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27.04.2014 - 17:04 Uhr


Breitner: "In Normalform ist uns Real klar unterlegen"

Paul Breitner bestritt 324 Pflichtspiele für den FC Bayern München (© imago)

Neben Arjen Robben ist Breitner der einzige Spieler, der je ebenfalls für Madrid auflief (© Imago)

Pep Guardiola muss mit dem FCB im Rückspiel gegen Real ein 0:1 aufholen

Thomas Müller und Co. kamen im Hinspiel erst in der Schlussphase zu guten Chancen

Hamburg - Es gibt wahrlich einfachere Aufgaben, als eine 0:1-Hinspielpleite gegen Real Madrid zum Einzug ins Finale zu drehen. Vor dieser hohen Hürde steht der FC Bayern am Dienstag (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) in der Allianz Arena. Auch wenn die Münchner für ihren Auftritt in der spanischen Hauptstadt Kritik einstecken mussten, glaubt Paul Breitner weiterhin an ein Weiterkommen des Rekordmeisters.

"Ich habe schon vor dem Hinspiel gesagt, dass die Chancen 60:40 verteilt sind, wenn beide Teams Normalform abrufen. Daran hat sich nichts geändert. Wir haben es noch in der Hand. Denn ich kann mir kaum vorstellen, dass unsere Mannschaft noch so eine Partie abliefert, wie in Madrid", sagte der FCB-Markenbotschafter im Interview mit bundesliga.de.

Breitner, der neben Arjen Robben der einzige Spieler ist, der sowohl das Trikot Reals als auch das der Bayern getragen hat, analysiert zudem die Leistung aus dem Hinspiel, die Entwicklung der Münchner und die Gefahren im Rückspiel.

bundesliga.de: Herr Breitner, der FC Bayern wurde nach dem Hinspiel in Madrid arg kritisiert. Wie erklären Sie sich das?

Paul Breitner: Noch vor ein paar Jahren wäre ein 0:1 bei Real ein Riesenergebnis gewesen. Da der FC Bayern für die Medien und für viele Fußball-Fans derzeit jedoch als beste Mannschaft der Welt gilt, dürfen wir uns keinen noch so kleinen Ausrutscher mehr erlauben. Jeder Fehler wird auf die Goldwaage gelegt. Das ist eine Bewertung der sportlichen Leistung ins Extrem, die mir nicht so ganz gefällt.

bundesliga.de: Das zeigt aber doch auch den Respekt, den die Gegner vor Bayern haben.

Breitner: Ja, das ist die andere Seite. Wenn es mittlerweile so weit gekommen ist, dass Bayern so sehr gefürchtet wird, dass selbst ein Verein wie Real zu Hause nur mäßig an einem konstruktiven Spielaufbau interessiert und lediglich auf Konter aus ist, dann muss man den Hut vor der Entwicklung unserer Mannschaft ziehen.

bundesliga.de: Hätten Sie damit gerechnet, dass es nach der Triple-Saison noch besser geht?

Breitner: Was die Mannschaft in dieser Saison vor allem in der Hinrunde präsentiert hat, war Fußball vom Feinsten. Damit hat sie viele Kritiker Lügen gestraft, die nicht damit gerechnet haben, dass es noch einmal eine Steigerung geben kann. Es ist müßig zu diskutieren, warum das Team zuletzt vermeintlich ein wenig die Beine hochgelegt hat. Für mich ist jetzt nur wichtig, dass wir - vor allem mit unserer zweiten Halbzeit gegen Werder Bremen - wieder den richtigen Weg eingeschlagen haben.

bundesliga.de: Waren Sie denn mit dem Auftritt in Madrid zufrieden?

Breitner: Mit dem Spielverlauf konnten wir natürlich nicht zufrieden sein. Gerade im ersten Durchgang haben wir Real durch Stellungsfehler große Chancen ermöglicht. Einer davon führte dann zum Gegentreffer. Insgesamt ist es uns einfach nicht gelungen, entscheidend in den Strafraum der Madrilenen einzudringen. Das sind alles Dinge, die korrigierbar sind. Die Spieler und das Trainerteam um Pep Guardiola wissen das und gehen intern kritisch damit um.

bundesliga.de: Was muss sich beim Rückspiel ändern?

Breitner: Es wird entscheidend sein, ob die Spieler ihre Normalform über die gesamten 90 Minuten abrufen können. Das haben wir in Madrid leider nur phasenweise geschafft. Aber was dann möglich ist, konnte man sehen. Dann ist uns Real ganz klar unterlegen.

bundesliga.de: Wie schätzen Sie die Chancen aufs Weiterkommen ein?

Breitner: Ich habe schon vor dem Hinspiel gesagt, dass die Chancen 60:40 verteilt sind, wenn beide Teams Normalform abrufen. Daran hat sich nichts geändert. Wir haben es noch in der Hand. Denn ich kann mir kaum vorstellen, dass unsere Mannschaft noch so eine Partie abliefert, wie in Madrid.

Das Gespräch führte Michael Reis

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