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21.08.2013 - 10:09 Uhr


S04 gegen Saloniki: Aufbauhilfe Europa

Seine Vorfreude und Unbekümmertheit steckt an: Adam Szalai (l.) muss Klaas-Jan Huntelaar bei Schalke 04 ersetzen

Wir wissen, dass wir mehr Qualität haben, als wir es zuletzt gezeigt haben", meint Kapitän Benedikt Höwedes über das 0:4 von Wolfsburg

Und der Gegner heißt: Stevens! S04-"Jahrhunderttrainer" Huub Stevens steht mit PAOK Saloniki zwischen den Gelsenkirchenern und der Champions League

Gelsenkirchen - Wenn jeder Schalker am heutigen Abend mit der Begeisterung von Adam Szalai zu Werke geht, dürfte einem erfolgreichen Auftritt in der Champions-League-Qualifikation gegen PAOK Saloniki (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) eigentlich nicht mehr viel im Wege stehen. "Ich freue mich riesig auf das Spiel", lässt der Stürmer keinen Zweifel. "Ich will einfach Spaß haben und meine beste Leistung abrufen."
Szalai steht im Mittelpunkt und ist darüber nicht wirklich böse. Nach der Verletzung von Klaas-Jan Huntelaar soll der Neuzugang aus Mainz die Lücke in vorderster Reihe schließen. Und der Ungar fiebert seinem Startelf-Debüt für die Königsblauen in gleicher Weise entgegen wie seinem ersten Champions-League-Auftritt der Karriere.

Das Rezept: Unbekümmert wie Szalai



Seine Knipserqualitäten hat der 25-Jährige nicht nur in der Vorbereitung nachhaltig unter Beweis gestellt, sondern nach seiner Einwechslung mit dem wichtigen Ausgleichstor auch im ersten Bundesligaspiel gegen den HSV. "Mit Adam Szalai haben wir einen treffsicheren Spieler hinzu bekommen, der gut in Form ist", ist auch Trainer Jens Keller überzeugt.

Was aber in der Partie gegen Saloniki vielleicht noch wichtiger sein könnte: Szalai lässt richtig Lust auf das Spiel erkennen und verkörpert dabei eine gewisse Unbekümmertheit, die den angeschlagenen Schalkern nur gut tun kann. Die Champions League lockt, Europas große Fußballbühne - genau die richtige Motivation, um nach dem desaströsen Bundesligastart die Wende zum Guten zu schaffen. "Es geht nur so, dass wir den Kopf von den letzten Spielen ganz frei haben", empfiehlt den Angreifer.

"Wir müssen uns jetzt zusammenreißen"



Nur nicht verkrampfen, an die eigene Stärke glauben - und dann ein anderes Gesicht zeigen als zuletzt. "Wir müssen uns jetzt zusammenreißen. Wir wissen, dass wir mehr Qualität haben, als wir es zuletzt gezeigt haben", meint Kapitän Benedikt Höwedes.

Trotzreaktion heißt das Zauberwort nach der 0:4-Pleite in Wolfsburg. Darauf baut heute Abend ganz Schalke und auch der Trainer. "Wir wollen gemeinsam mit unseren Fans einen wichtigen Schritt machen", betont Keller. Womit er zugleich an die eigene Anhängerschaft appelliert, die Mannschaft bedingungslos zu unterstützen. Ganz unberechtigt ist diese Sorge nicht, denn nach dem missglückten Saisonauftakt ist die Stimmung im Umfeld nicht die beste. Dass zudem mit PAOK ausgerechnet Schalkes "Jahrhunderttrainer" Huub Stevens Einzug in die Arena hält, macht die Ausgangslage auch nicht einfacher.

Standards: Salonikis Stärke, Schalkes Schwäche



Über das Duell mit seinem Vorgänger mag Keller im Vorfeld zwar nicht reden. Aber Schalkes aktueller Chefcoach hat dafür umso eindringlicher vor einem unbequemen Gegner gewarnt, der gerade sein Auftaktspiel in der griechischen Liga mit 3:0 gewonnen und sich an die Tabellenspitze gesetzt hat.

Saloniki agiere aggressiv und kompromisslos in den Zweikämpfen, könne bei Ballbesitz blitzschnell umschalten. "Zudem ist PAOK vor allem bei Standards sehr gefährlich", warnt Keller nicht ohne Grund. Sowohl gegen den HSV als auch in Wolfsburg hatte Schalke bei gegnerischen Ecken und Freistößen zuletzt erschreckende Schwächen offenbart.

Trendwende für die Bundesliga



Von seiner eigenen Mannschaft erwartet Keller daher heute - neben einem Höchstmaß an Leidenschaft und Willen - vor allem mehr Stabilität und Konzentration im Defensivverhalten sowie eine größere Zielstrebigkeit im Spiel nach vorn. Mit einem klaren Erfolg im Hinspiel soll auch ohne die verletzten Huntelaar, Kyriakos Papadopoulos und Sead Kolasinac der Grundstein gelegt werden, in den Playoffs erfolgreich zu bestehen.

"Wir wollen in die Gruppenphase, das ist unser klarer Anspruch", sagt der Trainer. Ausreden beugt er schon im Vorfeld vor: "Wir brauchen nicht über Druck zu sprechen. Die Mannschaft hat Ende der vergangenen Saison gezeigt, dass sie mit Druck umgehen kann."

Auch Horst Heldt sehnt die finanziell so lukrative Gruppenphase in Europas Königsklasse herbei. Für Schalkes Sportdirektor soll ein Sieg über Saloniki aber nur der Anfang sein: "Wir wollen mit einem Erfolg gegen PAOK die Trendwende auch für die Bundesliga schaffen."

Dietmar Nolte
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