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17.09.2013 - 10:14 Uhr


Neuville: "Einfach befreit aufspielen"

Oliver Neuville schoss zwei der drei Tore im CL-Halbfinale 2002 zwischen Leverkusen und Manchester United

Den aktuellen Bayer-Kader sieht Neuville als "eine starke Mannschaft" um Stürmer Stefan Kießling (l.) als Eckpfeiler

Am Dienstag bekommt es die Werkself aber selbst mit einem Angreifer der Extraklasse zu tun: Wayne Rooney (l.) traf für die Red Devils in bislang drei Ligaspielen allerdings erst ein Mal

München - Nach zehn Jahren kommt es am Dienstag (Di., ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) wieder zum Champions-League-Duell zwischen Manchester United und Bayer Leverkusen im Old Trafford. 2002 legte die Werkself dort mit einem 2:2 den Grundstein zum Einzug ins Finale. Im Rückspiel reichte dem Team von Trainer Klaus Toppmöller danach ein 1:1. Torschütze in beiden Spielen: Oliver Neuville.
Im Interview mit bundesliga.de erinnert sich der ehemalige Nationalstürmer an das dramatische Halbfinale und erklärt, was er den Leverkusenern diesmal in der Königsklasse zutraut.

bundesliga.de: Oliver Neuville, woran erinnern Sie sich als Erstes, wenn Sie an das Spiel 2002 bei Manchester United zurückdenken?

Oliver Neuville: Ich werde nie vergessen, dass uns die Zuschauer von Manchester United nach dem Spiel applaudiert haben. Das war für ein Halbfinale in der Champions League wirklich erstaunlich. Es lag wohl daran, dass wir ein richtig gutes Spiel gemacht haben. Daran erinnere ich mich immer gerne zurück.

bundesliga.de: Das Stadion Old Trafford ist für seine Atmosphäre gefürchtet. Wie ist es Ihrem Team damals gelungen, dort zu bestehen?

Neuville: Wir hatten eine sehr erfahrene Mannschaft, die fast nur aus Nationalspielern bestand. Ze Roberto, Michael Ballack, Bernd Scheider, Jörg Butt, Carsten Ramelow, Boris Zivkovic, Yildiray Bastürk. Wir hatten ManUnited einiges entgegenzusetzen.

bundesliga.de: Wie sind Sie diese Aufgabe damals angegangen?

Neuville: Wir wollten diese einmalige Chance einfach nutzen. Ich erinnere mich daran, dass Michael Ballack, dessen Wechsel zu den Bayern bereits feststand, sagte "für euch könnte es die letzte Chance auf ein Champions-League-Finale sein". Darauf sagte Bernd Schneider, "für dich aber vielleicht auch". Dann sind wir rausgegangen und haben über dem Limit gespielt.

bundesliga.de: Sie haben drei Minuten nach Ihrer Einwechslung zum 2:2 getroffen. Auch im Rückspiel haben Sie das letztlich entscheidende 1:1 gemacht. Wie war das für Sie?

Neuville: Als Stürmer freut man sich natürlich immer, wenn man trifft. Gerade diese entscheidenden Tore werde ich nie vergessen. Vor allem das Tor zuhause in Leverkusen, als ich in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit den Ausgleich gemacht habe. In der zweiten Halbzeit haben wir dann großartig gefightet, der Druck von Manchester wurde immer größer, am Ende rettet Diego Placente noch auf der Linie. Es war so spannend und eine solche Atmosphäre hatte es in Leverkusen zuvor wohl noch nie gegeben. Wir haben eine tolle Teamleistung abgeliefert. Am Ende hatte sich die Mannschaft das Finale wirklich verdient.

bundesliga.de: Wie ist Ihr Kontakt zu den früheren Mitspielern?

Neuville: Mit Bernd Schneider, Jens Nowotny und Michael Ballack habe ich regelmäßig Kontakt. Am letzten Wochenende hat Carsten Ramelow in seinem Wohnort einen neuen Sportplatz eingeweiht und mich und einige Ehemalige eingeladen. Ulf Kirsten, Klaus Toppmöller, Jens Nowotny, Zoltan Sebescen waren da. Das war richtig schön. Im letzten Jahr gab es auch ein Treffen mit allen Spielern, die im Finale gegen Madrid standen. Zum Zehnjährigen haben wir Fußball gespielt und danach gemeinsam gegessen. Das war ein toller Tag.

bundesliga.de: Schauen wir auf das aktuelle Duell. Was trauen Sie Leverkusen in Manchester zu?

Neuville: Leverkusen hat eine starke Mannschaft. Eine gute Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern, angeführt von Stefan Kießling und Simon Rolfes. Es wird nicht einfach, aber ich denke, Bayer kann dort etwas mitnehmen, denn United ist auch nicht mehr so stark wie vor zehn Jahren. Auch bereits am ersten Spieltag dort anzutreten, könnte ein Vorteil sein. Alle fangen in der Gruppenphase bei Null an. Bayer kann einfach befreit und ohne Druck aufspielen.

bundesliga.de: Bayer-Trainer Sami Hyypiä kennt sich in England bestens aus. Wie wichtig könnte seine Erfahrung sein?

Neuville: Das ist mit Sicherheit ein Vorteil. Sami Hyypiä kennt die englische Liga sehr gut und hat selbst mit Liverpool die Champions League gewonnen. Er wird seinen Spielern sicher ein paar gute Tipps geben. Ich finde, er ist ein sehr guter Trainer, der einen guten Job in Leverkusen macht.

bundesliga.de: Wie schätzen Sie Leverkusens Gruppe ein?

Neuville: Es gibt ja bekanntlich keine einfachen Gegner in der Champions League. Donetsk hat letztes Jahr die Gruppenphase überstanden und es danach auch Dortmund schwer gemacht. San Sebastian hat sich in den Playoffs überraschend gegen Lyon durchgesetzt. Die Gruppe ist nicht einfach. Ich traue Leverkusen das Weiterkommen aber zu.

Das Gespräch führte Markus Hoffmann
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