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30.09.2013 - 18:40 Uhr


Sahin: "Chuckys Wort ist Gesetz"

Nach der Auftaktniederlage in Neapel stehen Nuri Sahin und Co. zuhause gegen Marseille bereits unter Druck (© Imago)

BVB-Trainer Jürgen Klopp war gegen die Italiener auf die Tribüne verbannt worden. Sahin (l.) sieht das nicht als Grund für die Niederlage: "Wir haben nicht verloren, weil der Trainer in der zweiten Halbzeit nicht an der Linie stand" (© Imago)

Der 25-Jährige wird gegen den französischen Vizemeister wie gewohnt im defensiven Mittelfeld auflaufen (© Imago)

Dortmund - Wenn der BVB am Dienstag in der Champions League auf Olympique Marseille trifft, dann rückt ein Mann ins Rampenlicht, der sich sonst gerne im Hintergrund hält. Co-Trainer Zeljko Buvac wird die Mannschaft coachen, da Jürgen Klopp auf der Tribüne seine Sperre abbrummen muss. Bei den Spielern genießt Buvac höchstes Ansehen.
Einst schnürte Zeljko Buvac mit Jürgen Klopp gemeinsam für Mainz 05 die Fußballschuhe. Seit Klopp 2001 in Mainz auf die Bank rückte, bilden beide ein Trainer-Team und agieren in der täglichen Trainingsarbeit gleichberechtigt. Für die Öffentlichkeit bleibt Buvac der Schattenmann, der nur ungern Interviews gibt. Intern aber arbeitet der 52-jährige Bosnier mit Klopp auf Augenhöhe und hat maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Spielphilosophie und der Spieltaktik.

Gegen Olympique Marseille (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) muss Buvac seinen Chef in vorderster Linie vertreten, da Klopp nach seinem Platzverweis in Neapel von der UEFA für eine Partie gesperrt wurde. Im Interview verrät Nuri Sahin, was die Mannschaft über "Chucky" Buvac denkt und erklärt, wie er die Ausgangslage der Borussia nach der Auftaktniederlage in Neapel sieht.

Frage: Nuri Sahin, gegen Olympique Marseille muss der BVB ohne den gesperrten Jürgen Klopp auskommen. Wie geht die Mannschaft damit um?

Nuri Sahin: Wir müssen damit klar kommen, weil wir es schließlich auch nicht ändern können. Aber mit unserem Co-Trainer Zeljko Buvac sitzt ja quasi Klopps Zwillingsbruder auf der Bank. Beide denken über den Fußball gleich.

Frage: Also denken Sie nicht, dass sich die Sperre negativ auswirken wird?

Sahin: Der Trainer wird uns im Vorfeld wie gewohnt gut vorbereiten. Auf dem Platz ist dann während des Spiels sowieso jeder so fokussiert, dass man gar keine Zeit hat, immer wieder nach außen zur Seitenlinie zu gucken und den Kontakt mit dem Trainer zu suchen. Und wie gesagt: Der Trainer hat nun mal diese Sperre und damit müssen wir eben umgehen.

Frage: Was können Sie uns über Zeljko Buvac sagen? Man kennt ihn kaum, er hat wohl noch nie ein Interview gegeben.

Sahin: (lacht) Das wird er auch nicht machen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das vor oder nach dem Spiel gegen Marseille ändert. Chucky ist wirklich keiner, der in der Öffentlichkeit viel redet.

Frage: Kennt ihn die Mannschaft denn anders?

Sahin: In der Kabine ist sein Wort Gesetz. Das ist einfach so. Er redet nicht viel. Aber wenn er etwas sagt, dann hat es Hand und Fuß. Er hat auch im Training immer wieder tolle Ideen. Für uns Spieler ist er Gold wert und ein absoluter Gewinn. Die Trainer ergänzen sich sehr gut. Und vor Chucky hat jeder in der Mannschaft einen Höllenrespekt.

Frage: Klopp hat die Niederlage zum Auftakt in Neapel auf seine Kappe genommen, eben wegen seines Platzverweises. Spielt die Mannschaft jetzt gegen Marseille dann auch ein bisschen für den Trainer?

Sahin: Wir haben in Neapel nicht verloren, weil der Trainer in der zweiten Halbzeit nicht an der Linie stand. Natürlich musste dieser Verweis auf die Tribüne nicht sein, das weiß der Trainer auch. Aber er lebt von seiner Emotion und das ist etwas, was er uns auch immer wieder einimpft. Und davon profitieren wir immer wieder. Die Niederlage in Neapel geht nicht auf seine Kappe. Darum müssen wir jetzt auch nicht für ihn gewinnen, sondern für Borussia Dortmund. Wenn wir ihm damit zugleich eine Freude machen - umso besser!

Frage: Hängt der Mannschaft die Niederlage in Neapel noch nach? In der Bundesliga ist der BVB noch ungeschlagen, aber in der Champions League war der Auftakt schon ein Dämpfer.

Sahin: Man muss immer sehen, wie man das Spiel verloren hat. Wir haben in Neapel sicher nicht unser bestes Spiel gemacht. Aber ich fand es auch nicht so schlecht, wie es teilweise gemacht wurde. Es hat sich ja bei manch einem angehört, als hätten wir Neapel an die Wand spielen müssen. Aber gehen Sie doch mal die Mannschaft von Neapel durch, wer da alles spielt. Und wir haben auswärts gespielt. Aber bis zum ersten Gegentor war es ein offenes Spiel. Und am Ende hätten wir zu Zehnt fast noch ein Unentschieden geholt. Das darf man nicht vergessen, auch wenn der Auftritt sicher nicht perfekt war.

Frage: Wie sehen Sie jetzt vor dem Duell mit Marseille die Perspektiven des BVB in der Gruppe?

Sahin: Wir dürfen schon mit Selbstvertrauen an die Aufgabe herangehen. Wir können einiges in dieser Gruppe erreichen, auch wenn wir starke Gegner haben. Aber wir wissen auch alle, dass wir gegen Marseile einen wichtigen Schritt machen und unser Heimspiel gewinnen müssen.

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte
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