für Schalke geht es in Madrid auch um Wiedergutmachung. "Wir haben das Hinspiel aufgearbeitet und wollen uns besser präsentieren. Wir wollen natürlich auch versuchen, ein positives Ergebnis zu erzielen", sagte Mittelfeldstratege Roman Neustädter, der bei der Pressekonferenz im Stadion Santiago Bernabeu neben Keller Platz genommen hatte.

Prall gefülltes Lazarett

Angst vor einer erneuten Klatsche hat Neustädter aber nicht. "Viel schlimmer als im Hinspiel geht es ja kaum noch. Wir müssen zeigen, dass wir aus den Fehlern gelernt haben. Es geht in Madrid nicht unbedingt ums Gewinnen. Aber wir wollen eine anspruchsvolle Leistung abliefern", so Neustädter.

Die große Frage wird sein, mit welchem Personal Keller in Madrid starten wird. Manager Horst Heldt wünscht sich die Schonung der Leistungsträger wie Klaas-Jan Huntelaar und Kevin-Prince Boateng, damit sich die ohnehin angespannte personelle Situation nicht weiter verschärft. Aber genau da liegt das Problem.

Mit Jefferson Farfan (Kniereizung), Christian Fuchs (Knie-Operation), Felipe Santana, Atsuto Uchida (beide Muskelfaserriss), Christian Clemens (Schambeinverletzung), Dennis Aogo, Marco Höger (beide Aufbautraining nach Kreuzbandriss) und Jan Kirchhoff (Aufbautraining nach Syndesmoseverletzung) ist das Lazarett prall gefüllt.

Real hat Barca im Hinterkopf

Deshalb haben aus der U 23 die Defensivkräften Philipp Max und Marcel Sobottka sowie Torhüter Ferdinand Oswald die Reise in die spanische Hauptstadt mit angetreten. "Wir haben ja nicht so viele Option, um zu rotieren. Wir schauen mal, wer sich gut fühlt und wer vielleicht eine Pause braucht", meinte Keller.

Dass auch sein Gegenüber Carlo Ancelotti im Hinblick auf das Duell am Sonntag gegen den Erzrivalen FC Barcelona seine Startelf modifizieren wird, sieht Keller nicht als größere Chance für Schalke: "Madrid hat einen super Kader. Selbst wenn sie das Personal durchwechseln, merkt man kaum einen Qualitätsverlust".

Für den Auftritt im Fußball-Tempel Santiago Bernabeu gibt es für Keller unabhängig von der Aufstellung der Madrilenen nur eine Marschroute: "Wenn wir als Mannschaft dagegenhalten, bin ich mir sicher, dass wir ein ordentliches Ergebnis erzielen werden." Mit einem Remis oder gar einem Sieg im Gepäck wäre die Rückkehr nach Deutschland auf dem Flughafen in Düsseldorf dann wohl selbst bei Kälte und Schmuddelwetter das reinste Vergnügen.

Aus Madrid berichtet Michael Reis

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